Einkauf regionaler Produkte kann jetzt auch am Automaten erledigt werden
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Ochtrup -

Der Einkauf regionaler Produkte kann jetzt auch am Automaten erledigt werden. Möglich macht dies die „Regio-Box“. Seit Samstag ist der Einkauf an der Brookstraße 1 möglich. Angeboten werden Lebensmittel, die bevorzugt aus Ochtrup und der näheren Umgebung stammen.

Montag, 24.12.2018, 06:00 Uhr
Nur den Sekt, den sie sich zur Einweihung der Regio-Box genehmigten, hatten sie nicht in die Bedienstation gepackt: (v.l.) Oliver Kunath, Christoph Thihatmer, Günter Dinkhoff, Luisa Robben, Theo Wesbuer, Heiner Möllers sowie Elisabeth und Manfred Biermann.
Nur den Sekt, den sie sich zur Einweihung der Regio-Box genehmigten, hatten sie nicht in die Bedienstation gepackt: (v.l.) Oliver Kunath, Christoph Thihatmer, Günter Dinkhoff, Luisa Robben, Theo Wesbuer, Heiner Möllers sowie Elisabeth und Manfred Biermann. Foto: Martin Fahlbusch

„Wir sind eher ein wenig altbacken“, grinst Manfred Biermann . „Deshalb haben wir uns bei der Entscheidung, einen modernen Automaten aufzustellen, der mit regionalen Produkten bestückt ist, zunächst etwas schwer getan und uns ein wenig schubsen lassen müssen“, ergänzt Ehefrau Elisabeth. Ende gut – Automat steht: Seit Samstag ist darüber der Einkauf an der Brookstraße 1 (auf dem Gelände von Autohaus Dinkhoff) möglich.

Der Selbstbedienungs-Service ist vor allem seit vergangenem Sommer an vielen Orten im Münsterland bekannt geworden. Grill-Fans haben sich dort mitunter noch zu später Stunde mit Fleisch eingedeckt. Biermanns dagegen entschieden sich für eine breitere Produktpalette: Lebensmittel, die bevorzugt aus Ochtrup und der näheren Umgebung stammen. So ist die Biomolkerei Söbbeke aus Epe mit Bio-Milch, -Quark, -Butter und -Käse vertreten. Christoph Tiebuer liefert die Kartoffeln, Heiner Möllers im Sommer die frischen Erdbeeren vom Feld. Die Metzgerei Frank Oelerich bestückt den temperierten Schrank mit saisonalen Eintöpfen (zur Zeit sind das Gulasch- und Gyrossuppe), mit Leberwurst im Glas, Brat- und Currywurst. Biermanns selber steuern die frischen Eier bei: im 6er und im 10er Karton, beides in den Größen L und M. Klar, dass bei diesem Sortiment die Nachspeise nicht fehlen darf. Da haben die Biermanns ins niederländische Nachbarländle geäugt und sich für Vla entschieden.

„Die Auswahl für die Erstbestückung ist aber nicht auf alle Zeiten in Stein gemeißelt“, betonen die Eheleute. „Wir testen damit an, was die Kunden wünschen.“ Da der persönliche Kontakt bei diesem Selbstbedienungs-Angebot kaum gegeben ist, wird seitlich ein Briefkasten installiert, in den die Käufer Wünsche und Anregungen einwerfen können.

„Man muss mit der Zeit gehen“, hat übrigens Oliver Kunath seine Schwiegereltern zu diesem Schritt überredet: „Vor allem die junge Generation kauft oft spontan. Und sie will nicht lange an der Kasse stehen und warten“, ist Kunath überzeugt. Da er selbst bei dem Automaten-Hersteller beschäftigt ist, konnte er Manfred und Elisabeth Biermann mit Informationen aus erster Hand versorgen. Und so manche Bedenken ausräumen.

Vor allem die Technik, die hinter alledem steht, hat die Geflügelhof-Besitzer doch sehr beeindruckt: Per App kann der „Kühlschrank“ samt Inhalt virtuell aufs Handy geladen werden. Da zeigt ein Blick dann den Füllstand für jedes einzelne der 20 verschiedenen Lebensmittel an. Natürlich gibt das Smartphone auch Aufschluss darüber, welche Temperaturbedingungen in dem Behältnis herrschen. Selbst der Hinweis darauf, wie viel Geld in der Kassette klimpert, fehlt nicht. „Über Manipulationen würden wir sofort per Alarm benachrichtigt“, warnt Oliver Kunath in dem Zusammenhang. Zudem ist der Automat videoüberwacht.

„Es ist eine Alternative zum normalen Tagesgeschäft“, wissen die Biermanns, die rund 8000 Legehennen auf ihrem Hof versorgen. 80 Prozent des Umsatzes kamen bislang über den Haustürverkauf, bei dem die Kunden regelmäßig in wechselnden Touren angefahren werden, zustande. „Genau dies ist auch ein Plus für den Regio-Automaten“, unterstreicht Schwiegersohn Oliver Kunath. „Der Name, der seit Jahren für Qualität bürgt, und die Markenbindung sind wesentliche Faktoren, die das Angebot über die neue Verkaufsschiene erst funktionieren lassen.“

Die Eheleute Biermann sind gespannt, wie sich die Zukunft für sie damit entwickelt. Wobei Manfred Biermann, ganz typischer Münsterländer, mit einem Schmunzeln ein wenig vor sich hin brummelt: „Ich geh‘ trotzdem lieber in den Stall.“

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