Thomas Lischik
Kirchenmusiker mit Zwangsexamen

OCHTRUP -

40 Berufsjahre liegen hinter Kirchenmusiker Thomas Lischik. Die Musik ist seine Leidenschaft in jeder Hinsicht. Vor einigen Jahren musste er der Gesundheit zu Liebe ein bisschen kürzer treten. Doch es taten sich neue kompositorische Perspektiven auf. Am 16. Dezember plant Lischik ein großes Weihnachtliches Konzert mit vielen Chören und Solisten.

Samstag, 08.12.2018, 06:00 Uhr
Kirchenmusiker Thomas Lischik blickt auf 40 Berufsjahre zurück. Am 16. Dezember ist im Rahmen eines Weihnachtlichen Konzerts seine Examensarbeit zu hören.
Kirchenmusiker Thomas Lischik blickt auf 40 Berufsjahre zurück. Am 16. Dezember ist im Rahmen eines Weihnachtlichen Konzerts seine Examensarbeit zu hören. Foto: Martin Fahlbusch

Wenn Thomas Lischik das heute rückblickend erzählt, muss er noch schmunzeln. „Ich habe so was wie ein Zwangsexamen als Kirchenmusiker gemacht.“ Die Universität in Mainz habe ihn bei seinem A-Examen die Pistole auf die Brust gesetzt. Immerhin war er bis dahin 18 Semester dort eingeschrieben, arbeitete eigentlich schon lange hauptamtlich in seinem Beruf, hatte das C- und das B-Examen längst erfolgreich abgelegt, „aber man konnte ja noch so viel lernen und mitnehmen“, erinnert er sich.

Der 1960 in Darmstadt geborene Lischik ging dort zu Schule, sang engagiert, aber nicht übermotiviert in der dortigen Kantorei, was ihm dann aber doch den entscheidenden Anstoß für sein späteres Kirchenmusikstudium in Mainz und seine Berufswahl gab.

Heute kann er auf 40 Berufsjahre blicken, weil er schon während seiner Ausbildung beispielsweise in Eberstadt als Kantor tätig war. „Das war auch ein Stück gelebte Ökumene, denn ich war sowohl in einer katholischen als auch einer evangelischen Kirchengemeinde beschäftigt“, erzählt er von früher. Da war er schon längst auch aus einer tief verwurzelten Religiosität auf diese Schienen gewechselt. Musik als Lebensharmonie, das war für ihn ein ganz entscheidender Anstoß und eine wichtige Perspektive.

Er hatte sich auch noch für die Studiengänge Astronomie oder Medizin interessiert, aber die sture Paukerei, das war nicht seins.

Für die Aufnahmeprüfung zum „schnuckelige Kirchenmusikstudium in Mainz“ – „wir hatten da Seminare mit vielleicht mal zehn Studierenden und viel Einzelunterricht“ – musste er sich aber ganz schön ins Zeug legen. „Ich konnte ganz ordentlich Akkordeon spielen, war mal Landessieger bei ‚Jugend musiziert’, aber Klavier, Orgel, Chorleitung und Komposition, das waren andere Hausnummern“, sagt Thomas Lischik. Wiewohl er auf seinem Hausinstrument auch sinfonische Stücke spielte, blieb über das Akkordeon und eben auch sogenannte volkstümliche, nicht volkstümelnde Musik immer eine Vorliebe für harmonische Musik, die ihm bis heute beim Komponieren wichtig ist.

Dass es ihn dann ins Münsterland verschlagen hat, lag an einer interessanten Stelle für einen Kirchenmusiker mit A-Examen. Da war die Perspektive mit dem Zweckverband der Musikschule und es gab eine Dienstwohnung. „So viele freie Stellen in dieser Kategorie gab es damals nicht. Ich habe zugesagt und es eigentlich nie bereut“, so Thomas Lischik.

Gut, vor ein paar Jahren hat der passionierte Segler, der als Hobby der Astronomie frönt, gesundheitlich einen „deutlichen Schuss vor den Bug“ bekommen, den er aber gut verkraftet hat. Stress-Abbau war nicht nur die Aufforderung seines Arztes und seiner Frau. Aber wenn man Chöre leitet, Kirchenmusiker ist, das Komponieren liebt, Musik auch als Lebenseinstellung vermitteln will, wo soll man abknapsen?

Die Leitung der Musikschule gab er ab. Aber es taten sich neue, auch kompositorische Perspektiven in Richtung Musical und Freilichtbühne Bad Bentheim auf. „Manchmal dachte ich auch in ganz andere Richtungen, beispielsweise noch mehr zu komponieren, letztlich habe ich mich für eine gewisse Dosierung entschieden“, erläutert der Musiker.

Und damit ist er bei einem aktuellen Thema, dem weihnachtlichen Konzert am 16. Dezember (Sonntag) um 16 Uhr in der Marienkirche. Neben adventlicher Musik von Mendelssohn, Bach und Pachelbel stehen auch Werke von Thomas Lischik auf dem Programm mit Gesangsolisten, dem Kirchenchor St. Lamberti, dem Meisterchor „Con fuego“ sowie dem „Van Wassenaer Consort“ (siehe Infokasten).

Übrigens: In einer neu orchestrierten Fassung wird auch die Examensarbeit von Thomas Lischik „An den Strömen von Babel“ in diesem besonderen Rahmen aufgeführt.

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