Amtsgericht Steinfurt: Ochtruper wegen Betrugs verurteilt
22-Jähriger soll elfmonatige Haft als Chance sehen

Ochtrup/Steinfurt -

Ein 22-jähriger Ochtruper musste sich am Donnerstag wegen Betrugs vor dem Amtsgericht in Steinfurt verantworten.

Donnerstag, 14.03.2019, 17:00 Uhr
Das Amtsgericht in Steinfurt.  
Das Amtsgericht in Steinfurt.   Foto: Mike Oelerich

Nehmen Sie die Haft als Chance wahr, den Konsum von Betäubungsmitteln aufzugeben. Wenn Sie das schaffen, können Sie ein straffreies Leben führen.“ Mit diesen Worten entließ der Richter beim Amtsgericht Steinfurt am Donnerstag einen 22 Jahre alten Ochtruper. Er war des gewerbsmäßigen Betruges angeklagt, den er im August und September des vergangenen Jahres begangen hatte, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren.

Wie der Staatsanwalt ausführte, hatte der junge Mann, der aus der Haft vorgeführt wurde, in insgesamt vier Fällen beim Auktionshaus Ebay Smartphones zum Preis von etwa 350 Euro angeboten, die von den Kaufinteressenten auch auf das Konto des Angeklagten überwiesen wurden.

Tatsächlich hatte der Ochtruper nie die Absicht, die bestellte und bezahlte Ware an die Käufer auszuliefern, so dass ein Gesamtschaden von circa 1300 Euro entstanden sei, hieß es in der Anklage.

Da der Angeklagte seine Taten in einem Satz einräumte (wörtlich: „Ich gebe alles zu.“) war die Beweisaufnahme schnell abgeschlossen. In seinem Plädoyer beantragte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von zwölf Monaten, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Zugunsten des Angeklagten sprach sein Geständnis, allerdings sei erschwerend ein umfangreiches Vorstrafenregister zu berücksichtigen. Bereits 2011 begann eine stattliche strafrechtliche Karriere, hielt der Richter dem Angeklagten vor, als er den Auszug aus dem Bundeszentralregister vortrug. Diebstähle, Einbrüche, versuchte Brandstiftung, Sachbeschädigung und Raub waren dort verzeichnet.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten schließlich zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten, die keinen Raum mehr für eine Bewährungschance biete, wie der Richter ausführte. „Das Strafmaß bewegt sich im unteren Bereich, obwohl Sie eine schwere Straftat begangen haben.“ Aus einem kleinen Betrug werde, wenn er auf Dauer und mit Gewinnabsicht ausgeführt werde, schnell ein großer, der entsprechend zu ahnden sei, so der Richter.Da voraussichtlich weder vom Verurteilten noch von der Staatsanwaltschaft Rechtsmittel eingelegt werden, kann das Urteil nach Ablauf von einer Woche in Kraft treten.

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