Jahresabrechnungen der Stadtwerke
Rund 50 Sperrungen pro Jahr

Ochtrup -

Immer zum Jahresanfang trudelt sie ein: die Jahresabrechnung der Stadtwerke. Doch wer die Kosten für Strom, Wasser und Gas nicht rechtzeitig begleicht, muss mit Konsequenzen rechnen. Nach der zweiten Mahnung sperren die Stadtwerke die Anschlüsse.

Dienstag, 22.01.2019, 06:00 Uhr
Die Stadtwerke verschicken in diesen Tagen die Jahresabrechnungen für Gas, Strom und Wasser. Doch einige Kunden begleichen ihre Rechnungen nur nach mehrmaliger Aufforderung. Im schlimmsten Fall müssen die Anschlüsse gesperrt werden.
Die Stadtwerke verschicken in diesen Tagen die Jahresabrechnungen für Gas, Strom und Wasser. Doch einige Kunden begleichen ihre Rechnungen nur nach mehrmaliger Aufforderung. Im schlimmsten Fall müssen die Anschlüsse gesperrt werden. Foto: Martin Fahlbusch

Im Moment frösteln sicher auch viele Ochtruper. Die Mitarbeiter der Rechnungsabteilung der Stadtwerke Ochtrup – oder wie es heute heißt – des „Shared Services“ um ihren Leiter Markus Kockmann kommen derzeit aber ganz schön ins Schwitzen.

„Seit Mitte November laufen für das personell überschaubare Team die Vorbereitungen für die zu verschickenden Jahresabrechnungen“, erläuterte der kaufmännische Leiter der Stadtwerke, Günter Verboom , am Montagmorgen im Pressegespräch. Da seien auch schon mal Sonderschichten notwendig gewesen. Immerhin beliefern die hiesigen Stadtwerke über 11 500 Kunden mit Strom, Wasser und Gas. Der heutige 22. Januar ist für diese umfangreichen Abrechnungsarbeiten der Stichtag.

Durchaus zufrieden ist Günter Verboom, dass über 80 Prozent der Kunden für das Zahlungs- beziehungsweise Abbuchungsverfahren mittlerweile das SEPA-Mandatsverfahren nutzen. „Für optimale Verläufe kann ich nur die restlichen nicht ganz 17 Prozent unserer Kunden bitten, auch über diesen Schritt nachzudenken“, betont der kaufmännische Leiter. Es gäbe aber eben immer noch Kunden, die Einzelrechnungen gestellt bekämen und die diese dann im normalen Überweisungsverfahren oder sogar bar beglichen. „Ohne das mehrstufige Mahnverfahren kommen wir leider auch nicht aus“, informiert Markus Kockmann. Günter Verboom hat dazu Zahlen parat: „Durchschnittlich müssen wir jährlich rund 2300 erste Mahnungen versenden. Eine weitere Mahnung muss dann immerhin noch an rund 500 Kunden rausgehen.“ Danach greift der Energieversorger zum Äußersten und sperrt – hauptsächlich für Strom und Gas – die Anschlüsse, betonte Günter Verboom.

Auf diese Gefahr werde bereits in den ersten Mahnschreiben hingewiesen: „Der Kunde hat nach der zweiten Mahnung nur noch drei Tage, um den Zahlungsverzug sozusagen ‚zu heilen’.“

Günter Verboom (l.) und Markus Kockmann von den Stadtwerken wissen, dass einige Kunden ihre Rechnungen nur zögerlich begleichen.

Günter Verboom (l.) und Markus Kockmann von den Stadtwerken wissen, dass einige Kunden ihre Rechnungen nur zögerlich begleichen. Foto: Martin Fahlbusch

Jährlich verzeichnen die Stadtwerke rund 50 Sperrungen. „Irgendwann bleibt dann nur noch das gerichtlich bewährte Inkassoverfahren. Das ist – ebenso wie beispielsweise der Zählerausbau bei Gas oder die verplombte Versorgungsunterbrechung – ärgerlich, unangenehm und produziert zusätzliche, erhebliche Kosten“, weiß Günter Verboom. Es gebe aber eben auch die fast notorischen Fälle, bei denen die Ochtruper Stadtwerke nur noch auf dem Vorauszahlungswege Energie und Wasser lieferten. „Früher waren das diese Münzautomaten, heute sind das digital aufladbare Schlüssel, die etwa so wie ein Prepaid-Handy funktionieren“ erklärt Markus Kockmann dieses Verfahren für besondere Kunden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6337439?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Stadtverwaltung muss nachsitzen
196,83 zusätzliche Stellen hat die Verwaltung für 2019 von der Politik gefordert. 
Nachrichten-Ticker