„Strauhspier“ und Elisabeth Georges in der Vechtehalle
Von Kabusköppen und Strohhalmen

Ochtrup -

Plattdeutsch in jeglicher Form gab es am Sonntagnachmittag in der Vechtehalle. Auf der Bühne standen die Gruppe „Strauhspier“ und Schauspielerin Elisabeth Georges. Das Publikum hatte jede Menge zu lachen.

Dienstag, 19.02.2019, 05:00 Uhr
Herzlich gelacht wurde am Sonntag beim Auftritt der Gruppe „Strauhspie“ in der Vechtehalle. Und auch Schauspielerin Elisabeth Georges gelang es, ihr Publikum zu begeistern.
Herzlich gelacht wurde am Sonntag beim Auftritt der Gruppe „Strauhspie“ in der Vechtehalle. Und auch Schauspielerin Elisabeth Georges gelang es, ihr Publikum zu begeistern. Foto: Irmgard Tappe

Die plattdeutsche Mundart ist dem Heimatverein eine Herzenssache. Das lässt auch der Vorsitzende Manfred Schründer durchblicken, als er am Sonntagnachmittag die zahlreichen Besucher in der Vechtehalle willkommen heißt. Die lassen sich Kaffee, Schnittchen und Rosinenstuten schmecken, während das plattdeutsche Trio „Strauhspier“ schon mal die Instrumente stimmt. „Strauhspier ist der Strohhalm, an dem sich alle festhalten können, die das Mönsterländer Platt nicht aussterben lassen wollen“, behaupten die drei Liedermacher von sich.

Dass das nicht gelogen ist, beweisen Hermi Sürken, Nikolaus Evers und Helmut Schnieders umgehend. Sie legen los mit „Allet wät guot“. Dieses besinnliche Gedicht von Otto Pötter, das von den Tücken und Freuden des Lebens erzählt, haben die drei Strohhalme vertont und bringen es gefühlvoll zu Gehör. „Gleichzeitig ist das auch der Titel unserer neuen CD“, verrät Nikolaus Evers. Die Drei servieren ein buntes Spektrum ihrer Interpretationen. Darunter Blues und Swing, aber auch rockig Verpacktes oder jazzig Garniertes. In anderen Liedern besingen sie ihre Jugend an der Ems und streuen dabei einen Hauch Romantik ins Publikum. Selbstverständlich wird ausschließlich „up Platt“gesungen. Sogar einem Song von John Lennon haben sie in feinster Strauhspier-Manier ein plattdeutsches Gewand übergestülpt.

Elisabeth Georges.

Elisabeth Georges. Foto: Irmgard Tappe

Auch Elisabeth Georges kennt Platt von Kindesbeinen an. Sie ist „zweisprachig“ aufgewachsen und die plattdeutsche Sprache ist ein Teil ihres Lebens geblieben. Die Münsteranerin ist „de Baas“ (Chefin) der niederdeutschen Bühne in Münster und eine Frau mit jahrelanger Bühnenerfahrung. Am Sonntag begeistert sie ihr Publikum mit herzerfrischenden „Vertellekes“ aus dem Alltag sowie Anekdoten von Augustin Wibbelt und anderen plattdeutschen Dichtern. Augenzwinkernd charakterisiert sie den typischen Münsterländer. Dabei hält sie unter anderem jenen Männern den Spiegel vor, die sich gern vor dem Einkaufsbummel drücken. Besonders die Frauen im Saal amüsieren sich köstlich, als Georges von der Frau berichtet, die ihrem Mann einen neuen Hut kaufen wollte. Statt des widerspenstigen Gatten habe sie einen „Kabuskopp“ mit ins Hutgeschäft genommen. Und der hatte exakt den gleichen Kopfumfang wie besagter Ehemann.

Elisabeth Georges greift außerdem Themen aus verschiedenen Lebensbereichen auf. Sie erzählt lustige und besinnliche Begebenheiten rund um die Liebe und nimmt ihre Zuhörer mit auf Reisen. Dabei lernen die Anwesenden auch Leißings Oma kennen, die mit ihrem Enkel Jüppken eine Fahrt mit dem Zug unternimmt und dem Mann vom Fahrkartenschalter in Münsters Hauptbahnhof gewaltig auf die Nerven geht.

Sowohl den Liedermachern „Strauhspier“ als auch Elisabeth Georges gelingt es, das Publikum zu begeistern während dieses kurzweiligen Nachmittags mit viel Musik und pointenreicher Unterhaltung.

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