Hörspiel-Projekt von Klaus Uhlenbrock macht Station in Ochtrup
Spurensuche in der Töpferstadt

Ochtrup -

Spannende Geschichten entlang der Bahnstrecke Münster-Enschede verspricht das Hörspielprojekt des Steinfurter Autors Klaus Uhlenbrock. Darin schreiben Jugendliche selbst Krimis und wirken bei den Aufnahmen mit. Am Donnerstagabend war für „Shirley Holmes und die Ochtruper Nachtigall“ Premiere in der Bücherei St. Lamberti.

Samstag, 30.03.2019, 07:00 Uhr
Der Steinfurter Autor Klaus Uhlenbrock und Christin Probst (4.v.l.) haben gemeinsam mit einigen Jugendlichen aus Ochtrup das Krimi-Hörspiel „Shirley Holmes und die Ochtruper Nachtigall“ eingespielt. Am Donnerstagabend war die Premiere in der Lamberti-Bücherei.
Der Steinfurter Autor Klaus Uhlenbrock und Christin Probst (4.v.l.) haben gemeinsam mit einigen Jugendlichen aus Ochtrup das Krimi-Hörspiel „Shirley Holmes und die Ochtruper Nachtigall“ eingespielt. Am Donnerstagabend war die Premiere in der Lamberti-Bücherei. Foto: Nele Scheipers

„Lichter aus und Lauscher spitzen“ – lautete die Devise am Donnerstagabend in der Bücherei St. Lamberti. Ochtrups Nachwuchsautoren feierten dort ihr Krimihörspiel-Debüt. Ihr Werk: „ Shirley Holmes und die Ochtruper Nachtigall“. Dazu hatten sie Familie und Freunde eingeladen. Es gab aber keinen Wettlauf oder Gedrängel um die besten Plätze, „denn eine freie Sicht auf das Hörspiel hat man von überall“, schmunzelte Büchereileiter Olaf Lewejohann.

Unruhig rutschten die Jugendlichen auf ihren Stühlen herum. Ein bisschen aufgeregt waren sie schon. Und dann hieß es endlich „Hörspiel ab“. Gespannt lauschten sie der Geschichte und waren sichtlich stolz, als sie ihre eigenen Stimmen erkannten, mit denen sie die eigens kreierte Figuren zum Leben erweckten.

47 Minuten Hörspiel

„47 Minuten ist das Hörspiel lang – richtig lang und richtig volle Kanne“, freute sich Krimiautor Klaus Uhlenbrock , Ideengeber und Produzent des gesamten Projekts. Im vergangenen Jahr, beim ersten Zusammentreffen mit den jungen Töpferstädtern, seien die Ideen und Anregungen für ein Ochtrup typisches Krimihörspiel nur so aus ihnen herausgesprudelt. Für den gebürtigen Steinfurter ist es jedes Mal eine Überraschung, mit welchen Bösewichten, Intrigen und mysteriösen Dingen eine Stadt es in seinen Hörspielen zu tun bekommt. An allen Zughaltestellen, in jeder Stadt also, die an der Bahnlinie zwischen Münster und Enschede liegt, soll ein Fall gelöst werden.

„Die Stimmenbesetzung von Shirley Holmes, ihren Freunden Sophia und Leon sowie der Polizeibeamtin Juliane Sanders ist in jedem Hörspiel die gleiche“, verriet Christin Probst. Sie spricht die Polizeibeamtin in der Geschichte. „Das erste Hörspiel ist in Borghorst entstanden, Och­trup ist unsere zweite Haltestelle“. Über Münster geht die nächste Fahrt in Richtung spannender Kriminal-Geschichten dann auch nach Metelen, Münster-Nord und Enschede.

„Die Kinder sollen die Geschichte selbst entwickeln. Das ist mir wichtig“, betonte der Krimiautor. „Ich halte mich da eher raus.“ Nur eine Vorgabe gab es: Der Kriminalfall musste sich vor einem städtisch Wahrzeichen abspielen.

Eine Geschichte erzählen

Eine Woche später trafen sich die Beteiligten dann ein zweites Mal in der Bücherei, um die einzelnen Szenen und Rollen aufzuteilen. „So lernen die Kinder wie man eine Geschichte erzählt oder auch eine Dramaturgie aufbaut“, erklärte Klaus Uhlenbrock. Eine Geschichte habe ihre Höhen und Tiefen – gerade in einem Kriminalfall. Wie man das in einem Hörspiel umsetzt, muss gelernt sein. „Beim dritten Treffen habe ich dann Mikrofone und ein Mischpult mitgebracht und wir haben die Szenen eingesprochen“, erinnerte sich der Autor. „Nach zweieinhalb Stunden waren wir mit allem fertig“, ergänzte Schülerin Linda Rehers, die auch Teil des Autoren-Teams ist. Zuhause habe sie den Text für ihre Rolle ein paar Mal geübt, doch sie sei eine versierte Leserin und liebe zudem Hörspiele, sodass ihr das Einsprechen der Szenen keine großen Schwierigkeiten bereitete.

Und worum geht es nun in dem Krimi-Hörspiel? Schließlich wollen wir es mit der Dramaturgie nicht auf die Spitze treiben. Also: Detektivin Shirley Holmes muss in Ochtrup mit ihren Freunden aus dem Privatdetektivclub mysteriöse Einbrüche aufklären. Dabei stößt sie auf ein vermeintlich vergessenes Familienerbe. Ein Schatz in Ochtrup? Auf Spurensuche durch die Töpferstadt begegnet das Team immer wieder Ochtruper Wahrzeichen, wie zum Beispiel dem geklauten Siebenhenkeltopf. Was das überhaupt ist und wieso das Ding sieben Henkel hat, ergründet das Dreigespann in der Hörspielfolge. „Es wurde im Mittelalter als Nachttopf genutzt. Sieben Henkel, weil die Zahl sieben Glück bringt. Glück, weil der Topf bei so vielen Henkeln nachts nicht umkippen kann“, verrieten die Beteiligten am Donnerstag. Das Krimi-Hörspiel zeichnet sich in jedem Fall durch viel Witz und Ochtruper Details aus.

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Das Hörspiel „Shirley Holmes und die Ochtruper Nachtigall“ kostet acht Euro und ist ab sofort der Bücherei St. Lamberti und der Buchhandlung Steffers erhältlich.

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