Josef Jäger arbeitet Fassaden nach
Hölzerne Ansichten

Ochtrup -

Sie lassen kein Detail vermissen: die hölzernen Fassaden, die Josef Jäger, Mitglied in der Holzgruppe des Ochtruper Heimatvereins, von den verschiedensten Ansichten stadtbildprägender Häuser in Ochtrup nachgebaut hat.

Mittwoch, 08.05.2019, 06:00 Uhr
Insgesamt 15 Fassaden-Ansichten hat Josef Jäger bereits nachgebaut.
Insgesamt 15 Fassaden-Ansichten hat Josef Jäger bereits nachgebaut. Foto: Susanne Menzel

Der Handwerker selbst, nein, eher der Künstler, ist krankheitsbedingt leider nicht dabei. Dafür springen die „Hüter seiner Schätze“ in Person des Heimatvereinsvorsitzenden Manfred Schründer und Holzgruppen-Kollege Peter Tonke ein. Sie präsentieren die inzwischen auf stattliche 15 Exemplare angewachsene Sammlung von Fassaden stadtbildprägender Häuser in der Töpferstadt.

Ursprünglich steckte hinter der Idee, die maßstabsgerechten Ansichten aus Holz nachzubauen, die Absicht, daraus einen Adventskalender zu fertigen. Deshalb verfügen alle Miniaturen auch über die entsprechende Beleuchtung. „Bislang haben wir die 24 Stück aber noch nicht erreicht“, sagt Manfred Schründer. Obwohl sein Kollege Josef Jäger , früher als Werklehrer tätig und mit seinen 81 Jahren als Rentner inzwischen gerne auf Reisen, die Nachbildungen detailgetreu in kürzester Zeit fertigt. „Es ist schon erstaunlich, was Josef inzwischen produziert hat“, zollen ihm Schründer und Tonke höchstes Lob.

„Der Josef ist häufig mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs, den Blick nach oben gerichtet, um besonders schöne Fassaden zu entdecken. Mitunter misst er die Häuser direkt vor Ort aus und fotografiert sie. Nur selten kommen wir ja an die Original-Bauzeichnungen heran“, erzählt der Heimatvereins-Vorsitzende.

Einmal in der Woche, immer wieder montags, trifft sich dann die sechsköpfige Crew – neben Schründer, Tonke und Jäger gehören noch Manfred Dankbar, Jürgen Rempe und Bruno Kippelt dazu – im Werkraum im Keller der Villa Winkel zu einer kreativen Schaffensphase. „Oft fängt Josef dann hier mit den ersten Arbeiten an, um sie später daheim in aller Ruhe fortzusetzen. Dabei kann er sich dann auch schon mal zwölf Stunden am Stück in seiner eigenen Werkstatt verschanzen, wenn er an einer besonderen Aufgabe sitzt“, wissen die Kollegen. Dabei ist der Raum, den der Heimatverein in der Villa nutzt, auch nicht von schlechten Eltern: mit Drechselmaschinen, elektrischen Dekupier- und Kreissägen ebenso ausgestattet wie mit allem anderen notwendigen Werkzeug, ist er ein Paradies für jeden Handwerker. „Viele Dinge haben wir gespendet bekommen, die hätten wir uns sonst gar nicht leisten können“, gibt Manfred Schründer zu. Und einige der Werkzeuge hängen leider auch manchmal über Wochen unbenutzt an der Wand oder liegen in der Schublade. Denn so eifrig, wie der eingeschworene Stamm auch ist, „uns fehlt Nachwuchs – oder zumindest Verstärkung“, sagen die Rentner.

Peter Tonke (l.) und Manfred Schründer präsentieren hier ein weiteres handwerkliches Exemplar.

Peter Tonke (l.) und Manfred Schründer präsentieren hier ein weiteres handwerkliches Exemplar. Foto: Susanne Menzel

Sie würden gerne – wie schon in der Vergangenheit – wieder Kinder und Jugendliche ans Werkeln heranführen. „Wir hatten bis vor einem Jahr einen regelmäßigen, vierzehntägigen Kursus für die Dritt- und Vierklässler. Die Teilnehmer gingen mit viel Spaß an die Sache“, schildert Manfred Schründer. Allerdings war es eine Schwierigkeit, mit zwei, drei Erwachsenen auf die zehnköpfige Gruppe zu achten. Vor allem vor dem Hintergrund des Arbeitsschutzes. „Um solch ein Angebot wieder aufnehmen zu können, müssen wir mehr Helfer und Beteiligte sein“, wirbt der Heimatvereins-Vorsitzende deshalb um weitere Interessenten. „Es hat auch uns viel gebracht, unser Wissen weiter zu vermitteln. Wir haben einen Bauernhof hergestellt, mit Tieren und Gebäuden und allem, was dazugehört. Oder Nistkästen, die im Stadtpark aufgehängt wurden. Auch Insektenhotels sind dabei entstanden“, zählt er auf. Wer sich vorstellen kann, die Holzgruppe zu verstärken (Treffen immer montags von 15 bis 17 Uhr in der Villa Winkel), kann sich mit Manfred Schründer (Telefon 0 25 53 / 63 82) in Verbindung setzen.

Als nächstes aber werden jetzt erst einmal die 15 beleuchteten Holz-Fassaden von Josef Jäger einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Beim Internationalen Museumstag am 19. Mai (Sonntag) im Leineweberhaus werden die sehenswerten Exponate ausgestellt.

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