Antiphonar kehrt für einen Tag in die Stiftskirche zurück
Das Buch kräftig aufgeschlagen

Ochtrup -

Das Langenhorster Antiphonar aus dem Jahre 1463 ist am Sonntag für einen Tag an seinen früheren Platz zurückgekehrt. Und fand bei den Kirchenbesuchern ehrfurchtsvolle Beachtung.

Dienstag, 05.02.2019, 06:00 Uhr

Die Glasscheiben der Vitrine sind blitzblank geputzt. Zwischen der Pièta und dem Altarraum steht das Mobiliar an diesem Sonntagnachmittag in der Langenhorster Stiftskirche. Im oberen Regal einige Bücher aus dem Kloster Frenswegen, unten ist die Reproduktion eines Dokuments aus der privaten Briefe­sammlung der Äbtissin von Langenhorst zu sehen. Das mittlere Fach aber ist noch frei. „Hier wird das Antiphonar ausgestellt“, verraten Hildegard Schulze Elshoff und ihre Mitstreiterinnen Bettina Preuß und Sylvia Evers. Sie sind gerade mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt.

  Foto: Irmgard Tappe

Auf dunkelgrünem Samt wird in wenigen Minuten das Antiphonar platziert. Vor etwa 600 Jahren, als Langenhorst noch ein Augustinerinnenkloster war, haben die Nonnen daraus ihre Stundengebete gesungen. Nun hat dieses liturgische Buch für eine Weile das Bistumsarchivar verlassen und ist zurückgekehrt in seine vertraute Kirche. Im Rahmen der Aktion „Finde dein Licht“, die die Arbeitsgemeinschaft „Klosterlandschaft Westfalen-Lippe“ ins Leben gerufen hat, wird es der Mittelpunkt einer kulturell-liturgischen Andacht sein. Und die geht in einer guten Stunde los.

Hildegard Schulze Elshoff streift weiße Handschuhe über und öffnet den grauen Archivkarton, in dem das Liturgiebuch nun schon ein paar hundert Jahre still vor sich hin schlummert. Warum die Handschuhe? „Man sollte nicht mit bloßen Händen in dem Antiphonar blättern. Es könnten Flecken entstehen. Deshalb werden wir es auch hinter Glas verschließen“, sagt die Organisatorin der Veranstaltung, während sie das klösterliche Gesangbuch behutsam hochnimmt und zunächst einmal zum Altar trägt. Ja, bevor das kostbare Stück hinter Glas verschlossen wird, ist ein Blick auf verschiedene Seiten des Gesangbuches gestattet.

  Foto: Irmgard Tappe

Trotz seines Alters ist das Antiphonar sehr gut erhalten. „Der Einband wurde wahrscheinlich im 16. Jahrhundert restauriert“, berichtet Schulze Elshoff und schlägt mit der flachen Hand auf den Ledereinband, so dass sich die Verschlüsse des dicken Buches lösen. „So wurden früher Bücher aufgeschlagen. Und aus dieser Zeit stammt auch der entsprechende Ausdruck“, weiß Schlulze Elshoff. Die Buchseiten sind aus Pergamentpapier. In kunstvollen Kalligraphie-Buchstaben sind darauf die lateinischen Liedtexte geschrieben und mit Noten versehen.

Jetzt aber genug der Vorschau. Die Sänger des Ensembles „Das Chörchen“ treffen ein, und die ersten Kirchenbesucher ebenfalls. Die Organisatorinnen stellen das geöffnete Buch in die Vitrine und schließen die blitzblank geputzte

  Foto: Irmgard Tappe

Glastür.

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