Artenvielfalt soll auch auf den Äckern in Ochtrup herrschen
. . . sät der Bauer Blumen aus

Ochtrup -

Ein paar Nächte lang hat Jürgen Bußmann hin und her überlegt, wie er die Idee des Landwirtschaftlichen Ortsvereins in die Tat umsetzen kann. Inspiriert von dem Bürgerbegehren Artenvielfalt in Bayern wollten auch die Landwirte in Och­trup etwas für den Lebensraum von Insekten tun – aber nicht nur auf dem Papier, sondern ganz aktiv.

Samstag, 02.03.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 02.03.2019, 07:02 Uhr
Bilden ein Team: (v.l.) Landwirt Jürgen Bußmann mit den Imkern Franz Holtmannspötter und Hendrik Pelster
Bilden ein Team: (v.l.) Landwirt Jürgen Bußmann mit den Imkern Franz Holtmannspötter und Hendrik Pelster Foto: Anne Steven

Ihre Idee: eine bunte Blumenwiese wo sonst Ackerland war. Jürgen Bußmann hat dafür die Fläche – immerhin drei Hektar – zur Verfügung gestellt.

Nur ganz allein kann der Landwirt das Projekt nicht stemmen. Schließlich nimmt er das rund 30 000 Quadratmeter große Areal aus der normalen Bewirtschaftung, verdient mit seinem Kapital also kein Geld. Deshalb brauchen er und die künftige Blumenwiese Unterstützer. Ein paar Paten hat er bereits via Ebay-Kleinanzeigen online gefunden. Doch es dürfen gerne noch mehr werden. Denn diese neue Form des Artenschutzes kann nur gestartet werden, wenn sich genügend Personen finden, die sich beteiligen wollen.

Der Landwirt hat grob überschlagen. Um die Blumenwiese kostendeckend anzulegen und zu pflegen braucht er etwa 0,50 Euro pro Quadratmeter. Er persönlich habe sich „ein bisschen auf die Wildbiene eingeschossen“, doch grundsätzlich geht es bei dem Projekt darum, allen Insekten Lebensraum zur Verfügung zu stellen. Die ausgewählte Fläche ist direkt neben dem Schützenplatz Lau-Breche gelegen. Als Zwischenfrucht war dort Senf gepflanzt. Der soll demnächst nur grob eingearbeitet werden. „So bleiben die Pflanzenreste und damit die Nistmöglichkeiten zum Beispiel für Wildbienen erhalten“, freut sich der Bauer. In einem Arbeitsgang wird der Senf eingearbeitet und das Saatgut ausgebracht. Der Boden muss dafür eine Temperatur von etwa zehn Grad Celsius haben. Ab Mitte Mai oder Anfang Juni sind dann die ersten Blüten zu bestaunen, verspricht der Landwirt.

Er hat sich zudem zwei Imker mit ins Boot geholt: Hendrik Pelster und Franz Holtmannspötter haben ebenfalls – allerdings in deutlich kleinerem Rahmen – Ackerflächen zu sogenannten Bienenweiden umgestaltet.

Ihre Bienenvölker wollen sie nun in der Nähe von Jürgen Bußmanns Blumenwiese postieren und ihnen so die Arbeit erleichtern. „Der Buchweizen macht übrigens den Anfang, zum Schluss sind die Sonnenblumen an der Reihe“, weiß Franz Holtmannspötter. Es sei erstaunlich, wie viele Tiere auch im Herbst noch von den Flächen profitierten.

Jürgen Bußmann und seine Mitstreiter möchten die Natur mit diesem Projekt auch für den Nachwuchs erfahrbar machen und zum Beispiel Schul- und Kita-Ausflüge zur Blumenwiese anbieten. Für alle Beteiligten und künftigen Paten gibt es zudem einen Infoabend.

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