Fazit der drei Veranstaltungen
„Auch Atheisten haben uns viel zu sagen“

Ochtrup -

„Die Woche der Brüderlichkeit war in diesem Jahr wohl eine der gelungensten überhaupt“, blickt der Geschäftsführer des Kulturforums, Dr. Guido Dahl, auf die drei Veranstaltungen dieser Woche zurück.

Samstag, 16.03.2019, 07:00 Uhr
Dr. Guido Dahl, Geschäftsführer des Kulturforums.
Dr. Guido Dahl, Geschäftsführer des Kulturforums. Foto: Fahlbusch

Die Auftaktveranstaltung durch prominente Gäste als gesellschaftliches Ereignis zu gestalten, sei stets sein Bestreben, betont er. Bei der Wahl der Festredner lehne er es ab, einzig Menschen Christlichen Glaubens einzuladen. „Kirche in sich abgeschlossen zu denken und nach außen hin verschlossen zu halten, wäre ein verhängnisvoller Irrtum und widerspräche Gottes Universalliebe. Denn Gott liebt nicht nur jene, die auf seinen Namen getauft sind. Auch Atheisten haben uns viel zu sagen“, begründet Dahl zum Beispiel seine diesjährige Entscheidung für Dr. Gregor Gysi als Festredner.

Eine gute Wahl und gleichzeitig ein Publikumsmagnet, wie sich herausstellte. Aufgrund der gehäuften Anfragen nach Platzreservierungen in der Woche zuvor, so Dahl, habe man in der Alten Kirche als traditionellem Veranstaltungsort zunächst 50 weitere Plätze geschaffen und die Dionysiuskirche als Alternative offen gehalten. „Als sich dann abzeichnete, dass 150 Plätze nicht ausreichen würden, war der Ortswechsel kein Problem. Alles war bestens vorbereitet“, bemerkt der Veranstalter.

Auch die weiteren Veranstaltungen haben seine Erwartungen erfüllt. Das Friedenskonzert in der Villa Winkel sei ein musisches und atmosphärisches Highlight gewesen, fasst er die Liedauswahl des Ensembles „Con fuego“ und des Kirchenchores in Kombination mit lyrischen Texten jüdischer Autoren wie Else Lasker-Schüler zusammen. Nicht nachvollziehen kann Dahl „die Einstellung vieler Leute“, die das Programm zur Woche der Brüderlichkeit bereits im Vorfeld als intellektuell zu anspruchsvoll bewerteten. Hermann-Josef Frisch zum Beispiel sei in seinem Vortrag „Koran für Christen“ sehr verständlich und keineswegs abgehoben auf die Thematik eingegangen. „Religiöse Bildung“, sagt Dahl, „muss ein gerüttelt Maß an Bildung bei seinem Adressaten voraussetzen. Dessen sollten wir uns stets bewusst sein.“

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