Räuberische Erpressung in Ochtruper Pizzeria
Neun Monate Haft auf Bewährung

Ochtrup/Rheine/Gronau -

Wegen räuberischer Erpressung in einer Pizzeria in Ochtrup am 15. Juli 2018 musste sich am Dienstag ein 37-jähriger Familienvater aus Gronau vor dem Schöffengericht in Rheine verantworten. Der Mann – seit dem 7. August in Untersuchungshaft – wurde von dort vorgeführt. Nach einem siebenstündigen Prozesstag verurteilte das Schöffengericht ihn zu neun Monaten mit Bewährung. Das Gericht verbot ihm, sich dem Pizzabäcker künftig zu nähern und ordnete einen Bewährungshelfer an. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. Auf weitere Auflagen verzichtete das Gericht mit Blick auf die viermonatige Untersuchungshaft. Der Staatsanwalt hatte ein Jahr Haft mit Bewährung beantragt. Nachgewiesen werden konnte dem nicht vorbestraften Angeklagten letztlich nur eine geringe Beute von 100 Euro, die ihm möglicherweise als Lohn zustanden.

Donnerstag, 06.12.2018, 07:25 Uhr aktualisiert: 06.12.2018, 18:49 Uhr

Die Anklage warf dem Mann zunächst vor, sich zwischen dem 15. und 24. Juli durch zwei Taten strafbar gemacht zu haben. Im Zusammenhang mit seiner Kündigung zum 30. Juni soll er von seinem Chef 2 000 Euro gefordert haben. Wenn er das Geld nicht erhalte, wolle er ihn töten. So etwas habe er in seiner syrischen Heimat bereits getan.

Nachdem sein Chef ihn bei der Polizei angezeigt hatte, soll der Angeklagte ihn am 15. Juli nachdrücklich aufgefordert haben, die Anzeige zurückzuziehen, sonst habe er bald keine Augen und kein Knie mehr. Anschließend soll der Angeklagte vier Männer aus Gronau zur Nötigung des Pizzabäckers angestiftet haben. Nach deren „Besuch“ zog der Pizzabäcker seinen Strafantrag zurück. Inzwischen hat der Kaufmann die Pizzeria verkauft und will Ochtrup verlassen. „Ich hatte Angst“, sagte er als Zeuge vor Gericht aus. Die vier Männer aus Gronau hätten von ihm verlangt, die Anzeige zurückzuziehen. Dieser Forderung sei er gefolgt, weil er nachts nicht mehr schlafen konnte.

Der Angeklagte indes behauptete, er habe mit seinem Chef nur den noch ausstehenden Lohn abrechnen wollen und ihn gefragt, ob er ihm für die Operation seiner Mutter 2 000 Euro leihen könnte. Für jeden Tag Arbeit habe er 40 Euro bekommen und Blanko-Unterschriften leisten sollen. Das wollte er aber nicht. „Nur wenn du unterschreibst, bekommst du Geld“, hätte der Pizzabäcker jedoch gesagt.

Das habe zu einem Streit geführt, bei dem der Angeklagte mit der Faust auf den Tisch geschlagen haben soll. Schließlich hätte er dann doch unterschrieben, das Blatt fotografiert, und 100 Euro Vorschuss bekommen. Weitere 150 Euro sollte er zwei Tage später bekommen. Dazu kam es nicht mehr.

Die Anklage wegen Anstiftung zur Nötigung wurde eingestellt, weil sie trotz vieler Zeugen nicht urteilssicher nachgewiesen werden konnte.

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