Erste Ansätze fürs Grünflächenpflegekonzept
In Ochtrup wird Rasen heiß geliebt

Ochtrup -

„Die Ochtruper lieben Rasen“, kommentierte Diplom-Ingenieurin Monika Böhm bei der Vorstellung des Grünflächenpflegekonzeptes am Dienstagabend im Umweltausschuss mit trockenem Humor.

Donnerstag, 09.05.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 16:02 Uhr
Als hochwertig und pflegeintensiv wird der Bereich um die Villa Winkel eingestuft. In diese Kategorie gehören auch ein Teil der Fußgängerzone, der Laurenzstraße sowie der Lambertikirchplatz, sagt Monika Böhm vom Büro „mb Grünmanagement“ in Konstanz.
Als hochwertig und pflegeintensiv wird der Bereich um die Villa Winkel eingestuft. In diese Kategorie gehören auch ein Teil der Fußgängerzone, der Laurenzstraße sowie der Lambertikirchplatz, sagt Monika Böhm vom Büro „mb Grünmanagement“ in Konstanz. Foto: Susanne Menzel

„Die Sportplatzflächen werden in dieser Stadt 60 Mal pro Jahr gemäht. Die Höchstwerte liegen deutschlandweit bei durchschnittlich 40 Mal pro Jahr“, führte Monika Böhm an. Und hatte ein weiteres Beispiel in Petto: „Öffentliche Rasenflächen werden in der Töpferstadt 30 Mal jährlich bearbeitet. Die DIN-Norm liegt bei 15 Mal.“ Auch das Walzen der Trainingsflächen liege dem Ochtruper am Herzen: 40 statt standardmäßig zwölf Mal seien es hier pro Jahr. Unrat dagegen würde an manchen Stelle zu wenig entfernt, auch der Randschnitt aus Gründen der Verkehrssicherheit dürfte sich nach Ansicht der Fachfrau in der Anzahl verdoppeln.

Alsdann gab Böhm einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge. Die Stadt sei gerade dabei, sämtliche Flächen in einem Kataster aufzunehmen. Erfolgt ist bereits eine erste Qualitätsbestimmung, welche Anlagen in die drei Kategorien (hochwertig, mittlerer Standard, extensiv) einzuordnen seien. Monika Böhm: „Sobald wir das abgeschlossen haben, können wir in die Bereiche Steuerung und Verwaltung eintreten und uns die einzelnen Arbeitsprozesse differenziert anschauen: Was wird in welcher Zeit durchgeführt und welche Arbeiten könnte man vergeben.“ Letzter Punkt in dem Konzept seien Arbeitsmethoden und Maschinen.

Gemeinsam mit den zuständigen Ämtern in der Kommune hält Monika Böhm etwa tabellarisch fest, in welchem Zustand sich die einzelnen Anlagen befinden, wie viel Zeit für die Arbeiten daran aufgebracht wird und wie viel Zeit nach Standard dafür vorgesehen wäre. „Darauf basierend, werden dann Jahrespläne festgelegt.“

Drei Kategorien sieht das Grünflächenpflegekonzept vor: Die oberste beinhaltet hochwertige und repräsentative Anlagen. Darunter fallen neben der Fußgängerzone auch die Laurenzstraße, der Lambertikirchplatz sowie die Villa Winkel (ohne den angrenzenden Stadtpark). Kategorie zwei, die Alltagsanlagen, sind nach Ansicht Böhms „Standards, aber ohne Chichi, wie die Wallanlagen, der Stadtpark, Einfall- und Ringstraßen oder die Marienschule.“ Naturnah, teils mit Blumenwiesen und ohne Möblierung präsentieren sich in der dritten Sparte jene Flächen, „die ökologisch belassen sind und nur eine Grunderhaltung erfordern. Als da wären untergeordnete Wohnstraßen, das Bergfreibad, der Bahnhof, der Feuerlöschteich sowie Streuobstwiesen.“

In der „Entwicklungspflege“ befinden sich darüber hinaus alle Neuanlagen von Flächen.

Am Beispiel der Villa Winkel zeigte Monika Böhm auf, „dass dort zum Erhalt des hohen Standards einiges getan werden müsste. Das beginnt bei der Sanierung der Wegebeläge, geht über den Austausch der unterschiedlichen Pflanzkübel bis hin zur Ergänzung der lückenhaften Bepflanzung. Ziel sollte mehr Pflanzen- und Blütenvielfalt sein.“ Dass hier bis Ende des Jahres durchaus Veränderungspotenzial gegeben sei, mochte die Verwaltung zwar ebenso sehen, mangels personeller Ausstattung warnte Karin Korten jedoch vor zu viel Enthusiasmus.

Dass eine lückenhafte Bepflanzung zeit- und kostenintensiver zu pflegen ist als eine geschlossene, rechnete Böhm den Ausschussgremium gleichermaßen vor wie sie Tipps gab, überalterte Strauch und Baumbestände zu erneuern, außerhalb eines Bolzplatzes eine Blumenwiese anzulegen sowie zu überlegen, welche Arbeiten selbst und welche von Fremdfirmen vorgenommen werden sollten. „Entsprechende Haushaltsmittel sollten natürlich jährlich bereitgestellt werden“, beantwortete die Fachfrau die Zwischenfrage: „Wer soll das bezahlen?“ Karin Korten vom Fachbereich Bauen, Planen und Umwelt: „Grundsätzlich geht‘s jetzt darum: Wie schnell wollen wir weitermachen?“ Darüber, so die Fraktionen, würden sie jetzt erst einmal intensiv intern beraten.

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