Mini-Shorts, Tops & Co an Ochtruper Schulen
Textile Nabelschau ist kein Thema

Ochtrup -

Allerkürzeste Tops und Mini-Shorts - was dem einen gefällt, findet der andere etwas zu gewagt. Viele Schulen haben deshalb bereits einen Dresscode eingeführt. Die WN haben sich einmal umgehört, wie die hiesigen weiterführenden Schulen mit dem Thema umgehen.

Donnerstag, 06.06.2019, 07:00 Uhr
Bei steigenden Temperaturen wird oft auch die Kleidung luftiger. In der Schule ist ein zu viel an Bauch- und Beinfreiheit allerdings nicht gerne gesehen.
Bei steigenden Temperaturen wird oft auch die Kleidung luftiger. In der Schule ist ein zu viel an Bauch- und Beinfreiheit allerdings nicht gerne gesehen. Foto: dpa

Die Temperaturen klettern höher – die Rocksäume tun es ihnen gleich. Je hitziger der Sommer daher kommt, desto luftiger die Kledage. Zumindest bei den Jugendlichen gehören in diesen Zeiten knappe Shorts und häufig bauchfreie Tops zum Standardprogramm. Auch im Klassenzimmer.

Nicht wenige Schulen haben inzwischen die Notbremse gezogen und gegen die textile Nabelschau einen Dresscode verhängt: bauchfrei verboten, zu knappe und enge Röcke und Hosen ebenso.

In Ochtrup allerdings sehen die Schulleitungen das Thema eher gelassen. Bisher, so Peter Grus , Schulleiter am Städtischen Gymnasium, „gab es noch keinen Grund zum Eingreifen. Wir haben keine Auffälligkeiten registriert, die uns zum Handeln veranlasst hätten. Kleidungsmäßig verläuft hier alles im Rahmen.“ Das gelte für die Kinder und Jugendlichen ebenso wie für die Erwachsenen. Denn auch für das Lehrerkollegium gelten keine Textilvorschriften. Peter Gus: „Jeder muss eigentlich selber wissen, was er trägt. Auch unter den Pädagogen war ich noch nicht genötigt, einzugreifen.“

Ins gleiche Horn stößt Golo Mielke, Rektor an der Gemeinschaftshauptschule: „In der Regel kleiden sich die Schülerinnen und Schüler akzeptabel. Wenn es mal wirklich etwas aus dem Rahmen fällt, versuchen wir, einen diskreten Hinweis zu geben. Das führt dann vielfach auch zum Erfolg. Die Einführung einer Kleiderordnung ist an unserer Schule jedenfalls kein Gesprächsthema.“ Bei seinen Kolleginnen und Kollegen gelte das gleiche Prinzip: „Ein diskreter Hinweis wäre auch da meine Wahl. Jedoch blieb mir das bisher glücklicherweise erspart. Lehrer haben ja eine gewisse Vorbildfunktion – auch hinsichtlich der Kleidung. Die wird bei uns gut umgesetzt.“

„Grundsätzlich gilt es bei uns, Bauch, Busen und Po bedeckt zu halten“, sagt Realschulleiterin Doris-Nollen-Kuhlbusch. „Wir sind diesbezüglich auch mit der Schülervertretung, der SV, im Austausch. Die hätte gerne einen Dresscode erarbeitet. Bisher gibt es da noch nichts Schriftliches, weil das Problem an sich hier keines ist. Weder bei Schülern noch im Kollegium.“ Einzig für den Sportunterricht, so Nollen-Kuhlbusch, gebe es an der Realschule klare und für jeden einsehbar verfasste Richtlinien: „Hautenge und weit ausgeschnittene Elasthan-Oberteile sind da tabu. Auch deshalb, weil sich in ihnen manche Sportarten gar nicht ausführen lassen. Das ist mit den Schülern abgesprochen und wird auch von ihnen akzeptiert.“

Für die Pädagogen selbst, so Nollen-Kuhlbusch, „gibt es nicht wie etwa bei einer Bank eine vorgeschriebene Dienstkleidung. Es heißt lediglich, man solle ‚angemessen‘ gekleidet sein. Und das ist letztlich eine Sache der Auslegung.“ Sind Shorts bei Männern angemessen, oder extrem kurze Röcke bei den Frauen? Sandalen an Herren- und Damenfüßen? Doris Nollen-Kuhlbusch: „Bisher gab es glücklicherweise hier noch nicht die Notwendigkeit, sich damit zu befassen. Und so lange es dazu keine Not gibt, muss man es nicht zum Thema machen. Sollten sich doch einmal Auffälligkeiten ergeben, würden wir es gemeinsam im Kollegium besprechen.“

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