Frankreich-Austausch am Gymnasium
Schulalltag unter der Lupe

Ochtrup -

Am Montag hat Bürgermeister Kai Hutzenlaub die französischen Austauschschüler des Gymnasiums begrüßt. Zuvor hatten die Jungen und Mädchen bereits einen Rundgang durch ihre Gastschule und die Stadt unternommen.

Dienstag, 12.03.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 14:20 Uhr
Nach dem offiziellen Empfang durch Bürgermeister Kai Hutzenlaub (4.v.l.) stellten sich die Austauschschüler mit ihren Lehrern zum Erinnerungsfoto auf.
Nach dem offiziellen Empfang durch Bürgermeister Kai Hutzenlaub (4.v.l.) stellten sich die Austauschschüler mit ihren Lehrern zum Erinnerungsfoto auf. Foto: Irmgard Tappe

„Diese Schule ist sehr modern eingerichtet“, ist Maryse Lamps beeindruckt vom naturwissenschaftlichen Bereich des Städtischen Gymnasiums. Sie unterrichtet Biologie am Collège St. Robert in Merville. Dort sei die Grundausstattung für naturwissenschaftliche Fächer zwar ähnlich, „aber für eine so moderne Technik wie hier“, bedauert sie, „fehlen uns leider die finanziellen Mittel.“

32 Schüler aus Merville und Estaires sowie einige Lehrer der französischen Partnerschulen verbringen zurzeit eine Woche in der Töpferstadt. Anja Niederhausen und Christoph Joslowski vom Gymnasium führen ihre Gäste an diesem Morgen durch das Schulgebäude. Auch die Bereiche Informatik und Musik werden inspiziert. Und es geht hinauf in die obere Etage zum Selbstlernzentrum. In den Klassenräumen sind ganz klar großflächige Bildschirme auf dem Vormarsch. Nach und nach verdrängen sie die alten Tafeln.

In den nächsten Tagen werden die französischen Schüler den deutschen Schulalltag noch näher unter die Lupe nehmen. In ihrer Heimat ist das Schulsystem anders als in Deutschland. In Frankreich etwa dauert die Grundschulzeit fünf Jahre. Das dreigliedrige Schulsystem, wie man es bei uns kennt, gibt es dort ebenfalls nicht. „Nach der fünften Klasse besuchen alle Schüler vier Jahre das Collège. Diese Schulform ist vergleichbar mit der Gesamtschule“, erklärt Anja Niederhausen. Nach Klasse neun, so die Pädagogin weiter, schließe sich das Lycée (Gymnasium) an. Dort können die Schüler wählen zwischen einer berufsbildenden oder studienorientierten Unterrichtsform.

Nach der Schulbesichtigung brechen die Gäste auf zur Stadtführung bei Regen. Auch der offizielle Empfang des Bürgermeisters in den Räumen der Sparkasse steht an diesem Morgen auf dem Programm.

Bei einer Führung durch das Gymnasium machten sich die französischen Austauschschüler mit ihrer Gastschule vertraut.

Bei einer Führung durch das Gymnasium machten sich die französischen Austauschschüler mit ihrer Gastschule vertraut. Foto: Irmgard Tappe

In französischer Sprache heißt Kai Hutzenlaub die Gäste aus dem Nachbarland willkommen. „Diese Treffen sind für mich von großer Bedeutung, da internationale Kontakte angesichts eines gemeinsamen Europas unerlässlich sind“, betont der Verwaltungschef und weist darauf hin, dass Städte- und Schulpartnerschaften ein wesentliches Element der Völkerverständigung sind.

Zwei Fragen an die Lehrerinnen Maryse Lamps aus Merville und Veronique Demaret aus Estaires.

Welche Fremdsprachen werden an Ihrem Collège unterrichtet?

Maryse Lamps : Englisch als erste Fremdsprache. Und als Zweite können die Schüler zwischen Deutsch und Spanisch wählen.

Veronique Demaret : Bei uns ist es genau so.

Und welche zweite Fremdsprache ist begehrter bei den Schülern?

Lamps: Die meisten entscheiden sich für Spanisch, weil sie glauben, das sei für Franzosen einfacher zu erlernen. Obwohl ich schon etliche Schüler überzeugt habe, Deutsch zu wählen. Nachher waren sie froh, dass sie meinem Rat gefolgt sind. Insbesondere die Schüler, die einen Beruf in der Autoindustrie gewählt haben. Die hatten bessere Chancen in der Branche.

...

Ein Großteil der französischen Gastschüler ist zum ersten Mal in Ochtrup. Einige aber kennen sich bereits aus in der Töpferstadt. Wie Paul, Baptiste, Maéva, Adèle und Sarah. „Wir waren im vergangenen Jahr auch schon hier“, erzählt Paul in gutem Deutsch. Was die fünf an Ochtrup mögen? „Die vielen Geschäfte. Die gibt es bei uns nicht“, verkünden sie unisono. „Ochtrup ist ja auch viel größer als Estaire“, hat Maéva festgestellt. Und noch etwas lieben sie an der Töpferstadt: „Die leckeren Brötchen. Bei und gibt es nur Croissants und Baguettes“, sagt Paul, und seine Mitschüler stimmen ihm zu. Adèle und Sarah haben in ihren Gastfamilien außerdem Rinderrouladen genossen. Eine typisch deutsche Spezialität. Und ihrer Meinung nach „Très, très bon“. Der Käse indes, der schmeckt den jungen Leuten in Frankreich allerdings nach wie vor besser als in Deutschland.

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