Kräht der Hahn auf dem Mist . . .
 . . . fliegen im Kuhstall die Hornspäne

Ochtrup -

„Kräht der Hahn auf dem Mist, . . .“, heißt die Serie, in der die Westfälischen Nachrichten die Ochtruper Landwirte durch das Jahr begleiten und ihnen bei ihrer täglichen Arbeit über die Schulter schauen. Diesmal waren wir zu Besuch auf dem Hof von Jan Franke in der Wester. Dort stand die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm.

Donnerstag, 21.02.2019, 06:00 Uhr
Da fliegen die Hornspäne: Mit einer Art Winkelschleifer bearbeitet Klauenpfleger Gerhard Tijink die Klauen der Kühe.
Da fliegen die Hornspäne: Mit einer Art Winkelschleifer bearbeitet Klauenpfleger Gerhard Tijink die Klauen der Kühe. Foto: Anne Steven

Auf dem Hof von Jan Franke ist es am Mittwochmorgen unruhig. Bei den Rindern steht die Klauenpflege an. „Kühe sind Gewohnheitstiere. Die merken sofort, wenn der normale Ablauf verändert wird“, weiß der Landwirt. Auch Hofhund Boris ist aufgekratzt und tut dies lautstark kund. „Großer Name, kleiner Hund“, meint Jan Franke lachend und schiebt den winzigen Mischling ins Büro zurück. Heute darf der kleine Kläffer nicht mit in den Kuhstall. „Aber morgen gehen wir wieder zusammen die Kälber füttern“, verspricht Jan Franke ihm noch im Hinausgehen. Boris findet diese Absprache doof und gibt dies erneut lautstark zu verstehen. Doch sein Herrchen ist da streng.

Im Stall hat derweil Gerhard Tijink seinen Trimmmaster aufgebaut. „Kühe sind von Natur aus neugierig – Frauen eben“, meint Jan Franke augenzwinkernd. Deshalb sei es kein Problem, sie an die ungewohnte Klauenpflege-Box heranzuführen. „Einige Ältere kennen das Prozedere natürlich schon. Aber es tut ihnen ja nicht weh“, weiß der Bauer.

So warten die Kühe geduldig, bis sie an der Reihe sind. Eine nach der anderen steigt in die Box des Klauenpflegers. Und dann fliegen auch schon die Hornspäne. Alle drei Wochen rollt der Fachmann auf dem Hof Franke an, und nimmt sich jedes Mal etwa 20 Tiere für die Klauenpflege vor.

Kräht der Hahn auf dem Mist, fliegen im Kuhstall die Hornspäne

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  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

    Foto: Anne Steven
  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

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  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

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  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

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  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

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  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

    Foto: Anne Steven
  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

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  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

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  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

    Foto: Anne Steven
  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

    Foto: Anne Steven
  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

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  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

    Foto: Anne Steven
  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

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  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

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  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

    Foto: Anne Steven
  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

    Foto: Anne Steven
  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

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  • Auf dem Hof von Jan Franke stand jetzt die Klauenpflege der Rinder auf dem Programm. Im Durcschnitt zwei Mal jährlich lässt der Landwirt die Hufe seiner Kühe kontrollieren.

    Foto: Anne Steven
  • Bei dieser Kuh hat sich ein Geschwür gebildet. Ein Holzklotz sorgt für Entlastung. Gegen das Geschwür helfen Salbe und ein Verband.

    Foto: Anne Steven
  • Bei dieser Kuh hat sich ein Geschwür gebildet. Ein Holzklotz sorgt für Entlastung. Gegen das Geschwür helfen Salbe und ein Verband.

    Foto: Anne Steven
  • Bei dieser Kuh hat sich ein Geschwür gebildet. Ein Holzklotz sorgt für Entlastung. Gegen das Geschwür helfen Salbe und ein Verband.

    Foto: Anne Steven
  • Bei dieser Kuh hat sich ein Geschwür gebildet. Ein Holzklotz sorgt für Entlastung. Gegen das Geschwür helfen Salbe und ein Verband.

    Foto: Anne Steven
  • Bei dieser Kuh hat sich ein Geschwür gebildet. Ein Holzklotz sorgt für Entlastung. Gegen das Geschwür helfen Salbe und ein Verband.

    Foto: Anne Steven
  • Bei dieser Kuh hat sich ein Geschwür gebildet. Ein Holzklotz sorgt für Entlastung. Gegen das Geschwür helfen Salbe und ein Verband.

    Foto: Anne Steven

Sein Master-Trimmer ist höhenverstellbar und mit Aufhängevorrichtungen für jedes Tierbein ausgestattet. Jan Franke hat zuvor seine 250 Milchkühe gecheckt und festgestellt, welche dieses Mal zur Pediküre antreten müssen. „Das ist ganz unterschiedlich. Manche Tiere brauchen die Klauenpflege nur ein Mal im Jahr, andere häufiger – wie beim Menschen auch“, meint er schmunzelnd, während sich Nummer 155 vorsichtig dem Master-Trimmer nähert.

Das Tier ist zum ersten Mal bei der Klauenpflege und etwas nervös. „Solange der Bauer ruhig bleibt, ist das alles kein Problem“, weiß Gerhard Tijink aus Erfahrung und schiebt seine zögernde Kundin in die ungewohnte Box.

Dann geht alles ruck-zuck. Zuerst wird das Bein angewinkelt. Den Huf säubert der Klauenpfleger mit einem Besen, dann kommt eine Art Winkelschleifer zum Einsatz, der die Hornspäne fliegen lässt. „Das sieht gut aus. Sie hat kein Geschwür“, stellt Gerhard Tijink fest und macht den Feinschliff per Hand. Zum Schluss kommt noch ein bisschen Desinfektionsmittel auf die Klaue, fertig. Vorne öffnet sich die Box und Nummer 155 ist entlassen.

„Die Kühe sind neun Monate tragend. Nach dem Kalben werden sie wieder besamt und dann gibt es einen Zeitraum von vielleicht zwei Monaten, in denen sie keine Milch geben. Sie fallen trocken, sagen wir dazu“, erklärt Jan Franke. Und bevor die Kühe in diesen zweimonatigen Urlaub gehen, kommt der Klauenpfleger. Außerdem natürlich bei Bedarf. Kleinere Handgriffe erledigt der Landwirt zwischendurch auch selbst. Doch grundsätzlich sei ein Fachmann besser.

Manche Kollegen versuchten, an der Kuh-Pediküre zu sparen, weiß Jan Franke. Doch das sei keine gute Idee. „Die Kühe sind wie Top-Sportler. Die müssen sich wohlfühlen.“ Der 55-Jährige gibt jedem seiner Tiere einen Namen. „Sonst habe ich so ein leeres Gefühl“, meint der Ochtruper und krault ganz selbstvergessen den Kopf einer schwarz-weiß gefleckten Lady. Er liebt seine Tiere und seinen Beruf. „Sonst brauchst du den Job nicht machen“, ist Jan Franke überzeugt.

Und auch deshalb fällt ihm auf, wenn es einem seiner Tiere mal nicht gut geht. „Das Gleichgewicht muss stimmen“, weiß der Landwirt, dass nicht nur Futter und ausreichend Bewegung bei den Kühen eine Rolle spielen. Heißes Wetter mögen sie zum Beispiel auch nicht. Deshalb hat er Ventilatoren im Stall installiert. Und weich aufgeschüttete Liegebuchten gibt es auch. „Das mögen die Kühe“, sagt auch Gerhard Tijink und verfrachtet die nächste Pediküre-Kandidatin in die Box. „Oh, die hat ein Geschwür“, stellt er rasch fest und macht sich an die Arbeit. Gekonnt bringt er die Klaue in Form, dann klebt er einen Holzklotz auf die Trittfläche. So werde der Teil mit dem Geschwür entlastet, erklärt der Fachmann. Gegen das Geschwür selbst gibt es eine Salbe und einen hübschen grünen Verband. „Der bleibt etwa eine Woche drauf“, ergänzt Jan Franke. Der Holzklotz trete sich nach einigen Wochen von alleine ab. „Oder ich entferne ihn bei der nächsten Runde“, fügt Gerhard Tijink an. Seine nächste Kundin steht schon bereit. Und dann fliegen wieder die Hornspäne.

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