Ordensjubiläum von Schwester Herwiges
Mit sich und dem Leben im Einklang

Ochtrup -

Eine zufriedene Frau, die mit sich selbst und ihrem Leben im Einklang ist – dieser Eindruck entsteht, wenn man sich mit Schwester Herwiges unterhält. Die 82-Jährige blickt heute auf 60 Ordensjahre zurück. Am 2. April 1959 trat sie in den Orden der Vorsehungs-Schwestern ein.

Dienstag, 02.04.2019, 06:00 Uhr
Ihr Diamantenes Ordensjubiläum feiert heute Schwester Herwiges (geborene Anni Brinkschmidt).
Ihr Diamantenes Ordensjubiläum feiert heute Schwester Herwiges (geborene Anni Brinkschmidt). Foto: Irmgard Tappe

Ihr Geburtsname ist Anni Brinkschmidt. Sie wuchs in einem katholischen Elternhaus in Ochtrup auf. „Als Heranwachsende“, sagt Schwester Herwiges, „habe ich mir immer vorgestellt, nach der Schulzeit eine Schneiderinnenausbildung zu machen. Mit dem Hintergedanken, später in die Entwicklungsländer zu gehen und dort praktisch tätig zu sein.“ Aber dieser Plan ging nicht auf. Sie bekam keinen Ausbildungsplatz. Daraufhin besuchte sie die Klosterschule der Schwestern der göttlichen Vorsehung in Münster-Hiltrup, wo sie das „Einjährige“ absolvierte, wie damals der Realschulabschluss genannt wurde.

Pfarrer Karl Stindt , später in der Gemeinde Langenhorst als emeritierter Pfarrer tätig, sei damals dort der Ordensdirektor gewesen, berichtet sie. „Wir Schülerinnen besuchten oft die heiligen Messen, die Pfarrer Stindt zelebrierte. Er setzte Akzente, die jeder nachvollziehen konnte. So feierte er die Vesper in deutscher statt in lateinischer Sprache. Das war zur Zeit noch nicht üblich,“ erinnert sie sich. Außerdem habe bei ihm der Mensch stets im Mittelpunkt gestanden. Er hätte immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Klosterschülerinnen gehabt. Das habe in ihr wohl den Wunsch ausgelöst, ins Kloster einzutreten, nennt sie die Beweggründe ihrer Entscheidung. Als sie ihren Eltern davon erzählte, reagierten diese zunächst wenig erfreut. „Das war ja noch vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Und es herrschten ziemlich strenge Ordensregeln. Zum Beispiel durften wir in den ersten drei Jahren unsere Familie kein einziges Mal besuchen.“

„Gottes Kraft geht alles Wege mit“

Trotzdem ging die Ochtruperin ihren Weg zielstrebig weiter. Im Alter von 22 Jahren trat sie in den Orden der Vorsehungsschwestern ein. Während ihrer Zeit als Novizin absolvierte Schwester Herwiges eine Ausbildung zur Krankenpflegerin. 20 Jahre war sie in der Barbaraklinik in Hamm-Heesen tätig. Von der praktischen Krankenpflege wechselte sie in die Altenpflege und wurde Oberin im Altenheim in Münster-Hiltrup.

„Gottes Kraft geht alle Wege mit“, das war ihr Leitgedanke, das sie durch ihr Ordensleben begleitete. „Das hat mich durch alle schwierigen Situationen geführt“, sagt die 82-Jährige.

Ihren Lebensabend verbringt Schwester Herwiges in der Friedrichsburg in Münster, dem Provinzialhaus der Vorsehungsschwestern.

Den Tag ihres 60jähriges Ordensjubiläums möchte die Jubilarin im Kreise ihrer Mitschwestern verbringen. Und am 27. April (Samstag) um 10 Uhr wird Schwester Herwiges in der Kapelle der Friedrichsburg Münster gemeinsam mit ihren Familienangehörigen und Bekannten anlässlich ihres Diamantenen Ordensjubiläums einen Dankgottesdienst feiern.

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