E-Klapprad im Test
Ein Zwerg mit Drive unterm Sattel

Ochtrup -

Klein, aber oho! Das E-Klapprad, die faltbare Variante des Pedelecs, sieht nicht unbedingt nach einem Flitzer aus. Im Test zeigt sich aber: Der Zwerg hat ordentlich Drive unterm Sattel – und einige Vorteile gegenüber der Großversion.

Dienstag, 16.04.2019, 06:00 Uhr
Der zweiräderige „Zwerg“ hat mit 25 km/h-Spitzengeschwindigkeit doch ganz schön „Drive“ unterm Sattel, wie Susanne Menzel festgestellt hat.
Der zweiräderige „Zwerg“ hat mit 25 km/h-Spitzengeschwindigkeit doch ganz schön „Drive“ unterm Sattel, wie Susanne Menzel festgestellt hat. Foto: Caroline Oeing

Auf den ersten Blick sieht es ein bisschen aus wie ein Kinderfahrrad: geschrumpft und zu groß für einen erwachsenen Benutzer. „Der Eindruck täuscht“, versichert der fachkundige Berater im Zweiradgeschäft Krechting: „Dahinter steckt ein großes Maß an Mobilität.“ In den Zeiten, in denen sich der überwiegende Teil der radelnden Bevölkerung mit Motorunterstützung auf den Straßen bewegt, in denen über E-Scooter als hipper Stadtflitzer diskutiert wird, ist das Klapprad die dritte Variante der Mobilität.

Klappräder sind wieder im Kommen

Früher, vor etlichen Jahren, waren die zusammenfaltbaren Bikes schon einmal der heimliche Favorit. Jetzt sind sie erneut im Kommen. Zwerge mit viel Drive unterm Sattel. Der Zeitpunkt für einen kleinen Test auf Alltagstauglichkeit ist zum Auftakt der Fahrradsaison günstig.

Mit ein bis zwei Fingern lässt sich das E-Klapprad zusammenfalten.

Mit ein bis zwei Fingern lässt sich das E-Klapprad zusammenfalten. Foto: Caroline Oeing

Zwei Riegel lösen – und schon wird aus dem einsatzfähigen Treter ein tragbares, etwa 15 Kilo schweres (oder leichtes) Gepäckstück. Es ist wirklich kein Hexenwerk, auch wenn Frau zunächst einmal vor der Technik gehörigen Respekt hat. Doch die Riegel sind schnell geöffnet. Ein zusätzlicher Sicherheitsknopf verhindert, dass sich das Equipment nicht ungewollt auch während der Fahrt entriegelt. Ruck-zuck ist aus dem Rad ein Winzling für den Transport geworden.

Als Gepäckstück darf das Rad auch mit in die Bahn. Ohne, dass man eigens ein Ticket dazubuchen muss.

Thorsten Stening

Gut, das Paket in Bus oder Bahn zu hieven, erfordert schon ein wenig Muskelkraft – aber das tun die täglichen Einkäufe auch. „Zum Tragen gibt’s eine praktische Tasche dazu“, lacht Krechting-Mitarbeiter Thorsten Stening. Und schildert gleich noch weitere Vorteile: „Als Gepäckstück darf das Rad auch mit in die Bahn. Ohne, dass man eigens ein Ticket dazubuchen muss. Und selbst im ICE, in dem ansonsten keine Fahrräder mitgenommen werden dürfen, kann der Besitzer nun entspannt die Tasche mit dem Klapprad bei sich tragen.“ Ganz zu schweigen von der überflüssigen Parkplatzsuche in überfüllten Städten: Der Klapprad-Biker parkt sein Vehikel nämlich nicht irgendwo abseits und unter ferner liefen, sondern locker neben dem Schreibtisch. Nicht schlecht.

Im tragbaren Format (r. oben) geht es sogar als Gepäckstück durch.

Im tragbaren Format (r. oben) geht es sogar als Gepäckstück durch. Foto: Caroline Oeing

Kleine Abstriche bei der Akku-Leistung

Kleine Abstriche im Vergleich zum normalen Pedelec gibt’s bei der Akku-Leistung: 30 Kilometer (abhängig vom Gewicht des Nutzers und von der Qualität der Fahrstrecke) sind im Schnitt möglich, bevor das Gefährt wieder zum Laden an die Steckdose andocken muss.

Gedacht sind die E-Klappfahrräder vor allem für Pendler.

Thorsten Stening

„Gedacht sind die E-Klappfahrräder vor allem für Pendler. Also solche, die von Zuhause zum Bahnhof und vom Bahnhof zum Arbeitsplatz müssen. Oder für die, die innerstädtische Termine wahrnehmen müssen“, klärt Stening auf.

Und wie sitzt es sich auf diesem Zweirad? Ausgesprochen bequem, wie der Praxistest auf der Straße zeigt. Ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn man die etwas ausladenderen Bike-Exemplare gewohnt ist. Die Räder sind kleiner, der Lenker ebenso.

Nicht ohne Helm aufs Rad

Bevor es allerdings auf den Sattel geht, kommt Thorsten Stening mit einem Helm angerückt. Sein Vorschlag in Emanzen-Lila fällt zunächst durch, die gedeckt-schwarze Variante ist okay. „Nicht die Farbe, sondern die Sicherheit ist entscheidend“, wendet Stening ein. Recht hat der Mann, die Frau aber die Wahl. Und die fällt eindeutig aus. Der Fachmann setzt den Helm auf den Kopf der Radlerin, schaut einmal rundherum, begutachtet, dreht an diversen Knöpfen – bis endlich das Signal von ihm kommt: „Jetzt ist alles okay.“

Wichtig ist der Helm. Der muss sitzen und wird beim Neukauf ganz genau auf die Kopfgröße eingestellt (unten)

Wichtig ist der Helm. Der muss sitzen und wird beim Neukauf ganz genau auf die Kopfgröße eingestellt (unten) Foto: Caroline Oeing

Die ersten Meter auf dem Radl erscheinen noch etwas unsicher. „Der Sattel ist zu tief“, hatte Stening vorab bemerkt. Frau wollte nicht hören – lässt sich aber nun doch überzeugen.

Das Bike hat eine Menge Schwung, bringt 25 Kilometer mit Unterstützung auf die Strecke. So schnell also wie ein gedrosselter Roller. Nur benötigt man hier weder Sprit noch Führerschein. Auch ein Mindestalter ist nicht vorgeschrieben.

► Das Fazit: Ein leichtes Treten und ein flottes Vorwärtskommen zeichnen das Fahren mit dem E-Klapprad aus. Der Komfort ist durchschnittlich. Für das kurze Hin- und Herflitzen von Punkt A nach B ist es eine nachdenkenswerte Fortbewegungsvariante. Ein kleiner, gut händelbarer Flitzer mit Power.

Pedelecs überholen Standardräder

Zwei Drittel der Verkaufsfläche im Fahrradhaus Krechting nehmen inzwischen die Pedelecs, also die Räder mit Unterstützung auf maximal 25 km/h, ein. „Es gibt bei uns inzwischen auch immer mehr gebrauchte Pedelecs im Angebot“, schildert Thorsten Stening eine Alternative zum Neukauf. Viele Firmen ermöglichen ihren Mitarbeitenden auch das Leasing eines E-Bikes. „Das ist mittlerweile Alltagsgeschäft und eine attraktive Möglichkeit.“ Wichtig, so betont er, sind bei den E-Bikes die regelmäßige Wartung und die Sicherheit. Wegen der Schnelligkeit sollte ein gut sitzender Helm auf keinen Fall fehlen. Inzwischen gibt’s sogar schon Airbags als „Halskrause“.

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