Kreisverkehr Stadthalle
Nachtigall, ick hör dir trapsen

Ochtrup -

Der Kreisverkehr an der Stadthalle steht kurz vor seiner Vollendung. Im Ausschuss für Planen und Bauen wurde nun über die künftige Gestaltung des Rondells beraten. Geht es nach dem Willen der Stadtverwaltung spielt die Skulptur der Ochtruper Nachtigall am Valverde-del-Camino-Platz dabei keine Rolle.

Mittwoch, 13.03.2019, 07:00 Uhr
ISG und Heimatverein sehen die Skulptur der Ochtruper Nachtigall, die derzeit auf dem Valverde-del-Camino-Platz steht, auf dem neuen Kreisverkehr an der Stadthalle. Die Verwaltung schlägt dort eine naturnahe Bepflanzung vor.
ISG und Heimatverein sehen die Skulptur der Ochtruper Nachtigall, die derzeit auf dem Valverde-del-Camino-Platz steht, auf dem neuen Kreisverkehr an der Stadthalle. Die Verwaltung schlägt dort eine naturnahe Bepflanzung vor. Foto: Steven

Der neue Kreisverkehr an der Stadthalle steht kurz vor seiner Vollendung. Im Ausschuss für Planen und Bauen ging es am Montagabend um die Gestaltung des Rondells.

Bereits im November vergangenen Jahres hatten der Heimatverein und die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) angeregt, die mannshohe Skulptur der Ochtruper Nachtigall vom Valverde-del-Camino-Platz in die Mitte des neuen Kreisverkehrs zu versetzen(wir berichteten). Die Nachtigall sollte als „Hingucker“ fungieren. Sie sei zudem nicht nur optisch ansprechend und in ihrer Ausführung einmalig, sondern stelle zudem einen klaren Bezug zu Ochtrups Vergangenheit als bedeutendes Zentrum keramischer Produktion dar, so die Idee der Mitglieder von Heimatverein und ISG.

Bei der Stadt Ochtrup stieß dieser Vorschlag auf wenig Zuspruch. Wie Bauamtsleiterin Karin Korten am Montagabend erklärte, habe die Verwaltung den Kreisverkehr aus stadtplanerischer Sicht betrachtet. Die Bebauung rundherum präge das Rondell. So könne etwa die Engstelle im Einmündungsbereich zur Berg- und Bült­straße als eine Art Tor betrachtet werden. Auch der Einblick in den Westwall sei möglich. Diese offenen Sichtachsen möchte die Verwaltung erhalten. „Wir sind der Ansicht, dass man diesen Effekt nutzen sollte“, so die Bauamtsleiterin.

Der Verwaltung schlägt deshalb vor, den Kreisverkehr mit Stauden naturnah zu bepflanzen, ähnlich wie die Straßenränder an der Laurenzstraße. Vorstellen konnte sich Korten außerdem eine „Reminiszenz an den Wall“, jedoch kein hohes Objekt.

Ein solches ist die Nachtigall nicht. Das Kunstwerk misst nur etwas mehr als 1,80 Meter. Es würde auf dem Kreisverkehr nicht zur Geltung kommen, so Korten. Außerdem fehle die Möglichkeit, an sie heranzutreten,wie es derzeit am Valverde-del-Camino-Platz möglich sei. Für besagten Platz gibt es übrigens ebenfalls Bestrebungen einer Umgestaltung.

Begeisterungsstürme brachen im Ausschuss ob der Idee, den Kreisverkehr „nur“ zu bepflanzen, jedoch nicht aus. Sowohl der SPD als auch den Freien Wählern war das „zu wenig“. „Wir können uns da etwas vorstellen, das die Textilgeschichte aufgreift“, meinte Vincent ten Voorde.

Hermann Holtmann fand, dass auf den Kreisverkehr „eigentlich irgendeine Skulptur hingehört“. „Wenn man die Nachtigall dort zur Geltung bringen will, muss man sie höher setzen“, riet der FDP-Fraktionschef. Franz Ruhwinkel von der ISG konnte die Argumentation der Bauamtsleiterin nicht ganz nachvollziehen. Er war der Ansicht, die Nachtigall passe gut, gerade weil sie nicht so groß sei.

Hajo Steffers wollte schließlich wissen, ob die Stadt frei entscheiden können wie sie den Kreisverkehr gestalte. Die Antwort auf die Frage des CDU-Fraktionsvorsitzenden fiel eindeutig aus: „Nein, das geschieht in enger Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW“, erläuterte Korten. Schließlich passierten gleich zwei Landesstraßen das neue Rondell. In jedem Fall müsse eine freie Sicht und die Verkehrssicherheit gewährleistet werden. Da Politik und Verwaltung so nicht weiterkamen, schlug der Ausschussvorsitzende Matthias Dankbar vor, das Ganze zu vertagen. Die Verwaltung wurde beauftragt, mit dem Landesbetrieb die Gestaltungsmöglichkeiten abzuklären und auch den Investor miteinzubeziehen. Mit letzterem, so Korten, befände sich die Verwaltung aber ohnehin im Gespräch.

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