Anstrich in der Lambertikirche ist abgeschlossen
Arbeitseinsatz mit Höhenbonus

Ochtrup -

13 Meter Höhe, nach rechts und links offener Raum, nach unten hin die Möglichkeit zum freien Fall. Da können einem schon ganz schön die Beine schlottern. Selbst, wenn der liebe Gott sein schützendes Dach darüber ausgebreitet hat.

Freitag, 14.12.2018, 06:00 Uhr
Auf der Arbeitsbühne ging‘s in den vergangenen Tagen für die Maler in der Lambertikirche ab nach oben.
Auf der Arbeitsbühne ging‘s in den vergangenen Tagen für die Maler in der Lambertikirche ab nach oben. Foto: Jürgen Wieling

13 Meter Höhe, nach rechts und links offener Raum, nach unten hin die Möglichkeit zum freien Fall. Da können einem schon ganz schön die Beine schlottern. Selbst, wenn der liebe Gott sein schützendes Dach darüber ausgebreitet hat. „Mir war anfangs schon etwas mulmig“, gibt Maler Jens Thebelt auch unumwunden zu. „Erst als ich unter dem Gewölbe stand, fühlte ich mich etwas sicherer.“ Thebelt war im Auftrag seines Chefs Stefan Althoff in den vergangenen Tagen damit betraut, der Lambertikirche in Teilen wieder einen neuen Innenanstrich zu verpassen. Um diese notwendigen Arbeiten verrichten zu können, war das Gotteshaus seit Montag verschlossen. „Das musste aus Sicherheitsaspekten sein“, erklärt Pfarrer Stefan Hörstrup: „Es wäre zu gefährlich gewesen, wenn Handwerker auf der Arbeitsbühne stehen und Besucher da drum herum laufen.“ So stand so manch ein Kirchengänger zunächst einmal vor verschlossenen Türen.

Schon vor längerer Zeit, so Hörstrup, „hatten wir die Ausbesserungen beschlossen. Es handelt sich dabei um einen Wasserschaden, der jetzt behoben wurde, als auch um eine Ausbesserung des Putzes an der Decke auf der linken Seite des Kirchenschiffes.“ Der Putz hatte sich seinerzeit bei der Erneuerung des Kirchplatzes gelöst. Stefan Hörstrup: „Wir hatten daraufhin sofort eine statische Überprüfung in Auftrag gegeben. Die zeigte, dass mit der Standfestigkeit alles in Ordnung war und lediglich Schönheitsreparaturen ausgeführt werden mussten.“

Die gingen nun sprichwörtlich über die Bühne, die Jürgen Wieling dafür aufgebaut hatte. „Das passiert einem auch nicht alle Tage, dass man mit solch einer Gerätschaft in eine derart hohe Kirche muss“, gab der Ochtruper zu. Vor 20 Jahren sei er das erste Mal mit der Bühne in der Lambertikirche gewesen, erinnert er sich. Jetzt die Wiederholung. Und es könnte durchaus nicht der letzte Einsatz gewesen sein: „Wände und Decke sind ziemlich verschmutzt“, stellten Hörstrup, Wieling und Thebelt beim Rundumblick fest. „Hier brennen jährlich rund 6000 Kerzen. Die erzeugen einiges an Ruß“, erklärte der Pfarrer. Und auch Spinnweben sorgten für einen gewissen Verschmutzungsgrad. Ein weiteres Problem stellen die extrem hohen, bleiverglasten Fenster dar. „Gerade an der Schlagseite dringt immer wieder Wasser ein. Das hinterlässt natürlich Spuren.“ Im Grunde, so denkt Stefan Hörstrup laut, „müssten die gesamten Fenster von Außen mit einer zusätzlichen Glasscheibe versehen werden.“ Dafür allerdings dürften die Kosten in die Millionen gehen.

Um etwas mehr Licht in die Kirche zu bekommen, würde es fürs Erste vielleicht schon eine Reinigung tun. Doch auch die wäre wesentlich aufwendiger als die Putzaktionen daheim. Auch hier würde dann ohne Arbeitsbühne kein Lappen sein Ziel erreichen.

„Der Anfang aber ist jetzt gemacht“, atmet Stefan Hörstrup auf. Ab Samstag sind die Türen von St. Lamberti wieder wie gewohnt geöffnet. Damit können dann auch die Messen in der nächsten Woche sowie die zu Weihnachten in traditioneller Manier gefeiert werden.

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