Straßenverkehr in Ochtrup
An manchen Stellen ist es kniffelig

Ochtrup -

Wenn sich einer im Straßenverkehr und mit den dazugehörigen Regeln auskennt, dann ist das wohl Franz-Josef Henrichmann. Fast 50 Jahre hat der 78-jährige Ochtruper als Fahrlehrer gearbeitet und dabei 4800 Schülern das Autofahren beigebracht. Mit den WN ist er nun durch die Töpferstadt gefahren und hat ein paar beispielhafte Stellen im Innenstadtbereich ausgemacht, wo es mitunter kniffelig werden kann.

Freitag, 11.01.2019, 10:00 Uhr
An der Kreuzung von Fürstenberg- und Horststraße – an dieser Stelle gilt Rechts vor Links – kommt man ohnen Handzeichen nicht weiter, sagt der ehemalige Fahrlehrer Franz-Josef Henrichmann (kl. Bild).
An der Kreuzung von Fürstenberg- und Horststraße – an dieser Stelle gilt Rechts vor Links – kommt man ohnen Handzeichen nicht weiter, sagt der ehemalige Fahrlehrer Franz-Josef Henrichmann (kl. Bild). Foto: Heidrun Riese/Anne Steven

► Eine solche Stelle ist die Kreuzung von Töpfer- und Marienstraße direkt hinter dem Töpfereimuseum. Henrichmann befährt den Bereich auf der Marienstraße Richtung Kirche. Ein Verkehrsschild – rotes Dreieck mit schwarzem Kreuz – warnt den Verkehrsteilnehmer vor einer Kreuzung mit Vorfahrt von rechts. „Verkehrsteilnehmer, die aus der Töpferstraße kommen, haben Vorfahrt“, erläutert Henrichmann. Doch leider erfahren Letztere dies nicht, weil es an der Töpferstraße keinen Hinweis gibt. Sie gehen also davon aus – immerhin ist die Töpferstraße an dieser Stelle abgesenkt – das die Marienstraße vorfahrtsberechtigt ist. „Eine schwierige Situation“, meint der ehemalige Fahrlehrer.

► Ähnliche Probleme können an der Kreuzung von Fürstenberg- und Horststraße entstehen. Dort ist immerhin die Vorfahrt (Rechts vor Links) eindeutig geklärt. Doch wenn von allen Seiten – ausgenommen das Stück Fürstenbergstraße in Richtung K+K-Markt, dort ist aufgrund der Baustelle derzeit eine Einbahnstraßenregelung – Autos an die Kreuzung heranfahren, wird es kritisch. „Im Unterricht haben wir immer gesagt: ‚Warten bis alle weg sind’“, setzt sich Henrichmann für eine defensive Fahrweise ein. Und: „Ohne Handzeichen kommt man hier nicht weiter.“ Erschwert werde die Lage durch parkende Autos, die diesen Bereich weiter verengten.

► Eng wird es auch auf der Brook­straße. Henrichmann nähert sich von der Töpferstraße aus. Er möchte links auf die Brookstraße abbiegen. „Hier kommt man sehr schwer weg“, meint er und versucht über eine Reihe parkender Autos hinweg, den Bereich einzusehen. Mittlerweile grenzen Markierungen auf der Fahrbahn das Parken ein, unübersichtlich bleibt es aber, zumal die Straße dort in einem leichten Bogen verläuft. Pendler werden von dieser Stelle das sprichwörtliche Lied singen können.

► Haben sie die Brook­straße passiert und biegen Richtung Innenstadt in die Bahnhofstraße ein, zeigt sich ihnen ein ähnliches Bild. Vor der Arztpraxis und der Apotheke reiht sich ein parkendes Auto an das andere. Entschärft wurde die Situation bereits durch Schraffierungen auf der Fahrbahn, die den Parkraum eingrenzen. Eng und schwer einzusehen ist die Stelle aber immer noch. Doch das sei gerade an dieser Stelle durchaus gewollt, erklärt Bürgermeister Kai Hutzenlaub. Die Stadt leiste sich solche unübersichtlichen Stellen im Straßenverkehr ganz bewusst, um das Tempo herauszunehmen. „Das funktioniert gut“, ist sich der Verwaltungschef sicher und nennt die Kreuzung von Poststraße und Hellstiege als weiteres Beispiel.

Unfallschwerpunkte gibt es in der Töpferstadt übrigens nicht. Das erklärte Reiner Schöttler von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Steinfurt.

Auch der Verkehrsfluss sei in Ochtrup gegeben, findet Henrichmann. Trotz der vielen Baustellen komme man noch recht gut von A nach B. „Natürlich muss man Umwege in Kauf nehmen“, weiß der Ochtruper. Er findet aber, dass das Verkehrsaufkommen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat – natürlich auch bedingt durch das Outlet-Center. Vor allem für die Langzeitparker wünscht er sich mehr Möglichkeiten, ihre Autos abzustellen. Und vielleicht müsse man in diesem Zusammenhang auch einmal darüber nachdenken, das Prinzip des kostenfreien Parkens – auch für Kurzzeitparker – in der Innenstadt in Frage zu stellen. Parkuhren erfüllten in vielen Städten bereits ihren Zweck. Das sieht der Bürgermeister allerdings ganz anders. Da auch am DOC kostenfrei geparkt werden dürfe, müsse dies auch in der Innenstadt gegeben sein, betont er. Ausreichend Parkplätze seien durchaus vorhanden. „Manchmal muss man ein bisschen suchen, aber man findet einen – vielleicht nicht immer direkt vor dem Geschäft.“ Eine Option, die sich Hutzenlaub indes durchaus vorstellen kann, ist, das zeitlich begrenzte Parken (Parkscheiben) auszuweiten.

Henrichmann hat indes für den Straßenverkehr noch den ultimativen Tipp: Ruhe bewahren! Es helfe in den meisten Situationen wenig, auf das eigene Recht zu pochen und sich aufzuregen. Gegenseitige Rücksichtnahme sei da eindeutig die bessere Wahl.

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