Angehörige einbinden
Wichtiger Baustein im Heim-Konzept

Ochtrup -

Der Austausch der Angehörigen ist ein wichtiger Baustein im Konzept der Pflegeeinrichtungen Carl-Sonnenschein- und Ferdinand-Tigges-Haus

Mittwoch, 19.06.2019, 06:00 Uhr
Locker-familiär ist die Atmosphäre unter den Angehörigen der Heimbewohner.
Locker-familiär ist die Atmosphäre unter den Angehörigen der Heimbewohner. Foto: Irmgard Tappe

Die Atmosphäre im Park des Carl-Sonnenschein/Ferdinand-Tigges-Hauses „hat etwas familiäres“ an diesem Sommerabend. Während Chefkoch André Böwing und sein Mitarbeiter das Grillbuffet vorbereiten, stehen Frauen und Männer in Grüppchen zusammen und haben sich offenbar viel zu erzählen. „Der heutige Abend ist speziell für die Angehörigen unserer Bewohner. Da lernen sie einander kennen und können sich austauschen“, beschreibt die Leiterin des Sozialen Dienstes, Eva Gaupels , die Idee, die hinter dem Treffen steckt.

Für Einrichtungsleiter Stephan Antfang ist der Kontakt zu den Angehörigen der Heimbewohner ein wichtiger Baustein im Konzept des Hauses. Ein Pflegeheim, sagt er, müsse transparent und offen sein. Es sei selbstverständlich, dass er sich Zeit für die Anliegen der Angehörigen nehme. Dazu zählen auch intensive Beratungsgespräche, wenn die Familien vor der Frage stehen, ob ein Pflegeheim die richtige Wahl ist.

Klar, der Einzug in ein Seniorenheim ist ein schwerer Schritt für alle Beteiligten. Diese Erfahrung haben auch Claudia Antons-Wendland und ihr Bruder Ralf Preußens gemacht. Ihr Vater war infolge eines Schlaganfalls pflegebedürftig geworden. Eine Situation, von der eine Familie überrumpelt wird. Ihr Vater sei zunächst zur Kurzzeitpflege in das Ochtruper Altenheim gekommen. Und sie hätten vor der Frage gestanden, wie es danach weitergeht, erinnern sich die Geschwister. „Da spielen Emotionen eine große Rolle. Aber wir wurden hier so gut aufgefangen. Der Heimleiter hatte ein offenes Ohr für unsere Sorgen und hat sich viel Zeit für Gespräche genommen und auch dafür gesorgt, dass Vater im Anschluss an die Kurzzeitpflege einen Pflegeplatz bekam. Das war uns eine große Stütze“, sagt Claudia Antons- Wendland. „Die Zusammenarbeit mit dem Pflegepersonal funktioniert. Wir wissen, dass es unserem Vater hier gut geht“, ergänzt Ralf Preußens. Ähnliche Erfahrungen hat auch Christoph Holthenrich gemacht, dessen Schwiegermutter seit einem knappen Jahr in der Ochtruper Einrichtung lebt.

Die Angehörigen schätzen außerdem das Wirken der Mitarbeiter des Sozialen Dienstes. Weil die Sozialarbeiterinnen stets bemüht sind, die Leute auch dann aus der Reserve zu locken, wenn sie nicht so gut drauf sind. Weil ihre Angebote und Aktionen Abwechslung in den Alltag der Altenheimbewohner bringen. Und weil sie Zeit für die Bewohner haben.

„Wenn ich meine Mutter besuche und sie mir freudestrahlend verkündet, dass eine Sozialarbeiterin in ihrem Zimmer war und mit ihr geredet hat, gibt mir das ein gutes Gefühl“, bemerkt eine Frau, deren Mutter seit vier Jahren in der Ochtruper Einrichtung lebt. Ihre Tischnachbarin erzählt, dass ihr Vater vor allen Dingen das Programm genießt: Doppelkopf, Singen, Gedächtnistraining, Gesprächskreis – alles mache er mit. Natürlich auch den Frühschoppen, der im Hause jeden Sonntag morgen geboten werde.

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