Verbindungssuche
Es geht mich etwas an

Ochtrup -

„Am 8. März ist Weltfrauentag.“ Der erwartungsvolle Blick der Kollegin liegt auf mir. Doch ich muss sagen, so richtig etwas darauf erwidern, kann ich nicht. Mir fehlt die Verbindung.

Donnerstag, 07.03.2019, 17:00 Uhr
Anne Steven
Anne Steven Foto: smj

Denn ich bin nicht auf die Straße gegangen für meine Rechte, musste es auch nicht. Den Kampf haben andere ausgefochten – vor 100 Jahren schon. Damals wurde das Leben der Frauen in Deutschland noch von Ehemännern oder Vätern bestimmt. Eine Berufsausbildung für eine Frau war Anfang des 20. Jahrhunderts meist gleichgesetzt mit Ehelosigkeit. Und wenn Frauen heiraten wollten, musste sie ihren Beruf aufgeben. Diese Entscheidung müssen wir heute – zumindest theoretisch – nicht mehr treffen.

Doch können wir in Deutschland wirklich schon von Chancengleichheit sprechen? Oberflächlich betrachtet ist das so. Mann und Frau sind dem Gesetz nach gleichgestellt. Viele starke Frauen haben in der Vergangenheit dafür gekämpft. Und in Sachen Bildung können es Mädchen mittlerweile mit Jungen aufnehmen, haben sie sogar überholt. Doch diese Entwicklung setzt sich im Beruf nicht fort. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist für viele Frauen immer noch eine Utopie. Und das nur, weil sie Frauen sind? Ganz schön unfair!

Also geht mich der Weltfrauentag doch noch etwas an. Die Grundlagen der Gleichberechtigung sind hier bei uns vorhanden. Doch in vielen Ländern der Welt ist das nicht so. Dort muss diese Basis, die für uns zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist, erst noch mühevoll erkämpft werden.

Das erfüllt mich irgendwie mit Demut – und mit Dankbarkeit. Denn ohne die starken Frauen von einst stünden wir heute sicherlich ganz anders da.

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