Puppen- und Spielzeugmuseum
Zuwachs aus den Niederlanden

Ochtrup -

Zuwachs fürs Puppenmuseum: Rund 100 Exemplare umfasst die Sammlung einer Niederländerin, die ihre Puppen dem Museum in Ochtrup zur Verfügung gestellt hat. Nun müssen Leiterin Betty Schürmann und ihre Mitstreiter aber erst einmal den Bestand sichten – und teilweise auch reparieren.

Donnerstag, 14.03.2019, 06:00 Uhr
Zusammenrücken müssen die zahlreichen Puppen im Museum von Betty Schürmann. Ihre neuen Brüder und Schwestern aus der niederländischen Sammlung sind unglaublich vielfältig.
Zusammenrücken müssen die zahlreichen Puppen im Museum von Betty Schürmann. Ihre neuen Brüder und Schwestern aus der niederländischen Sammlung sind unglaublich vielfältig. Foto: Irmgard Tappe

Noch enger zusammenrücken heißt es momentan im Ochtruper Puppenmuseum. Dort hat es jetzt Zuwachs gegeben. Etwa 100 Puppen sind mit Sack und Pack eingezogen. Puppenwagen, Laufställchen, Puppenhochstuhl und zwei Reisekoffer voller Puppenkleider waren mit im Gepäck. Bisher lebte das Puppenvolk bei einer alten Dame in den Niederlanden. Nachdem die Frau in ein Seniorenheim gezogen ist, musste sie die Sammlung – bis auf einige Lieblingsstücke – zurücklassen. Und ihre Angehörigen machten sich auf die Suche nach einem neuen Zuhause für die vielen Puppen.

„Es ist eine Schenkung der Familie Egging aus Holland. Man hatte uns per E-Mail kontaktiert und die Sammlung angeboten. So etwas lässt man sich natürlich nicht entgehen. Wir haben uns riesig darüber gefreut“, sagt Betty Schürmann .

Winzig klein sind einige Exemplare, die die niederländische Sammlerin dem Puppenmuseum zur Verfügung gestellt hat.

Winzig klein sind einige Exemplare, die die niederländische Sammlerin dem Puppenmuseum zur Verfügung gestellt hat. Foto: Irmgard Tappe

Nun galt es, die Puppen nach Ochtrup zu holen. Das übernahm Vereinsmitglied Manuela de Blank aus Borghorst. Sie spreche Niederländisch und habe sich mit den Leuten verständigen können, erzählt die Leiterin des Puppenmuseums und wendet sich wieder der internationalen Puppenschar zu, die sie an einem gesonderten Bereich im Museum platziert.

Darunter befinden sich Modelle aus den Niederlanden und Deutschland, aber auch aus Frankreich, Belgien, Polen und Japan. Einige stammen noch aus der Vorkriegszeit. Zum Beispiel „Mein Liebling“ aus dem Jahre 1920. „Diese Puppe ist wohl die Älteste aus der Sammlung“, vermutet Betty Schürmann und zeigt auf ein Puppenbaby, mit dem kleine Puppen-Muttis etwa um 1900 gespielt haben.

Einige Puppen muss Museumsleiterin Betty Schürmann noch reparieren.

Einige Puppen muss Museumsleiterin Betty Schürmann noch reparieren. Foto: Irmgard Tappe

Mit dabei sind auch Inge, Christel, Strampelchen und Ursel, die klassischen Schildkrötpuppen der 1950er Jahre. Es stecke unendlich viel Herzblut in dieser Sammlung, findet Schürmann. Sogar die Puppenkleidung hatte die niederländische Sammlerin in filigraner Handarbeit angefertigt.

Einige Exemplare muss die Leiterin des Puppenmuseums allerdings noch in ihrer hauseigenen Klinik behandeln. Wie die Puppe mit dem ausdrucksstarken Gesicht. Sie braucht neue Hüftgelenke. Bei einem anderen Modell müssen die Augen neu gerichtet werden. Und dann ist da noch der Puppenkörper, der sich von seinem Kopf gelöst hat. Bis zum Museumstag im Mai will Betty Schürmann sie alle verarztet haben.

Ein weitaus größeres Problem ist der Platzmangel im Museum. „Wir brauchen dringend größere Räume, vorzugsweise im Innenstadtbereich“, seufzt Betty Schürmann. Alles könne großzügiger und wirkungsvoller dekoriert werden, wenn der nötige Platz da wäre, bedauert sie. Ihr schwebt vor, themenbezogene Bereiche zu schaffen und die Ausstellung nach historischen Epochen zu ordnen. Außerdem möchte sie einige nostalgische Spielecken für Kinder einrichten.

Manuela de Blank holte die Puppensammlung aus de Niederlanden ab.

Manuela de Blank holte die Puppensammlung aus de Niederlanden ab. Foto: Betty Schürmann

Ideen hat Betty Schürmann reichlich. „Wenn man sich mit den Puppen und dem Spielzeug der verschiedenen Epochen beschäftigt, ist das gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte“, hat sie festgestellt.

Zurzeit würde die Leiterin des Puppenmuseums gern die leerstehenden Schaufenster an der Weinerstraße dekorieren – zumindest so lange, bis sie anderweitig genutzt werden. „Ich hätte Gelegenheit, meine Stücke auszustellen und gleichzeitig könnte es die Fußgängerzone ein wenig lebendiger machen“, beschreibt sie die Win-win-Situation. Bei der Vielzahl an Puppen und Spielzeug würde gewiss kein Schaufenster an der Weinerstraße leer bleiben.

Zum Thema

Der Vorstand des Puppenmuseums freut sich außerdem über weitere Mitglieder. Beitrag: Zwölf Euro pro Jahr für Einzelpersonen und 18 Euro jährlich für Familien.

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