Sayaka Schmuck und Andreas Hering begeistern ihr Publikum im Haus Welbergen
Fräulein Klarinette und Mr. Piano

Ochtrup -

Sayaka Schmuck an der Klarinette und Andreas Hering am Flügel gaben am Sonntagabend ein Konzert im Rahmen des Kulturrings auf Haus Welbergen.

Dienstag, 04.12.2018, 05:00 Uhr
Andreas Hering (Flügel) und Sayaka Schmuck (Klarinette) begeisterten im Haus Welbergen.
Andreas Hering (Flügel) und Sayaka Schmuck (Klarinette) begeisterten im Haus Welbergen. Foto: Christiane Nitsche

Johannes Brahms liebte sie ebenso wie Wolfgang Amadeus Mozart: „Fräulein Klarinette“, wie der Komponist des Hauptwerks des Abends das seinerzeit noch junge Instrument liebevoll nannte. Für Mozart sei sie der menschlichen Stimme am ähnlichsten gewesen, erklärte Sayaka Schmuck dem Publikum beim Konzert des Kulturrings im Haus Welbergen. So tut es nicht Wunder, dass sich bei dem rund eineinhalbstündigen Programm immer wieder Assoziationen an fröhliche, lachende, singende Kinder einstellten: Bei der „Promenade“ von Robert Clérisse ebenso wie bei Brahms‘ Sonate in f-Moll.

Bilder einer Landpartie kommen auf, bei der die Spaziergänger von Clérisse im Allegro appassionato ein Baldachin-geschütztes Boot besteigen, um Andante-Adagio hinaus auf den See und zu einer sonnenbeschienenen Insel zu fahren. Die mitfahrenden Kinder stürmen im Vivace an Land, rennen mit den aufstiebenden Vogelschwärmen um die Wette und lassen sich von den lachenden Erwachsenen nur widerstrebend zurückrufen.

„Fräulein Klarinette“, alias Sayaka Schmuck, gibt den verspielten, kecken Ton dazu, der selbst dann noch, als die Kinder wieder an die Hand genommen sind, ein paar lustige, tänzelnde Ausfallschritte wagt.

Dann übernimmt der Mann am Flügel: Mit Domenico Scarlattis Sonaten in A-Dur wolle er nicht nur die Zuhörern beglücken – auch dem Spieler selbst sollen die Miniaturen Freude machen, habe der Komponist gemeint. Die so unschuldig und klein wirkenden Stücke haben es dabei in sich: einander selbst kommentierend, sich stets weiter verdichtend, mit Triolen, Taktwechseln und Asymptoten gespickt, fordern sie die Klasse des Pianisten heraus. Eine Einladung, der sich Andreas Hering mit Bravour stellt. Dass sich beide Akteure im zweiten Teil des Programms nicht nur immer mehr ins zeitgemäß-populäre Fach wagen und dabei sogar das Programm umstellen, um spontan auf Stimmungen und Atmosphäre im Publikum zu reagieren, betont einmal mehr ihre Klasse. Über Mozarts Adagio aus dem Klarinettenkonzert (bekannt aus „Jenseits von Afrika“, Gershwins Three Preludes, Fritz Kreislers „Liebesleid“ mit Wiener Schmäh und Vittorio Montis Csardas spannt sich der Bogen, bei dem Andreas Hering immer mehr zu einem „Mr. Piano“ wird. In Nikolai Kapustins halsbrecherischer Toccatina schließlich kulminieren Verve, Spiellust und Begeisterung im Auditorium. Schade, dass nur 20 bis 30 Gäste den Abend erlebten. Allen anderen sei gesagt: Sie haben etwas verpasst!

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