36-Jähriger muss sich wegen Nötigung verantworten
„Ungeeignet und unentschuldbar“

ochtrup/Steinfurt -

Eine gefährliche Situation auf der B 54 war am Donnerstag Gegenstand eines Verfahrens gegen einen 36-Jährigen aus Hamm. Er stand wegen Nötigung vor dem Amtsgericht Steinfurt.

Donnerstag, 06.12.2018, 15:30 Uhr
Wegen Nötigung musste sich am Donnerstag ein Mann aus Hamm vor Gericht verantworten.
Wegen Nötigung musste sich am Donnerstag ein Mann aus Hamm vor Gericht verantworten. Foto: Mike Oelerich

Glimpflich endete eine gefährliche Situation, die sich am 2. Juni auf der B 54 zwischen Metelen und Gronau in Höhe der Abfahrt Ochtrup zugetragen hatte. Sie war am Donnerstag Gegenstand eines Strafverfahrens vor dem Amtsgericht Steinfurt, bei dem ein 36-Jähriger aus Hamm wegen Nötigung angeklagt war.

Der Angeklagte befuhr am 2. Juni die B 54 in Richtung Gronau, die sich in diesem Streckenabschnitt von zwei Spuren auf eine verengt. Dabei sei er 100 Stundenkilometer schnell gewesen, erklärte er. Von hinten überholte ihn ein blauer Pkw mit hoher Geschwindigkeit und bremste ihn beim Spurwechsel aus, so dass er die Geschwindigkeit auf Tempo 20 reduzieren musste, um einen Unfall zu verhindern. Dabei habe der Fahrer beim Überholen unflätige Gesten in Richtung des Angeklagten gemacht, unter anderem habe er ihm den Stinkefinger gezeigt. Darauf hin, so der Angeklagte vor Gericht, habe er bei nächster Gelegenheit den blauen Wagen überholt und das Tempo anschließend auf 60 Stundenkilometer gedrosselt, so dass der nachfolgende Pkw ebenfalls stark abbremsen musste.

Der Staatsanwalt sah durch das Verhalten des Angeklagten den Tatbestand der Nötigung als erfüllt an und beantragte eine Geldstrafe von insgesamt 600 Euro. Der Angeklagte räumte sein Fehlverhalten in vollem Umfang ein und wünschte sich in seinem Schlusswort, dass sich der andere Pkw-Fahrer ebenfalls für seine Tat verantworten müsse.

Glimpflich ging auch das Urteil für den Angeklagten aus. Das Gericht folgte dem Antrag des Staatsanwaltes im Wesentlichen, allerdings wurde die Geldstrafe auf lediglich 400 Euro festgesetzt. Angesichts der geständigen Einlassung, der beruflichen Tätigkeit als Busfahrer und der Unterhaltsaufwendungen für seine Lebensgefährtin und seine beiden Kinder hielt der Richter die Strafe für angemessen. Da der Staatsanwalt kein Fahrverbot beantragt habe und die erste Strafe nicht im Zentralregister erscheine, so der Richter, werde bei einer Bewerbung kein Eintrag im polizeilichen Führungszeugnis auftauchen. Bei weiterer Straffreiheit im Straßenverkehr sei die berufliche Zukunft des Verurteilten daher nicht verbaut.

Zum Schluss wies der Richter darauf hin, dass es gerade auf der B 54 schon häufig zu schweren Unfällen, einige auch mit tödlichem Ausgang, gekommen sei. Daher sei das Verhalten des 36-Jährigen nicht hinnehmbar. „Als verkehrserzieherische Maßnahme war Ihr Verhalten völlig ungeeignet und unentschuldbar“, so der Richter in seiner Urteilsbegründung. Richtig wäre es gewesen, das Verhalten des anderen Beteiligten anzuzeigen.

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