Anklage wegen Diebstahls
Sehr teure Kosmetik

Ochtrup/Steinfurt -

Wie aus einem Warenwert von 12,61 Euro eine Geldstrafe von 900 Euro werden kann, zeigte sich am Dienstag bei einem Strafverfahren vor dem Amtsgericht Steinfurt.

Mittwoch, 05.06.2019, 18:00 Uhr
Vor dem Amtsgericht in Steinfurt wurde die Anklage wegen Diebstahls geringwertiger Sachen gegen eine Ochtruperin verhandelt.
Vor dem Amtsgericht in Steinfurt wurde die Anklage wegen Diebstahls geringwertiger Sachen gegen eine Ochtruperin verhandelt. Foto: Mike Oelerich

Eine 30 Jahre alte, in Och­trup wohnhafte Frau war von der Staatsanwaltschaft des Diebstahls geringwertiger Sachen angeklagt. Der Vorwurf lautete, im Dezember des vergangenen Jahres in einem Ochtruper Drogeriemarkt mehrere Kosmetikartikel in ihre Hand- und Jackentasche gesteckt und nicht bezahlt zu haben.

Die Angeklagte räumte in der Verhandlung ein, beim Betreten des Geschäftes keinen Einkaufskorb mitgenommen zu haben, deshalb die Mitnahme der Gegenstände in ihren Taschen. „Früher habe ich geklaut und bin dafür bestraft worden, aber wegen meiner Kinder mache ich das nicht mehr“, beteuerte die dreifache Mutter.

Der als Zeuge geladene Hausdetektiv schilderte seine Beobachtung, wie die Angeklagte Waren aus dem Regal entnommen und in ihre Taschen gesteckt habe. Daraufhin habe er die Frau in die hinteren Lagerräume gebeten und die Polizei verständigt. Nachdem die Angeklagte mehrfach versicherte, sie wisse nicht, wie die Gegenstände in ihre Taschen gelangt seien, wurde im Gerichtssaal die dazugehörige Videoaufzeichnung vorgespielt. So konnten sich die Verfahrensbeteiligten davon überzeugen, dass die Angeklagte beim Entwenden der Kosmetika ein typisches geplantes Diebstahlverhalten gezeigt habe.

Die Staatsanwältin zeigte sich von der Schuld der Angeklagten überzeugt, zumal der sie begleitende Ehemann einen Einkaufskorb mit sich führte. Das geplante Vorgehen erfülle den Straftatbestand des vorsätzlichen Diebstahls. Sie beantragte daher, die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je zehn Euro zu verurteilen.

Da im Bundeszentralregister mehrere einschlägige Vorstrafen registriert waren, schloss sich der Richter dem Antrag der Staatsanwältin an.

Dass der Diebstahl geringwertiger Sachen eine so empfindliche Geldstrafe nach sich zieht, sollte Grund genug sein, sich künftig straffrei zu verhalten, gab der Richter der verurteilten Frau mit auf den Weg.

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