Ochtruper besuchen Pater Anthony in Indien
Ochtruper besuchen Pater Anthony in Indien

Ochtrup -

Anthony Arockiam ist nicht nur dem Mitgliedern der Gemeinde St. Lambertus, in der er viele Jahre lang gearbeitet hat, ein Begriff. Nach seiner Rückkehr nach Indien erhielt er nun Besuch. Zwei Ochtruper besuchten den Pater – und kamen mit eindrücklichen Erlebnissen und Erfahrungen zurück.

Mittwoch, 17.04.2019, 06:00 Uhr
Pater Anthony Arockiam – hier im Gespräch mit Mitgliedern seiner Gemeinde – erhielt jetzt Besuch von Barbara und Josef Grave aus seiner ehemaligen Gemeinde St. Lambertus Och­trup.
Pater Anthony Arockiam – hier im Gespräch mit Mitgliedern seiner Gemeinde – erhielt jetzt Besuch von Barbara und Josef Grave aus seiner ehemaligen Gemeinde St. Lambertus Och­trup. Foto: Barbara Grave

Wie geht es eigentlich Pater Anthony? Das wollten Barbara und Josef Grave genauer wissen und haben ihn besucht. „Ausgezeichnet“, hat der Geistliche ihnen geantwortet.

Pater Anthony Arockiam hat acht Jahre mit einer kleinen Unterbrechung in der Gemeinde St. Lambertus Och­trup gearbeitet. Nun lebt er seit über einem halben Jahr in der Stadt Sendurai im Tamil-Nadu in Süd-Indien. Dort leitet er die Pfarrgemeinde St. Joseph und wird von seinen Mitbrüdern Pater Britto und Pater Johnson unterstützt. Die drei wohnen im Pfarrhaus direkt neben der Kirche, haben ein gutes Verhältnis zueinander, tauschen sich bei den gemeinsamen Mahlzeiten aus und lachen viel. Überhaupt: Wo Anthony sich aufhält, wird viel gelacht. Er ist ein echter Seelsorger, geht zu den Menschen, besucht sie zu Hause und geht auf ihre Nöte und Anliegen ein.

Neues Zuhause in Sendurai

Anthony ist verantwortlich für die Gemeindemitglieder in Sendurai und fünf weitere umliegende Ortschaften. Gleichzeitig unterrichtet er zweimal pro Woche Englisch in der von dem MSFS-Orden (Missionare des heiligen Franz von Sales ) geleiteten Schule. Pater Britto ist Leiter dieser Schule, Pater Johnson verwaltet die Finanzen und ist für die 24 angestellten Lehrer zuständig. 410 Kinder werden von diesen bis zur zehnten Klasse unterrichtet, davon 95 Kindergartenkinder. Der MSFS-Orden greift einigen Familien, die sich zum Beispiel keinen Schulbesuch der Kinder leisten können, finanziell unter die Arme. Pfarrer Anthony unterstützt diese Projekte auch mit Zuwendungen aus Ochtrup.

Die Gemeinde St. Joseph Sendurai ist eine lebendige Gemeinde mit gut besuchten Gottesdiensten, Jugendarbeit, Kreuzwegandachten und vielem mehr. Die Gläubigen – auch viele Kinder und Jugendliche – kommen gerne zu den Gottesdiensten, sitzen oder knien auf dem Boden oder auf einigen wenige Stühlen und Bänken – links die Männer, rechts die Frauen – und singen und beten voller Inbrunst. Einige Frauen stimmen die Lieder im Chor über Mikrofone an. Alle Türen der Kirche sind weit offen, die Ventilatoren arbeiten auf Höchststufe – bei zurzeit am frühen Vormittag schon 30 Grad.

Jeden Morgen um 5.30 Uhr kommt der Küster und läutet die Glocken, spricht laut Gebete, die über die Lautsprecheranlage die Umgebung beschallen und spielt Kirchenlieder. Das gleiche machen die Priester aus einem Hindu-Tempel – und dann sind wirklich alle wach.

Viele Menschen sind arm

Die Menschen in Sendurai und Umgebung sind überwiegend sehr arm. Sie leben in bescheidenen Verhältnissen. Viele Häuser haben einen Schlafraum, einen Essensraum und eine Küche – auf zirka 40 bis 60 Quadratmetern. Die Toilette ist außerhalb. Manche leben in Hütten, mit einem Dach aus Palmblättern.

Etwas Wohlstand zeigt sich in größeren Häusern mit Holztüren im Wohnbereich – normalerweise gibt es Vorhänge, die die einzelnen Bereiche abtrennen, oder es ist alles offen. Die Häuser stehen zum Teil sehr eng zusammen, getrennt von schmalen Wegen, wo gerade ein Motorrad (eines der meist genutzten Fortbewegungsmittel) durchfahren kann. Links und rechts offene Gräben, aus denen es manchmal nicht gut riecht. Wasser muss oft von für alle zugänglichen Stellen geholt werden. Aber es gibt auch Wohnhäuser mit Wasseranschluss.

Wir sind dankbar für die Begegnungen und Einblicke, die uns der Besuch ermöglicht hat.

Barbara und Josef Grave

Für Barbara und Josef Grave waren es eindrückliche Erfahrungen. „Wir sind dankbar für die Begegnungen und Einblicke, die uns der Besuch ermöglicht hat“, lautete ihr Fazit nach der Rückkehr aus Indien.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6548596?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Eiersuche mit Picknick
Insgesamt 11 000 bunte Ostereier haben Kinderherzen am Montag im Schlossgarten höhe schlagen lassen.
Nachrichten-Ticker