Internationaler Museumstag
Lebendige Angebote in und um Ochtrup

Ochtrup -

Jede Menge los ist am Sonntag (19. Mai) beim Museumstag in Ochtrup. Die Organisatoren haben sich jede Menge einfallen lassen und ein buntes wie auch lebendiges Angebot zusammengestellt.

Mittwoch, 15.05.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 15.05.2019, 10:18 Uhr
Historische gewandet, mit tollen Ideen für den Museumstag im Gepäck: Die Organisatoren des Spektakels in Ochtrup haben sich in diesem Jahr jede Menge einfallen lassen.
Historische gewandet, mit tollen Ideen für den Museumstag im Gepäck: Die Organisatoren des Spektakels in Ochtrup haben sich in diesem Jahr jede Menge einfallen lassen. Foto: Steven

Das Leineweberhaus wirkt an diesem Nachmittag irgendwie sehr lebendig. Vielleicht liegt es daran, dass ein gutes Dutzend Menschen herumwuselt, die alle aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen. Zylinder, Gehröcke und der münsterländer Kiel in dunkelblau bei den Herren, die Damen tragen aufwendig bestickte Hauben und Schultertücher, dazu poltern Kinder in Holzpatinen durch den Raum. Vielleicht haben sich diese Töpferstädter aber auch einfach das Motto des diesjährigen Internationalen Museumstages am Sonntag (19. Mai) „Museen – Zukunft lebendiger Traditionen“ zu Eigen gemacht.

Es ist bereits die sechste Auflage des Spektakels. Jedes Jahr überlegen sich die Verantwortlichen andere Aktionen und Ideen. In diesem Jahr ist es eine besonders runde Angelegenheit geworden. „Kultur-Hopping“ ist der Begriff, den Bürgermeister Kai Hutzenlaub beim Presstermin wählt. Neun Stationen in Ochtrup und Langenhorst können Besucher diesmal ansteuern. Damit sie dabei nicht müde werden oder falls das Wetter nicht mitspielen sollte, wird ein Oldtimerbus eingesetzt. Das aus dem Jahr 1952 stammende knallrote Gefährt fungiert beim Museumstag als Shuttle-Service.

Der Startschuss fällt um 11 Uhr an der Villa Winkel. Dort übernimmt Kai Hutzenlaub die Begrüßung. Für die musikalische Gestaltung sorgen „Die Bertinos“, eine Band, die sich der Musik der 60er Jahre verschrieben hat.

Schüler des Gymnasiums und der Realschule – hier mit Stadtarchivarin Karin Schlesiger (l.) – präsentieren verschiedene Ausstellungen.

Schüler des Gymnasiums und der Realschule – hier mit Stadtarchivarin Karin Schlesiger (l.) – präsentieren verschiedene Ausstellungen. Foto: Anne Steven

In der Villa Winkel wartet zudem eine Bildausstellung „Ochtrup – (m)eine lebenswerte Stadt“ und ein besonderes Hörspiel zur Novemberrevolution 1918. Während die Ausstellung das Ergebnis eines Kooperationsprojekts von Realschule, Stadtarchiv und Fotograf Dieter Blase darstellt und die Stadtentwicklung der vergangenen 200 Jahre in den Fokus nimmt, ist das Hörspiel ein Projekt von Nico Brinkschmidt und Jacob Philipps. Die beiden Gymnasiasten werteten dazu Tagebücher, Briefe, Fotos und Akten aus. Das Ergebnis lässt die Ereignisse, ausgehend vom Matrosenaufstand in Kiel bis hin zur Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrates in Ochtrup, lebendig werden – in Ton und Bild. „Wir laden zu diesen unruhigen Zeiten ein“, freut sich Stadtarchivarin Karin Schlesiger auf möglichst viele Besucher.

Auch sie ist an diesem Nachmittag in historische Gewänder gekleidet. Die Haube ist noch etwas ungewohnt. Auch die anderen Akteure beim Museumstag zupfen noch hier und da an sich herum. Und das gegenseitige Erkennen ist ebenfalls gar nicht so einfach. Gekonnt spielen sie sich beim Pressetermin die Bälle zu und präsentieren einer nach dem anderen die verschiedenen Aktionen.

So lohnt es an diesem Tag auch, an der Bergwindmühle vorbeizuschauen. Ab 14 Uhr

Müller Markus Issinghoff wartet an der Bergwindmühle mit tollen Programmpunkten.

Müller Markus Issinghoff wartet an der Bergwindmühle mit tollen Programmpunkten. Foto: Anne Steven

dürfen Kinder dort ein Mühlensegel bemalen, das später am Wallholländer aufgespannt wird. Außerdem im Angebot: Stockbrot backen.

Weiter geht das Kulturhopping im Puppenmuseum. Betty Schürmann präsentiert dort eine neue Celluloid-Puppensammlung aus den Niederlanden (wir berichteten). Und die jüngsten Besucher dürfen in einer eigens für sie eingerichteten Spielecke den Unterhaltungswert von Spielzeug aus Großmutters Zeiten testen.

In der Galerie des Puspin-Studios wartet eine weitere Ausstellung auf die Besucher des Museumstages. Almuth Rusteberg und ihre Schüler vom Gymnasium präsentieren dort einen Querschnitt von Schülerwerken aus dem Unterricht, darunter verschiedene Bilder, aber auch zum Beispiel Stop-Motion-Filme.

Im Töpfereimuseum ist Keramikerin Irene Cebaus zu Gast. Sie beantwortet Fragen zu ihrer aktuellen Sonderausstellung. Und im Innenhof wird – sofern das Wetter es zulässt – getöpfert, „was das Zeug hält“, versprechen Tanja Withut und Christa Holtmannspötter.

Wollen im Hof des Töpfereimuseums „töpfern, was das Zeug hält“: Tanja Withut (r.) und Christa Holtmannspötter.

Wollen im Hof des Töpfereimuseums „töpfern, was das Zeug hält“: Tanja Withut (r.) und Christa Holtmannspötter. Foto: Anne Steven

Eines der ältesten und geschichtsträchtigsten Gebäude Ochtrups steht in Langenhorst. Hildegard Schulze Elshoff bietet in der dortigen Stiftskirche Führungen an. Im Alten Spieker gegenüber warten die Mitglieder des Heimatvereins mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen. „Außerdem peppen wir den Spieker mit Ausstellungsstücken aus dem Puppenmuseum auf“, verspricht Vorsitzender Manfred Schründer. Die hölzernen Fassaden stadtbildprägender Häuser in der Töpferstadt von Josef Jäger sind übrigens in der Villa Winkel zu bestaunen. Gemeinsam mit ihm, Peter Tonke und Heinz Fehren betreut Schründer dieses Projekt.

In der Villa Winkel gibt es zudem eine Kaffeetafel. Und wer es eher herzhaft mag, auf den warten um die Mittagszeit Falafel und verschiedene Salate, die die Mitglieder des Vereins „Miteinander“ zubereiten werden. Außerdem werden dort ab 13 Uhr Märchen und Geschichten aus aller Welt vorgetragen.

Frank Löpenhaus („Miteinander“), Bürgermeister Kai Hutzenlaub und Manfred Schründer (Heimatverein) lassen sich schon in historischen Gewändern von Timo Rolofs ablichten. Beim Museumstag gibt es im L eineweberhaus eine Fotoaktion der „Ochtruper Lichtmaler“.

Frank Löpenhaus („Miteinander“), Bürgermeister Kai Hutzenlaub und Manfred Schründer (Heimatverein) lassen sich schon in historischen Gewändern von Timo Rolofs ablichten. Beim Museumstag gibt es im L eineweberhaus eine Fotoaktion der „Ochtruper Lichtmaler“. Foto: Anne Steven

Zurück in Ochtrup, wartet das Leineweberhaus mit einem tiefen Einblick in Ochtrups Textilgeschichte – und die beschränkt sich nicht nur auf die Firma der Gebrüder Laurenz. Unterstützung bekommen die Mitglieder des Leinewebervereins am Museumstag von den „Ochtruper Lichtmalern“. Die Nachwuchsfotografen richten ein improvisiertes Fotostudio ein. Besucher dürfen sich dann unter dem Motto „Gut behütet“ aus dem großen Fundus an historischen Kopfbedeckungen bedienen. Die Auswahl wird fotografisch festgehalten.

Elke Wolf von der Tourist-Info und Timo Rolofs von den „Lichtmalern“ probieren sich beim Pressetermin schon mal an einem historischen Selfie. Die Generalprobe hat also schon mal geklappt. Besucher dürfen sich auf einen sehr lebendigen Museumstag 2019 freuen.

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