Neugestaltung der Bahnhofstraße
Jetzt geht‘s ans Eingemachte

Ochtrup -

Ochtrups „gute Stube“ ist in die Jahre gekommen, keine Frage. Ein Zustand, der aber noch in diesem Jahr geändert werden soll. Mit welchen Details die Bahnhofstraße demnächst aufgehübscht werden könnte, stellte Landschaftsarchitekt Carsten Paul vom beauftragten Planungsbüro NTS am Montagabend den Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses vor.

Mittwoch, 15.05.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 15.05.2019, 10:18 Uhr
Die Möblierung der Bahnhofstraße greift die Elemente rund um den Lamberti-Kirchplatz auf, erläuterte Landschaftsarchitekt Carsten Paul vom Planungsbüro NTS am Montagabend den Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses
Die Möblierung der Bahnhofstraße greift die Elemente rund um den Lamberti-Kirchplatz auf, erläuterte Landschaftsarchitekt Carsten Paul vom Planungsbüro NTS am Montagabend den Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses Foto: Susanne Menzel

NTS, das nicht nur für den Kreisverkehr an der Stadthalle, sondern ebenso für das neue Gesicht der Innenstädte von Emsdetten, Stadtlohn und aktuell Dülmen verantwortlich zeichnet, hatte dabei auch die Anregungen aus der Anliegerversammlung Anfang April ins Konzept mit einfließen lassen, wie Paul betonte.

Die Bahnhofstraße soll zwischen Pottbäckerplatz und Professor-Gärtner-Straße mit dem gleichen Pflaster belegt werden, mit dem bereits der Lamberti-Kirchplatz ausgestattet ist. Carsten Paul: „Wir werden dabei optisch zwei verschiedene Straßenräume gestalten: den für Fußgänger und jenen für den motorisierten Verkehr. Um den Durchgang für die Feuerwehr zu ermöglichen, werden Baumstandorte, Fahrradständer und Bänke ein Stück in Richtung der Hausfassaden verschoben.“

Verkehrstechnisch etwas entzerrt werden soll die Situation vor dem K+K-Markt: Dort stört momentan vor allem der Baum vor dem Eingangsbereich. Dieser soll jedoch laut Paul stehen bleiben: „Wir werden Fahrradständer davor positionieren, um zu vermeiden, dass Autofahrer ständig dort die Kurve zu den Parkplätzen hin schleifen.“

Die von dem Landschaftsarchitekten und dem Büro NTS favorisierten Poller in Höhe des Eiscafés allerdings fanden nur wenig Zustimmung. „Wie sollen die Geschäfte denn dann beliefert werden?“, fragte sich beispielsweise Hajo Steffers ( CDU ), der darauf verwies, „dass das Bürounternehmen meiner Frau regelmäßig Ware erhält. Da muss eine Zufahrt gewährleistet sein.“ Paul wies die Politiker darauf hin, dass es sinnvoller sei, die Vorrichtungen für Poller im Zuge der Straßenbauarbeiten mit einzuplanen und zu installieren, „als wenn sie später, wenn alles fertig ist, wieder aufreißen müssen. So können die Bodenhülsen mit Kappen verschlossen und die Absperrungen bei Bedarf eingesetzt werden.“

Die Zahl der Stellplätze auf der Bahnhofstraße bleibt auch nach der Erneuerung auf dem Ist-Stand, versicherte der Planer auf Rückfrage: „Ich weiß nicht, dass irgendwo eine Fläche wegfällt.“

Die gesamte Fußgängerzone soll barrierefrei nutzbar sein, was laut Paul „eine Herausforderung ist, weil doch einiges Gefälle vorhanden ist.“ So werde im Bereich der Bäckerei mit einer Stufe gearbeitet, die zur anderen Seite hin ausläuft. In Richtung des Ladens könne der Unternehmer mit einer festen und vor dem Mauervorsprung mit einer mobilen Bestuhlung arbeiten.

Diskussionen entspannten sich noch einmal um den Punkt der Abwasserkanäle. Ob diese für Starkregen ausgelegt sind, vermochte Carsten Paul nicht zu beantworten: „Das ist die Zuständigkeit der Stadtwerke.“ Die Politiker beschlossen vor dem Hintergrund dieser Aussage, deren Vertreter zu einer der nächsten Sitzungen einzuladen, um hier exakte Informationen zu erhalten. Der Referent wusste allerdings, „dass die Hälfte der Hausanschlüsse, mindestens 15 Stück an der Zahl, erneuert werden muss.“

Intensiv besprochen wurden abschließend noch die geplanten Gehölzpflanzungen. Hier stellte Carsten Paul mit dem dornlosen Lederhülsenbaum und der Felsenbirne als Hochstamm zwei Alternativen vor. Die Mehrheit der Ausschussmitglieder votierte nach ausgiebiger Abwägung aller positiven und negativen Argumente für die Felsenbirne.

Offen ist nun noch die Frage, ob im Zuge der Sanierung auch die ehemalige Kirch-Passage mitgestaltet wird. Dieses Areal befindet sich in Privateigentum. Die Stadtverwaltung wurde von dem Gremium deshalb beauftragt, diesbezüglich Gespräche mit dem Besitzer zu führen.

Der zeitliche Ablauf

Am 24. Mai (Freitag) wird ein Gutachter noch einmal Bodenproben an der Bahnhofstraße ziehen, um „böse Überraschungen“ möglichst auszuschließen. Baustart wäre am Pott­bäckerplatz. Laut Carsten Paul startet jetzt die Ausschreibungsphase, „im Juli könnten wir dann in die Bauvergabe gehen.“ Ihm sei aber daran gelegen, „dass wir lieber zwei bis drei Wochen Karenzzeit einplanen, dafür die ausführenden Betriebe aber vertraglich verpflichten, die Gewerke an einem Stück fertig zu stellen.“ Er versprach auf Bitten der Ausschussmitglieder, die Anlieger mit zeitlichem Vorlauf über Baubeginn und den Ablauf der einzelnen Arbeiten zu informieren. Eine Befahrbarkeit der Bahnhofstraße bleibe schon im Hinblick auf mögliche Einsätze der Feuerwehr während der gesamten Baumaßnahme gewährleistet. Die Gesamtkosten für die Sanierung beziffert der Planer auf 550 000 Euro.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6612031?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Zwischen Gelassenheit und Videokontrolle
Polizeipräsident Hajo Kuhlisch durfte gemeinsam mit jungen israelischen Sicherheitskräften am Memorial Day einen Kranz niederlegen: „Eine sehr emotionale Erfahrung“, zeigte sich Kuhlisch hinterher beeindruckt.
Nachrichten-Ticker