Amtsgericht
Freiheitsstrafe zur Bewährung

Ochtrup -

Nicht die letzte oder allerletzte, sondern die allerallerletzte Chance räumte der Richter einer Angeklagten aus Ochtrup ein, die sich am Dienstag wegen eines Diebstahls vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten musste.

Mittwoch, 14.11.2018, 15:00 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 14.11.2018, 15:00 Uhr
Ein letztes Mal setzte der Vorsitzende Richter die Freiheitsstrafe gegen die Angeklagte zur Bewährung aus.
Ein letztes Mal setzte der Vorsitzende Richter die Freiheitsstrafe gegen die Angeklagte zur Bewährung aus. Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft warf der 38-jährigen vor, im Juli 2018 in einem Ochtruper Supermarkt ein Päckchen Zigaretten im Wert von 4,60 Euro eingesteckt zu haben, ohne es zu bezahlen.

Die an einer Alkoholsucht erkrankte Frau gab die Tat in vollem Umfang zu und räumte ein, wegen eines Trinkgelages am Vorabend noch unter Alkoholeinfluss gestanden zu haben. Da sie noch andere Waren gekauft und bezahlt habe, könne sie sich ihr Verhalten nicht erklären.

Auch wegen eines umfangreichen, zum Teil einschlägigen, Vorstrafenregisters beantragte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von drei Monaten, die vollstreckt werden solle. Nachteilig wirke sich nach seiner Meinung ebenfalls aus, dass die Angeklagte nicht pünktlich zum angesetzten Termin beim Gericht erschienen war und von der Polizei vorgeführt werden musste, was zu einer mehr als einstündigen Verspätung des Verhandlungsbeginns führte.

Der Vorsitzende Richter schloss sich dem Antrag des Staatsanwaltes an, setzte aber die dreimonatige Freiheitsstrafe ein letztes Mal zur Bewährung aus. Die Bewäh-rungszeit wurde auf drei Jahre festgesetzt und der Verurteilten aufgegeben, eine Suchttherapie anzutreten.

Positiv bewertete der Richter das Geständnis und die fast vollständige Ableistung von Sozialstunden aus vorherigen Bewährungsauflagen. Auch dass die letzte einschlägige Verurteilung schon mehr als fünf Jahre zurücklag, sprach nach Ansicht des Richters für die Ochtruperin. „Wegen letztlich 4,60 Euro sollten Sie nicht ins Gefängnis gehen, daher ist die Bewährung heute Ihre allerallerletzte Chance“, so der Richter abschließend in seiner Urteilsbegründung.

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