Tagesmutter Anette Becker bietet Randzeitenbetreuung an
„So etwas wie Familienleben“

ochtrup -

Ein ruhiges Leben als Rentnerin? Das ist nichts für Anette Becker. Die 64-Jährige bietet als Tagesmutter die sogenannte Randzeitenbetreuung an. Und je trubeliger es bei ihr daheim wird, desto ruhiger wird die Ochtruperin.

Samstag, 09.03.2019, 05:00 Uhr
Tagesmutter Anette Becker bedient in der Kindertagespflege in Ochtrup die sogenannten Randzeiten.
Tagesmutter Anette Becker bedient in der Kindertagespflege in Ochtrup die sogenannten Randzeiten. Foto: Anne Steven

Erzieherin werden und dann in die dritte Welt gehen. Das war einmal der Traum von Anette Becker . Doch es kam alles anders. Heute ist die 64-Jährige Mutter von vier mittlerweile erwachsenen Adoptivkindern und Tagesmutter mit dem Prädikat wertvoll, wie Gerhard Röll vom Diakonischen Werk es mit einem Schmunzeln formuliert. Denn die Ochtruperin bietet als einzige Tagesmutter in der Töpferstadt die sogenannten Randzeiten an – also die Stunden vor der Kita und am Abend.

Des Geldes wegen kam sie nicht zu dieser Berufung. „Ich habe in der Zeitung eine Anzeige gelesen. Darin stand, dass eine Mutter Betreuung für ihr Kind suchte. Da habe ich mich beworben“, erzählt Anette Becker, wie alles angefangen hat. Sie wollte helfen. Doch so einfach war das gar nicht. „Ich musste noch mal die Schulbank drücken“, erinnert sie sich gut an ihren Einsteigerkursus.

Das ist jetzt fast sieben Jahre her. Etwa 15 bis 20 Kinder hat sie seitdem betreut – vornehmlich am frühen Morgen und später am Abend, wenn noch beziehungsweise keine Kita mehr geöffnet ist. Die Mütter ihrer Kinder sind vorwiegend alleinerziehend und sehr froh über ihr flexibles Betreuungsangebot. Einige Kinder waren nur wenige Monate bei ihr, andere viele Jahre.

„So lange ich das noch kann, mach ich es“, erklärt die resolute Tagesoma mit einem strahlenden Lächeln. Die Kinder halten sie jung, sagt sie. Bisher sei es ihr noch nie zu viel geworden. Ihr Tag beginnt morgens schon früh. Gegen 6.45 Uhr kommen die ersten Kinder. Anette Becker bringt sie in die Kita und zur Schule

Vertrauen ist ihr besonders wichtig. Und noch etwas: Sie möchte den Kindern, die sie betreut, keinen weiteren Kita-Alltag bieten, sondern „so etwas wie Familienleben“. Deshalb gibt es auch meist kein Programm. Die Kinder sollen spielen. Und je hektischer und trubeliger es wird, desto ruhiger wird Anette Becker. „Ich habe nachts keine Schlafprobleme“, meint sie mit einem Augenzwinkern. Und ihr Mann Arnold („Der macht mit“) übrigens auch nicht.

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