Schöffengericht verurteilt Lebensgefährten
Zweifache Mutter erlebte Horrornacht

Ochtrup/Rheine -

Eine Horrornacht erlebte eine 30-jährige zweifache Mutter in der Nacht zum 19. August 2017 in ihrer Wohnung in Ochtrup. Dort besuchte sie ihr stark alkoholisierter Freund. Am Freitag verurteilte ihn das Schöffengericht in Rheine wegen gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung bei verminderter Schuldfähigkeit zu zwei Jahren und sechs Monaten ohne Bewährung.

Samstag, 12.01.2019, 07:00 Uhr
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Symbolbild Foto: dpa

Eine Horrornacht erlebte eine 30-jährige zweifache Mutter in der Nacht zum 19. August 2017 in ihrer Wohnung in Ochtrup. Dort besuchte sie ihr Freund, der unter Alkohol- und Drogeneinfluss stand. Gestern verurteilte ihn das Schöffengericht in Rheine wegen gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Sachbeschädigung bei verminderter Schuldfähigkeit zu zwei Jahren und sechs Monaten ohne Bewährung.

„Für das Opfer bestand Lebensgefahr“, sagte die Richterin in der Urteilsbegründung. Sie sah keine Chance für eine dritte Bewährung, die der Staatsanwalt wegen einer positiven Sozialprognose beantragt hatte. Der Angeklagte ist seit 13 Monaten clean und lebt in Baden-Württemberg im betreuten Wohnen mit Berufsausbildung. Bei der Tat stand er bereits unter zweifacher Bewährung. Insgesamt hatte er 13 Vorstrafen vorzuweisen.

Zu den Taten: Die 30-Jährige kam von ihrer Spätschicht als Verkäuferin nach Hause und wischte um 21.30 Uhr ihr Bad mit Kopfhörern in den Ohren, als ihr Lebensgefährte an der Tür klingelte. Weil sie dies nicht sofort hörte, klingelte er weiter. Sie öffnete. „Wo ist er?“, brüllte der Angeklagte sie an. Er vermutete einen Nebenbuhler bei ihr. Der 30-Jährige suchte, wie das Opfer berichtete, die Wohnung ab und beschimpfte sie als „Schlampe“ und „Nutte“. Als sie ihn hinauswerfen wollte, schlug er ihr auf den Kopf, ins Gesicht und trat sie zu Boden, berichtete sie vor Gericht unter Tränen. Der Angeklagte habe sie aufs Bett geworfen, sich auf sie gesetzt und ihr die Kehle zugedrückt, so dass sie keine Luft mehr bekam. Die Tür hätte er verschlossen und ihr das Handy weggenommen. Die Zeugin rief um Hilfe, wurde aber nicht gehört. Als sie sich schließlich befreien konnte, sei er in die Küche gelaufen und habe ein Messer geholt. Damit schlitzte er ihr T-Shirt und BH auf. „Anschließend hat er mich mit nacktem Oberkörper fotografiert“, sagte sie.

Die Frau erlitt eine Verletzung des Brustwirbels und Blutergüsse am ganzen Körper. Als sie erkannte, dass sie keine Chance gegen ihn hatte, hätte sie ihn beruhigt, bis er eingeschlafen sei. Am nächsten Morgen warf sie ihn aus der Wohnung und drohte mit der Polizei, wenn er nicht sofort gehen würde. Ihre beiden Kinder hatten bei ihren Eltern übernachtet.

„Es tut mir ja leid, aber ich war voll auf Wodka und Koks“, sagte der Angeklagte und behauptete, sich an nichts erinnern zu können. Er sei unter Drogen und Alkohol mit täglicher Gewalt in Steinfurt aufgewachsen. Mit zwölf trank er Alkohol, mit 14 nahm er Drogen. Bereits 2007 saß er in Jugendhaft. Damals bedrohte er seine Mutter mit einem Messer. Es kam zu einer Zwangsunterbringung, „die aber auch nicht viel brachte“, wie es in einem Gutachten hieß. Der medizinische Sachverständige ging von verminderter Schuldfähigkeit aus.

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