Ochtruperinnen legen Bühnenreifeprüfung ab
Als Trio bei der Stange geblieben

Ochtrup -

Den Traum vom klassischen Tutu, mit einem strengen Dutt und dazu anmutige Spitzenschuhe – den hatte wohl jedes kleine Mädchen. Anna Weßling, Lena Heitmann und Femke Hüsemann leben ihn noch heute. Erst vor einem halben Jahr sind die drei jungen Erwachsenen noch einen Schritt weiter gegangen und legte ihre Bühnenreifeprüfung ab.

Mittwoch, 24.04.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 24.04.2019, 16:56 Uhr
Zwei Jahre lang haben sich die drei Ochtruperinnen (v.l.) Lena Heitmann, Femke Hüsemann und Anna Weßling gemeinsam auf die Bühnenreifeprüfung vorbereitet.
Zwei Jahre lang haben sich die drei Ochtruperinnen (v.l.) Lena Heitmann, Femke Hüsemann und Anna Weßling gemeinsam auf die Bühnenreifeprüfung vorbereitet. Foto: Rieke Tombült

Zwei Jahre lang haben sie sich auf diesen großen Tag vorbereitet, um in drei Teilen ihr Können unter Beweis zu stellen. Zunächst präsentierten sich die Ballerinas an der Stange. Als sie da die ersten zehn Übungen vorgestellt hatten, profilierten sie sich in der sogenannten „Mitte“. Der letzte Teil bestand daraus, einen erlernten Tanz vor der internationalen Jury vorzuführen. „Wir waren mega nervös“, erinnert sich die 18-jährige Studentin Femke Hüsemann . Kein Wunder: Tänzerinnen aus vielen Teilen Deutschlands verschlug es an diesem Tag nach Dortmund ins „Ballettzentrum Westfalen“. Sich mit denen zu messen, war schon eine Herausforderung. Hinzu kam, dass die gesamte Prüfung von einer Live-Pianistin aus Amerika begleitet wurde.

Fünf Stunden Training pro Woche

Am Ende des Tages meisterten sie diese aber mit Bravour. Noch heute halten die Mädels ihre Zertifikate voller Stolz in den Händen. Ohne die fachkompetente Unterstützung ihrer Trainerin Marike Hoffmann wäre es aber wohl nie so weit gekommen. In der heißen Phase vor der Prüfung haben sich die vier sogar teilweise fünf Stunden in der Woche getroffen, sodass sie sich nicht nur fachlich verbessert haben, sondern auch zwischenmenschlich fest zusammengewachsen sind.

Wie Vokabellernen

Nicht selten kommt es vor, dass die Tänzerinnen in ihre „Ballett-Sprache“ verfallen und Außenstehende sprichwörtlich nur Bahnhof verstehen. Das Erlernen der ganzen französischen Fachbegriffe war übrigens ebenfalls ein Bestandteil der Prüfung. „Das läuft eigentlich genauso wie Vokabellernen ab, nur dass die Übersetzung eben ein Sprung ist“, bringt es die 17-jährige Schülern Anna Weßling auf den Punkt.

Seitdem sie vier Jahre alt sind, tanzen Anna Weßling, Lena Heitmann und Femke Hüsemann Ballett. Warum sie im Vergleich zu vielen anderen bei der Stange geblieben sind? „Erst hat man ja nur Spiele gespielt, aber als es dann ernster wurde, hat es auch mehr angespornt“, fasst die Ochtruperin Anna Weßling den Anreiz für alle zusammen.

In Zukunft wird sich das eingespielte Quartett wohl nicht mehr regelmäßig – wie in der bisherigen Form – treffen. Femke Hüsemann studiert schon seit einem Semester Kommunikationswissenschaft in den Niederlanden, Anna Weßling strebt eine Karriere als Lehrerin an und Lena Heitmann möchte erst einmal Erfahrungen als Au Pair in den USA sammeln.

Ihre Trainerin Marike Hoffmann vermisst ihr Trio schon jetzt. Sie hat aber noch weitere Gruppen, mit denen sie ihre Passion teilt. Und es bleiben die Erinnerungen an die Ballettstunden, aber vor allem an die durchgestandene Prüfung.

Prüfungszertifikat ist mit dem Abitur vergleichbar

Bereits im vergangen Herbst traten Anna Wessling, Lena Heitmann und Femke Hüsemann zur Ballettprüfung an. Sie tanzten bei einer rund 75-minütigen Prüfung vor einer Jury der Royal Academy of Dance (kurz: RAD) in Dortmund vor und wurden als Gruppe in verschiedenen Disziplinen bewertet. Die RAD – mit Sitz in London – erstellt seit den 1920er Jahren Lehrpläne und Richtlinien für die internationale Ballettausbildung und legt die Prüfungsbedingungen fest. „Das nun ertanzte RAD-Level 3-Certificate ist mit dem Abitur zu vergleichen“, sagt Ballettlehrerin Marike Hoffman. Die Dozentin der Musikschule hat die drei jungen Frauen auf dem Weg zur Prüfung und in der Ballettausbildung begleitet. In einer Feierstunde wurden nun die Zertifikate überreicht. Musikschulleiter Andreas Hermjakob, gratulierte und wünschte für die anstehenden Abiturprüfungen mindestens so viel Erfolg wie beim Tanzabitur.

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