49-Jähriger verurteilt
Auf Gewalt folgt Zwangseinweisung

Ochtrup -

Nach mehreren Gewalttaten wurde ein 49-jähriger Mann vom Schöffengericht zu zwei Jahren und drei Monaten ohne Bewährung verurteilt. Wegen seines anhaltenden Alkoholkonsums wurde eine Zwangseinweisung in den Maßregelvollzug einer Entziehungsanstalt angeordnet.

Samstag, 01.12.2018, 08:00 Uhr
(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: dpa

Der Prozess gegen einen 49-jährigen Mann wegen „Milieutaten“ (Zitat des Verteidigers) in Ochtrup am 12. Dezember 2016, 27. Juli 2017 und 1. Januar sowie am 21. Juni 2018 in Rheine wurde jetzt beim Schöffengericht fortgesetzt. Der Angeklagte wurde aus der Haft vorgeführt, wo er bereits seit der letzten Straftat sitzt. Das Gericht verurteilte ihn am Ende zu zwei Jahren und drei Monaten ohne Bewährung. Es ordnete die Zwangseinweisung in den Maßregelvollzug einer Entziehungsanstalt an und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der medizinische Gutachter bescheinigte dem Angeklagten für die Tat am Neujahrstag 2018 eine verminderte Schuldfähigkeit wegen seiner schweren Alkoholabhängigkeit seit frühester Jugend. Dabei soll er einen Bewohner der Wohngemeinschaft mit „dem dicken Bengel“ (Stiel einer Axt) verprügelt haben. Bei den weiteren Taten sei seine Steuerungsfähigkeit nicht schuldmildernd beeinträchtigt gewesen, sagte der Gutachter. Er empfahl die Zwangseinweisung in eine Entziehungsanstalt für ein bis zwei Jahre. „Das Leben des Angeklagten muss strukturiert werden.“

Zur Erinnerung: Am 12. Dezember 2016 soll der Angeklagte seine Lebensgefährtin über die Beethovenstraße gejagt haben, als sich ihm ein Anwohner in den Weg stellte. Er soll ein Messer gezogen und damit das T-Shirt des Zeugen aufgeschlitzt und ihm einen Kratzer am Oberkörper zugefügt haben. Am 27. Juli 2017 warf er einen Hammer aus dem Fenster der Wohnung seiner Freundin, der direkt vor ihrer 15-jährigen Nichte aufprallte. Der 21. Juni 2018 wurde dem Angeklagten endgültig zum Verhängnis, als er seine Freundin massiv malträtiert, sie mit Fäusten geschlagen und mit einem Messer bedroht habe, wie die 35-jährige schilderte.

Der Lebensweg des Angeklagten ist von Gefängnisaufenthalten wegen einschlägiger Taten geprägt. „In der Haft funktionieren Sie wunderbar, aber sobald Sie entlassen werden, trinken Sie und werden straffällig“, begründete die Richterin die Zwangseinweisung.

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