Diakonisches Werk vermittelt Plätze in der Kindertagespflege
„Flexibilität ist das große Plus“

Ochtrup -

Die Flexibilität ist das großen Steckenpferd der Kindertagespflege. Zudem erfolgt die Betreuung des Nachwuchses familiennah. Und trotzdem steht bei vielen Eltern, wenn es darum geht, die kleinen Racker tagsüber beziehungsweise während ihrer Berufstätigkeit unterzubringen, der Kindergarten an erster Stelle. Eine Betreuung in der Tagespflege ziehen Eltern in Ochtrup meistens nur in Erwägung, wenn sie in der Kita keinen Platz bekommen haben. Dass diese vermeintliche Notlösung aber auch viele Vorteile bieten kann, wissen die neun Tagesmütter und ein Tagesvater aus Ochtrup sehr genau.

Samstag, 09.03.2019, 05:00 Uhr
Das Team der Tagespflege: Gerhard Röll vom Diakonischen Werk (l.) kann in der Töpferstadt auf acht Tagesmütter und einen Tagesvater zurückgreifen.
Das Team der Tagespflege: Gerhard Röll vom Diakonischen Werk (l.) kann in der Töpferstadt auf acht Tagesmütter und einen Tagesvater zurückgreifen. Foto: Susanne Menzel

„Flexibilität ist das große Plus in der Kindertagespflege.“ Gerhard Röll weiß wovon er spricht. Der 48-Jährige arbeitet für das Diakonische Werk Steinfurt. In seinen Zuständigkeitsbereich fällt die Vermittlung von Tagespflegen in Ochtrup und Steinfurt.

Woher die angesprochene Flexibilität kommt? „Die Stunden sind frei buchbar“, sagt Gerhard Röll. Anders als im Kindergarten, wo sich Eltern den Öffnungszeiten der jeweiligen Einrichtung anpassen müssen. Trotzdem ist die Tagespflege für viele Väter und Mütter in der Töpferstadt immer noch nur ein Notnagel. Gerhard Röll bekommt das oft mit, findet aber, dass die Kindertagespflege diese Behandlung überhaupt nicht verdient hat. Denn wie gesagt: In Sachen Flexibilität kann ihr die Kita nicht das Wasser reichen.

Insgesamt gibt es in der Töpferstadt neun Tagespflegepersonen, acht sind weiblich, eine männlich. Die Betreuung der Kinder erfolgt – abgesehen von der Großpflegestelle – in den privaten Räumen. Hierbei müssen die Tageseltern ähnlich wie die Kindergärten bestimmte Auflagen erfüllen. Sicherheit geht in diesem Zusammenhang natürlich vor.

Tagesmutter oder -vater darf man übrigens nicht einfach so werden. Sie müssen mindestens 21 Jahre alt sein, mindestens einen Hauptschulabschluss nachweisen können, dürfen keine relevanten Einträge im erweiterten polizeilichen Führungszeugnis haben, einen Erste-Hilfe- und einen Vorbereitungskursus sowie eine Hygienebelehrung absolvieren. Entsprechende Kurse bieten die Familienbildungsstätte, die Volkshochschule und der Jugend- und Familiendienst an.

Vor allem Alleinerziehende, aber auch Mütter und Väter, die im Einzelhandel, der Gastronomie, der Pflege oder im Krankenhaus beschäftigt sind, nutzten das Angebot der Tagespflege, erzählt Gerhard Röll. Hauptsächlich sind es Kinder unter drei Jahren. Im Durchschnitt würden dabei pro Woche 25 bis 35 Stunden in Anspruch genommen. Sind die Kinder älter, kommt die Kita zum Zuge. Dort können sie maximal 45 Stunden betreut werden, darüber hinaus greift wieder die Tagesmutter oder der Tagesvater.

Benötigen ältere Kinder, die schon zur Schule gehen, eine Betreuung am Nachmittag oder vor der Schule, müssen zunächst die Angebote der Schulen in Anspruch genommen werden, also zum Beispiel eine Unterbringung in der OGS. Darüber hinaus kommt erneut die Tagespflege zum Einsatz. Gerhard Röll hat in Ochtrup mit Anette Becker eine Tagesmutter, die die sogenannten Randzeiten – also vor und nach der Schule beziehungsweise dem Kindergarten – betreut. Nur selten würden Eltern allerdings das normale Betreuungsangebot plus die Randzeitenbetreuung in Anspruch nehmen.

Aktuell sei die Nachfrage nach Plätzen in der Kindertagespflege in Ochtrup nicht so groß. Die Eltern haben vor Kurzem Nachricht erhalten, ob sie im Sommer einen Platz im Kindergarten bekommen. Derzeit hat Gerhard Röll noch elf Betreuungsplätze frei. „Gute Arbeit spricht sich herum“, weiß der Fachmann, dass die meisten Tagesmütter schon jahrelange Erfahrung haben. Oft wünschen die Eltern dann auch eine Betreuung für die Geschwisterkinder.

Es freut ihn, dass das Angebot für Kinderbetreuung mittlerweile so breit aufgestellt ist. Die Kindertagespflege bedeute eine deutliche Entlastung für berufstätige Eltern. Doch gerade, wenn die Kinder schon im U 2-Bereich fremdbetreut würden, sei es wichtig, auch Betreuungsangebote wie die Tagespflege zu nutzen. Würden die Kinder beispielsweise in den ersten zwei Jahren von der Tagesmutter und danach in der Kita betreut, gebe es zwischendurch einen Wechsel, der mitunter allen Beteiligten gut tut.

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