Unbekannte stecken Holzobjekt am Westwall in Brand
Sie wollten nicht spielen

Ochtrup -

„Opa, warum ist da dieses Band? Ich möchte doch gerne dort auf dem Podest laufen!“ Der etwa vierjährige Bub schaut sein erwachsenes Gegenüber mit bittenden Augen an. Opa schüttelt unterdessen mit dem Kopf. „Ich glaube, das geht momentan nicht. Das rot-weiße Band soll dir sagen, dass die Fläche gesperrt ist. Irgendwas hat hier scheinbar gebrannt, wenn du da an der Spitze der Konstruktion auf die schwarze Fläche schaust.“ Der Knirps gibt sich nur widerwillig mit der Erklärung zufrieden, folgt dann leicht murrend seinem größeren Bruder auf die Rutsche.

Freitag, 04.01.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 04.01.2019, 13:04 Uhr
Verbrannt ist die Spitze des Holzobjektes auf dem Spielplatz am Westwall. Der Müll (r.) soll am Freitag beseitigt werden.
Verbrannt ist die Spitze des Holzobjektes auf dem Spielplatz am Westwall. Der Müll (r.) soll am Freitag beseitigt werden. Foto: Susanne Menzel

Grund für die Sicherheitsmaßnahme ist eine Zündelei von Unbekannten in der ersten Nacht des neuen Jahres. Laut Polizei hatten sich Unbekannte am 1. Januar gegen 23.50 Uhr daran gemacht, auf der neuen Spielfläche am Westwall ein Feuer zu legen. Die Flammen beschädigten das Holzobjekt auf einer Fläche von etwa zwei Quadratmetern, bevor die herbeigerufene Feuerwehr eingreifen und den Brand löschen konnte. Die Polizei sucht zu dem Vorfall noch Zeugen und bittet um Hinweise unter Telefon 0 25 53 / 93 56 41 55.

Die Stadtverwaltung hat das Areal fürs Erste gesperrt. „Aus Sicherheitsgründen, schließlich handelt es sich hier um eine Gefahrenstelle“, wie Sabine Hartmann, stellvertretende Fachbereichsleiterin des Amtes für Planen, Bauen und Umwelt, auf WN-Nachfrage erklärt.

Da auch in der Verwaltung bei vielen Mitarbeitern in dieser Woche noch Urlaubszeit angesagt ist, habe man den Schaden noch nicht genau abschätzen können. Sabine Hartmann: „Zur Höhe kann ich aus diesen Gründen nichts sagen. Die muss nächste Woche ermittelt werden.“ Dann könne man auch mit Fachkräften überlegen, wie der Schaden repariert werden kann und welche Kosten dafür anfallen.

Vandalismus hat es auch in der Vergangenheit bereits an der Bastion gegeben, bedauert Hartmann: „Da wurden die seitlich aufgestellten Bänke mutwillig aus ihrer Verankerung herausgerissen.“ In den nächsten Tagen sollen deshalb unter Einbeziehung des Ordnungsamtes Gespräche stattfinden, „wie wir hier zukünftig weiter verfahren und ob möglicherweise Kontrollen angebracht und realisierbar sind.“

Da sich die Fläche inmitten in der Stadt bei vielen Bürgern zu einem beliebten Aufenthaltsort – besonders auch in den Sommermonaten – entwickelt habe, „ist dies übrigens der einzige Spielplatz, der wöchentlich und zum Teil von Hand gereinigt wird“, ergänzt die stellvertretende Amtsleiterin. Jeden Freitag, wenn die Kehrmaschine im Einsatz ist, machen die Mitarbeiter auch am Westwall Station und sammeln den Müll auf. In dieser Woche haben sie damit speziell auf der Grünfläche um die Boden-Trampoline herum einiges zu tun. Etliches an Konfetti und Böllerresten liegt dort seit der Silvesternacht.

Wobei das Erscheinungsbild in der Töpferstadt ansonsten nach Silvester recht positiv ins Auge sticht, wie auch Sabine Hartmann bestätigt: „Als ich am Mittwochmorgen durch die Stadt gegangen bin, waren nur noch vereinzelt Dreckecken zu sehen. Mittags waren davon bereits viele beseitigt.“ Im Grunde, so betont sie, seien die Bürger ohnehin laut Satzung dazu verpflichtet, vor der eigenen Haustür zu kehren. „Aber es ist wie immer im Leben: Einige tun es, andere leider nicht.“ In Ochtrup scheinen die meisten den guten Vorsatz gefasst zu haben, das neue Jahr besenrein zu beginnen.

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