Benjamin Hojas Widmer aus Chile war Gast in der Familie von Veit Flaßkamp
In Ochtrup ist mehr Lametta

ochtrup -

Zwei Monate können schnell vergehen. Anfang Dezember kam Benjamin Hojas Widmer als Austauschschüler nach Ochtrup. Der Chilene war bis zum vergangenen Wochenende zu Gast in der Familie von Veit Flaßkamp. Jetzt steht noch eine zwölftägige Deutschlandreise an, bevor es zurück in die Heimat geht.

Mittwoch, 06.02.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 06.02.2019, 16:20 Uhr
Der chilenische Austauschschüler Benjamin Hojas Widmer (l.) war für zwei Monate zu Gast in der Familie von Veit Flaßkamp.
Der chilenische Austauschschüler Benjamin Hojas Widmer (l.) war für zwei Monate zu Gast in der Familie von Veit Flaßkamp. Foto: Maximilian Stascheit

Viel Zeit zum Überlegen hatten Veit Flaßkamp und seine Familie nicht. Noch gut erinnert sich der 15-jährige Schüler des Gymnasiums an den Dienstagabend Anfang Dezember, als er von seiner Spanischlehrerin erfuhr, dass für drei chilenische Austauschschüler Gastfamilien in Deutschland gesucht würden. Von der Schülervertretung wurde er in die Fachkonferenz Spanisch gewählt, da das Gymnasium dieses Fach mit Beginn des laufenden Schuljahres neu als vierte Fremdsprache eingeführt hat.

Dort berichtete Lehrerin Derya Gadea von der Möglichkeit, in die Kooperation mit der deutschen Schule aus Chile einzusteigen. Nur war die Zeit für Vorbereitungen eben knapp bemessen: Schon fünf Tage später sollten die chilenischen Schüler eintreffen und sich auf Gastfamilien in ganz Deutschland verteilen.

Spontane Entscheidung

„Ich habe meinen Eltern noch am selben Abend davon erzählt und gefragt, ob wir nicht einen chilenischen Schüler für acht Wochen bei uns aufnehmen könnten“, berichtet Veit Flaßkamp. Da seine Mutter als Schülerin selbst für einen Auslandsaufenthalt nach Japan gereist und ihr die Bedeutung von Schüleraustauschprogrammen daher bewusst war, stimmte sie dem Vorhaben schnell zu. „Und Papa konnten wir dann auch gemeinsam von der Idee überzeugen“, erzählt Veit Flaßkamp schmunzelnd. Spätestens, als er zwei Tage später den Steckbrief von Benjamin Hojas Widmer bekam, sei ihm klar gewesen, dass die Entscheidung auf jeden Fall richtig war.

Acht Wochen lebte der 16-Jährige in der Familie von Veit Flaßkamp und verbrachte daher auch die Weihnachtszeit in der Töpferstadt. „Hier in Deutschland hat Weihnachten eine noch größere Bedeutung als bei uns“, erzählt der Schüler in fließendem Deutsch. Vor allem die Vorbereitung auf das große Fest und die viele Dekoration habe ihn beeindruckt. „Obwohl meine Heimatstadt Témuco über 200 000 Einwohner hat, gibt es in der Ochtruper Innenstadt deutlich mehr Weihnachtsbeleuchtung“, berichtet Benjamin fasziniert. Auch die schönen Kirchen in der Stadt hätten ihn begeistert.

Kulturunterschiede

Zu Weihnachten schenkte seine Familie ihm ein Trikot von Borussia Mönchengladbach und nahm ihm mit zum Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Außerdem begleitete er Veit zum Fußballtraining beim FSV Ochtrup und spielte selber Basketball beim SC Arminia. „Auch in den Freundeskreis von Veit habe ich mich schnell integriert. Nur an die Pünktlichkeit musste ich mich gewöhnen“, berichtet er und erntet lachende Zustimmung seines Austauschpartners. „Hier ist es ja schon schlimm, wenn man eine halbe Stunde später kommt. Aber wenn ich mich in Chile zu 20 Uhr mit meinen Freunden verabrede, ist vor 22 Uhr niemand da“, nennt er einen wesentlichen Unterschied zwischen den Kulturen.

„Heimweh hatte ich eigentlich nicht“, erzählt er am letzten Abend vor der Abreise, „aber meine Familie habe ich schon ein bisschen vermisst“. Auf die wird er auch noch eine Weile verzichten müssen, denn zunächst startete er am Montagmorgen gemeinsam mit seinen chilenischen Mitschülern zu einer zwölftägigen Deutschlandreise. Anschließend geht es mit drei Freunden noch weiter quer durch Europa, bevor er Ende Februar zurück in die Heimat fliegt.

Endgültig verabschieden musste er sich von Veit jedoch noch nicht. Im Sommer steht nämlich dessen sechswöchiger Gegenbesuch in Témuco an.

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