TenHagen-Quartett in der Villa Winkel
Durchdachter und wohldosierter Einklang

Ochtrup -

Geschwister auf der Bühne: Zum Abschluss der Kammerkonzertreihe der Stadt Ochtrup gastierte am Sonntagnachmittag das TenHagen-Quartett aus Steinfurt in der Villa Winkel.

Dienstag, 26.03.2019, 06:00 Uhr
Bot ein formidables Konzert: das geschwisterliche TenHagen-Quartett mit (v.l.) Kathrin, Leonie, Borge und Malte ten Hagen.
Bot ein formidables Konzert: das geschwisterliche TenHagen-Quartett mit (v.l.) Kathrin, Leonie, Borge und Malte ten Hagen. Foto: Martin Fahlbusch

Da sind zwei starke Eindrücke, die nach dem formidablen Konzert des geschwisterlichen TenHagen-Quartetts am Sonntagnachmittag in der Villa Winkel in Erinnerung bleiben. Da war zum einen der 2. Satz aus Ludwig van Beethovens Streichquartett e-moll op. 52 Nr. 2 „Molto Adagio“ im zweiten Programmteil. Den zelebrierten Kathrin ten Hagen (1. Violine), Leonie ten Hagen (2. Violine), Borge ten Hagen (Viola) und Malte ten Hagen (Violoncello) mit einer derartigen Expressivität – bei gleichzeitiger Ruhe und Gestaltungsdichte – , die wohl nur Künstler aufbringen können, die sich ganz nahe sind.

Und bei aller Unterschiedlichkeit der Charaktere ist dies ein ganz wesentlich überzeugendes Element dieser geschwisterlichen Liebe zur Musik, das sich wunderbar durch ohrenfälliges Können ergänzt.

In ihrem Programm „Le Désir Français“ stellten die Vier vor der Pause ein richtig funkelndes Streichquartett e-moll op. 1 von Ambroise Thomas vor, das in unaufdringlicher romantischer Klangschönheit mehr als aufhorchen ließ. Nach einem wackeren „Allegro moderato“ kam das anschließende „Menuett“ fast als beschwingter Walzer daher und die „ten Hagens“ bewiesen in den folgenden Sätzen ihren durchdachten und wohldosierten Wohl- und Einklang.

Dieser Monsieur Thomas war eine wirkliche Entdeckung, die das Steinfurter Streichquartett mitgebracht hatte. Ähnlich erging es den aufmerksamen Zuhörern im voll besetzten Foyer der Villa Winkel beim Abschluss dieser verdienten Kammermusikreihe 2018/2019 der Stadt Ochtrup, die Christian Engelmann aufmerksam begleitet hat, schon bei dem eingangs gespielten Streichquartett Es-Dur op. 45 von Édouard Lalo. Das Werk des Franzosen mit den spanischen Vorfahren gestaltete das TenHagen Quartett akzentuiert und deutlich, ohne aber zu forsch oder gar übertrieben daherzukommen. Hier konnte man gut beobachten und hören, wie aufmerksam die Geschwister miteinander musizieren. Diese Konzentration und die frische Herangehensweise an die unterschiedlichen Werke zeichnet dieses Streichquartett aus und macht es so besonders in der familiär-einträchtigen Vielfalt.

Bestimmten eher romantische Werke den ersten Programmteil, konnte man nach der Pause in Beethovens sogenanntem „Rasumowsky“-Quartett nicht nur russische Zitate entdecken, sondern im letzten Satz (Presto) öffnet der Bonner Meister der Klassik geradezu eine Tür zu einem längeren Gang, an dessen Ende schon Romantik zu ahnen ist. Akustisch unterstützt von den Vögeln und Enten im Stadtpark, dann noch eine Zugabe von Joseph Haydn und die Gewissheit für alle Zuhörer, hier eine hervorragende und konsequent-musikalische Geschwisterschar erlebt zu haben.

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