Amtsgericht verurteilt 32-Jährigen zu Geldstrafe
Mann droht seinem Vermieter nach Rauswurf

Ochtrup/Steinfurt -

Nachdem sein Vermieter ihm die Wohnung gekündigt hatte, reagierte ein 32-jähriger Familienvater mit Beleidigung, Nötigung und Bedrohung – und wurde dafür vor dem Amtsgericht Steinfurt zu einer Geldstrafe verurteilt.

Freitag, 11.01.2019, 08:00 Uhr
Das Amtsgericht in Steinfurt.
Das Amtsgericht in Steinfurt. Foto: Mike Oelerich

Nein, mit seiner Strafe von 90 Tagessätzen à zehn Euro war der 32-jährige Angeklagte nicht einverstanden und kündigte noch im Gerichtssaal Berufung an. Zu seiner Verurteilung wegen Beleidigung, Nötigung und Bedrohung war es gekommen, nachdem der Ochtruper gegen einen wegen dieser Anschuldigungen verhängten Strafbefehl Widerspruch geltend gemacht hatte.

Der als Zeuge geladene Geschädigte, ebenfalls aus Ochtrup, legte bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht Steinfurt nachdrücklich dar, dass er von dem vierfachen Familienvater an dessen Wohnungstür als „Stück Scheiße“, als „Jude“ beziehungsweise sich dem Benehmen nach wie ein Zionist verhalten habe – wobei die exakte Formulierung nicht endgültig geklärt werden konnte, der beleidigende Charakter aber deutlich war.

Was den 74-jährigen Vermieter aber gänzlich aus der Fassung gebracht hatte, war die Ankündigung seines ehemaligen Mieters, ihm brutale körperliche Gewalt und erniedrigende sexuelle Übergriffe durch ihn oder einen strafunmündigen Dritten anzudrohen.

„Der ist mir so nahe gekommen in seinem Zorn, dass ich mir nachher das Gesicht abtrocknen musste. Ich bin umgehend zur Polizei gefahren und habe Anzeige erstattet“, so der Zeuge. „Über drei Jahre hat sich dieser Herr um meine Anliegen, Anfragen, Reparaturwünsche und Regelungen als Mieter nicht die Bohne gekümmert. Aber als ich gekündigt hatte, hat er mich immer wieder bedrängt, kurzfristige Besichtigungstermine für Nachmieter vorzuschlagen, mich mit Whats­App-Anfragen nahezu täglich genervt und teilweise über unsere Kinder versucht, sich Zugang zu unserer Wohnung beziehungsweise unserem Grundstück zu verschaffen. Ich wollte diesen Typen nicht mehr bei uns sehen“, so der in Duderstadt geborene Angeklagte.

Als dann am 20. Mai 2018 der Vermieter auf seinen Mietvertrag pochend wohl unangekündigt den Fuß in die von seiner Frau geöffneten Wohnungstür setzte, seien ihm die Nerven durchgegangen und er wäre beleidigend geworden, gestand der Angeklagte. Der früher mehrfach und einschlägig Vorbestrafte wollte aber von der maßlosen Bedrohung nichts wissen. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft und die Richterin waren sich bei der Höhe des Strafmaßes am Ende nahezu einig.

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