Ochtrup einst und heute: Mode Huesmann
Start mit der Kiepe auf dem Rücken

ochtrup -

In unserer Serie „Ochtrup einst und heute“ blicken wir auf das Haus Bültstraße 17, das die Entwicklung des textilen Einzelhandels im Ort widerspiegelt.

Montag, 03.12.2018, 06:00 Uhr
Gut hundert Jahre liegen zwischen den beiden Häusern. Die historische Aufnahme des Hauses Bültstraße 17 entstand im Jahr 1906
Gut hundert Jahre liegen zwischen den beiden Häusern. Die historische Aufnahme des Hauses Bültstraße 17 entstand im Jahr 1906 Foto: Privat

Als sich Hermann Steingrobe im Jahr 1906 vom elterlichen Geschäft in der Weinerstraße löste und an der Bült­straße 17 seinen eigenen Textilwarenladen eröffnete, kamen die Kunden in der Regel nicht zu ihm, sondern er zu ihnen – mit der Kiepe auf dem Rücken. „Später hieß es dann: ‚Wir gehen zu Hermann’“, erinnert sich sein Enkel Bernd Huesmann, dessen Sohn heute das Modehaus Huesmann an der Bahnhofstraße betreibt. Doch die Anfänge lagen in der klassischen Kiepe und eben an der Bültstraße.

Im Umkreis von 20 bis 30 Kilometern suchte der Kaufmann aus Ochtrup seine Kunden auf. Und diese hielten ihm beziehungsweise seinen Nachfahren sogar teilweise bis heute die Treue, wie Bernd und Alexander Huesmann beim Stöbern auf dem Dachboden in Kundenlisten aus dem Jahr 1906 erfuhren.

Doch zurück zu den Anfängen: Hermann Steingrobe führte das Geschäft zusammen mit seiner Frau Elisabeth. Anfangs waren einige Räume in den Haus noch untervermietete, nach und nach wurde sie jedoch dem Geschäft einverleibt. Nachdem seine Frau relativ früh gestorben war, führte Hermann Steingrobe seine Tochter Cissy schon in jungen Jahren an den Beruf der Kauffrau heran. Sie übernahm gemeinsam mit ihrem Mann Bernhard Huesmann 1950 das Geschäft. Sie führten es nun unter dem Doppelnamen Steingrobe/Huesmann. Doch da es in der Töpferstadt noch andere Textilwarengeschäft mit dem Namen Steingrobe gab, sei es oft zu Verwechslungen gekommen, erzählt Bernd Huesmann mit einem Schmunzeln. Vertauschte Rechnungen und Lieferungen und so weiter.

Anfang der 1960er-Jahre schaffte die Kaufmannsfamilie klare Verhältnisse und änderten den Firmennamen in Huesmann. Etwas mehr als 20 Jahre später erfolgte unter Bernd Huesmann schließlich der Neubau des Hauses an der Bahnhofstraße, in dem das Modehaus Huesmann heute untergebracht ist.

Doch der Name Steingrobe blieb noch sehr lange haften. „Ich werde heute noch manchmal als Herr Steingrobe angesprochen“, sagt Bernd Huesmann. Er nimmt es mit Humor. Und schließlich gehört es ja auch zur Geschichte des Unternehmens. Genau wie das Haus an der Bültstraße 17, das es heute gar nicht mehr gibt. Sein Abriss liegt noch gar nicht lange zurück.

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