KAB-Thema: „Stadtentwicklung und Bauverdichtung“
Wohnraum bleibt weiterhin Mangelware

Ochtrup -

Matthias Dankbar, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, Vorsitzender des Ausschusses für Planen und Bauen sowie stellvertretender Bürgermeister, war jetzt Gast der KAB. Dankbar referierte zum Thema „Stadtentwicklung und Bauverdichtung“, wie die Veranstalter in einem Pressebericht mitteilen.

Dienstag, 07.05.2019, 05:00 Uhr
Matthias Dankbar stellte sich als Referent zur Verfügung.
Matthias Dankbar stellte sich als Referent zur Verfügung. Foto: KAB

Zunächst warf der Referent einen Blick in die Statistik von 1960. „Vor knapp 60 Jahren hatte die BRD 73 Millionen Menschen wohnwirtschaftlich zu versorgen. Diese kamen mit einem Wohnraum von etwa 20 Quadratmeter pro Person aus. Heute nutzen rund 82 Millionen Menschen statistisch einen Wohnraum von 40 Quadratmetern pro Person. Etwa 40 Prozent aller Haushalte sind Single-Haushalte. Das Wohnmodell 1960 bestand auf dem Land (in Ochtrup) aus Grundstücken zwischen 1000 und 2500 Quadratmetern, bebaut mit einem Einfamilienhaus“, heißt es im Bericht.

Heute benötige man diese großen Grundstücke nicht mehr. „Der Garten wurde früher zur Versorgung genutzt – heute braucht man nur noch Rasenflächen mit einem Ziergarten. Die Kinder der 1960er Generation haben eigene (Wohn-)Vorstellungen. Häufig benötigen die sie die Grundstücke der Eltern aufgrund von Studium und Wegzug nicht mehr“, schreibt die KAB.

Die Bauverdichtung polarisiere und führe zu vielen Diskussionen. Dabei seien Nachverdichtungen politisch gewünscht und dienten als Mittel zur Verringerung der Wohnungsnot und hoher Preise. Gespräche würden darüber weiter geführt werden müssen, da der Wohnraum in Ochtrup auch in den nächsten Jahren Mangelware sein werde. Dies sei auch dem funktionierenden DOC zu verdanken. Ein Ausbau des Outlet-Centers führe zu einer weiteren Verknappung von Wohnraum, schlussfolgerte Dankbar. Ochtrup werde statistisch gesehen noch bis 2030 wachsen. Die Nachfrage entscheide über den Preis von Wohnraum. In der Innenstadt würden schon Preise jenseits der 300 Euro je Quadratmeter aufgerufen. Investoren seien häufiger als früher Vertragspartner von Verkäufern. Damit steige auch deren Marktposition.

Die Einflussnahmemöglichkeiten der Stadt sind beschränkt.

Matthias Dankbar

Die Einflussnahmemöglichkeiten der Stadt seien beschränkt, gab Matthias Dankbar zu. Grundsätzlich gebe es nur in wenigen berechtigten Ausnahmefällen ein Vorkaufsrecht der Kommune. Da nutze auch die schon seit 1979 existierende Bauleitplanung nichts. Ein Arbeitskreis der Stadt habe sich den obigen Problematiken genähert und stehe auch einer dreigeschossigen Bauweise im Innenstadtbereich durchaus positiv gegenüber.

Die Arbeiten an der teilweise bereits maroden Bausubstanz an einigen Häusern in der Weinerstrasse würden voraussichtlich im nächsten Jahr starten können. Die Investoren müssten sich jedoch an bestimmten Vorgaben ausrichten. So sollten schmale Fensterfronten bevorzugt werden, die Fassaden ihren kleinteiligen Charakter behalten und eine Breite von zwölf Metern nicht überschreiten.

Die Planungen des Rathausneubaus seien noch nicht abgeschlossen, erklärte der Referent. Hier kämen erschwerend Bedenken der Denkmalbehörde zu den Gebäuden am Kniepenkamp hinzu, die berücksichtigt werden müssten. Firmenansiedlungen seien wichtig für die Weiterentwicklung der Stadt und für das Steueraufkommen. Es stünden aber nur eingeschränkt Flächen zur Verfügung. Grundstücke nördlich zum Weinerpark sollten neu ausgewiesen werden. Zur Ansiedlungen von Firmen an der Gronauer Straße äußere sich die Bezirksregierung kritisch.

Ebenfalls diskutiert wurde die komplexe Materie zum Bau eines Krematoriums in Ochtrup. Die Fragestellungen werde die Anwälte wohl noch länger beschäftigen. Hochgekocht seien überdies noch einmal die Emotionen zu den Baumfällungen am Postdamm.

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