Jugendcafé Freiraum feiert zehnjähriges Bestehen
Freiwilligkeit ist oberste Maxime

Ochtrup -

„Unsere Intention war stets ein offenes Angebot. Eines, das auf Freiwilligkeit beruht. Die Kinder und Jugendlichen sind heute oft so durchgeplant, dass sie genau diese Linie zu schätzen wissen. Sie können kommen, wenn sie mögen, aber auch wieder gehen, wenn sie keine Lust mehr haben“, umreißt Jörg Eßlage, Leiter des Jugendcafés Freiraum die Maxime der Einrichtung, die seit nunmehr zehn Jahren bestens funktioniert.

Donnerstag, 03.01.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 06.01.2019, 14:39 Uhr
Das Freiraum-Team (v.l.: Vera Hartmann, Reinhard Vinkelau, Jörg Eßlage, Lukas Holtkamp und Fabian Post) hat drei Aktionen für die „Feier-Tage“ vorbereitet: Neben einem Gottesdienst gibt es je einen Programm- und Aktionsteil für die Jüngeren und einen – musikalisch geprägt – für die Älteren.
Das Freiraum-Team (v.l.: Vera Hartmann, Reinhard Vinkelau, Jörg Eßlage, Lukas Holtkamp und Fabian Post) hat drei Aktionen für die „Feier-Tage“ vorbereitet: Neben einem Gottesdienst gibt es je einen Programm- und Aktionsteil für die Jüngeren und einen – musikalisch geprägt – für die Älteren. Foto: Susanne Menzel

Eßlage selbst hatte „schon vor zehn Jahren hier im Gebäude im Keller gesessen, als der Umzug vom Hubertusheim an die Marienstraße 3 beschlossen wurde. Ab da haben wir dann zusammengearbeitet. Neben der Kirchengemeinde ist auch die Diakonie noch mit aufgesprungen. Dadurch ist bis heute nicht mehr jedes Angebot von einem einzigen Mitarbeiter abhängig, und wir können uns wesentlich breiter aufstellen.“ So besteht das aktuelle Team neben Jörg Eßlage noch aus Vera Hartmann (zuständig für den Kinderbereich), Lukas Holtkamp, Fabian Post und Reinhard Vinkelau, der zwar inzwischen in Welbergen aktiv ist, aber immer noch als wesentlicher Teil des Freiraum-Netzwerkes gilt.

Geändert hat sich an der Grundhaltung der Jugendcafé-Akteure im vergangenen Jahrzehnt nicht all zu viel: „Wir wollten stets die Besucherklientel zwischen sechs und 26 Jahren mit den unterschiedlichsten Interessen ansprechen“, umreißt Jörg Eßlage. Das haben die Erwachsenen gut gemeistert, wirft man einen kleinen Blick auf die Statistik: 15 000 Kontakte pro Jahr stehen da auf der positiv-Seite.

Eine Vernetzung mit den Schulen vor Ort, eine Einbindung in den Suchtpräventionsbereich sind ebenso aufgelistet. „Aber wir sind trotzdem kein Ableger von Schule. Wir haben uns immer ganz bewusst dagegen entschieden, in Schulräume zu ziehen oder – wie es in anderen Kommunen mitunter gemacht wird – in die OGS mit eingebunden zu sein. Das ist ein Mischmasch aus verschiedenen Töpfen. Hier können sich die Jugendlichen auf neutralem Boden treffen“, betont Reinhard Vinkelau. Und genau diese Neutralität wüssten sie zu schätzen.

Klar, so geben Eßlage und Vinkelau zu, hätten sich die Interessen bei den jugendlichen Besuchern im Laufe der Zeit verschoben. „Die sozialen Medien spielen heute eine wesentliche Rolle.“ Aber im Freiraum wären die Kids und jungen Erwachsenen durchaus auch in der Lage, das Handy mal aus der Hand zu legen und ihren Fokus auf andere Dinge zu richten. „Mit dem Billardtisch, dem Kicker oder der Dartscheibe können wir manche Nüsse knacken“, schmunzelt Jörg Eßlage. Und auch die musikalischen Möglichkeiten in den Räumen seien nicht zu verachten.

Waren früher allerdings eher Bandgründungen hipp, ist es nun mehr der Hipp-Hopp. „Und das zieht trotz WLAN im Haus“, grinst Reinhard Vinkelau.

Sich platzieren konnte der Freiraum vor allem auch mit den Kreativprogrammen für die Jüngeren, die Grundschüler. Das Kinder-Café oder auch Ferienfreizeitaktionen sind zu einer festen Größe in den Kalendern des Nachwuchses geworden.

„Im Grunde sind wir für unsere Gäste hier manchmal auch ein Übersetzer der Erwachsenenwelt“, meint Eßlage. „Wobei wir aber immer wieder betonen, dass wir Beratung zwischen Tür und Angel anbieten. Wer mag, kann mit uns reden. Die Intensität des Kontaktes allerdings bestimmen die Jugendlichen. Sie wissen, wir sind hier keine Therapieeinrichtung.“

Erfreut ist das Team darüber, „dass wir auch im Jahre elf unseres Bestehens noch besser werden können“, betont der Jugendcafé-Leiter: „Dazu trägt bei, dass der Landesmittelantrag, den wir mit viel Detailarbeit vorbereitet haben, genehmigt wurde. Mit diesen Geldern werden wir das musikalische Arbeitsfeld weiter ausbauen.“

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