Kammerkonzert in der Villa Winkel
Romantisch bis morbide

Ochtrup -

Myriam Ghani (Querflöte), Katarina Schmidt (Violoncello) und Viktor Soos (Klavier) begeisterten das Publikum in der Villa Winkel am Sonntag mit ihrem Kammerkonzert als „Trio Unico“.

Dienstag, 29.01.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 29.01.2019, 12:32 Uhr
Begeisterten als „Trio Unico“ mit ihrem Kammerkonzert in der Villa Winkel: Myriam Ghani (Querflöte), Katarina Schmidt (Violoncello) und Viktor Soos (Klavier).
Begeisterten als „Trio Unico“ mit ihrem Kammerkonzert in der Villa Winkel: Myriam Ghani (Querflöte), Katarina Schmidt (Violoncello) und Viktor Soos (Klavier). Foto: Martin Fahlbusch

BAKJK ist die Abkürzung für die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler. Seit Jahrzehnten bringt der Deutsche Musikrat junge, talentierte Musiker und ein breites Publikum zusammen. Top-Konzerte sind zu erwarten. So war es auch diesmal wieder. In der Villa Winkel gastierte am frühen Sonntagabend das „Trio Unico“ und erteilte eine brillante Lektion in der „hohen Schule“ der Kammermusik. Ein Höhepunkt der Konzertreihe des Kulturringes der Stadt Ochtrup. Romantische Kostbarkeiten, gepaart mit gemäßigter Moderne faszinierten den Zuhörerkreis.

„Trio Unico“, das sind Myriam Ghani (Querflöte), Katarina Schmidt (Violoncello) und Viktor Soos (Klavier). Man begann mit dem Trio für Klavier, Flöte und Violoncello g-Moll op.63 von Carl Maria von Weber. Melancholisch, elegisch der Einstieg in das Werk, Flöte und Cello bauten behutsam Stimmung auf, an der sich nach und nach auch das Klavier beteiligte. Ein feines, farbiges Klangspektrum wurde gewoben. Spritzig, schwungvoll das Finale mit einer furiosen Schlusssteigerung, in der sich die drei Musiker als homogenes Ensemble erwiesen.

Kühner Sprung

Ein kühner Sprung hinein ins winterliche Buenos Aires mit Astor Piazollas „Inverno porteno“ aus dessen „Vier Jahreszeiten“. Langsam, gefühlvoll im Zusammenspiel der Instrumente bis zum gemeinsamen Schlusspunkt entfaltete sich die morbide, triste Stimmung. Auch in den Klängen von Tango und Jazz fühlten sich die „Unicos“ zu Hause.

Bohislav Martinu, ein tschechischer Weltbürger, dessen Musik geprägt ist von französischem Neoklassizismus und der Tradition des böhmisch-mährischen Musikantentums – deutlich spürbar in seinem Trio für Flöte, Violoncello und Klavier (1944), vom Trio exzellent umgesetzt. Anmutig, kokett, spritzig, stets von großer Klarheit in der Klanglichkeit, kamen auch die schwärmerisch ausgreifenden Episoden nicht zu kurz (Adagio).

Klavier wird zur Flöte

Felix Mendelssohns Klaviertrio d-Moll op.49 bildete den strahlenden Abschluss. Das Klavier wurde hier Flöte und Cello als eigenständiger Klangfaktor gegenübergestellt. Gelegenheit für die Protagonisten, solistisch hervorzutreten, Flöte und Cello überzeugten im Andante mit herrlichen Kantilenen, mitreißend furios das Allegro als rasantes Finale, was den Ruf nach einer Zugabe verstärkt förderte. Noch einmal Piazolla: der „Frühling“ als heller Ausblick.

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