Glasfaser im Außenbereich
Die Hausaufgaben sind gemacht

Ochtrup -

Die Glasfaseranschlüsse im Außenbereich Ochtrups kommen - „Baubeginn könnte noch in diesem Jahr sein“, hofft Bürgermeister Kai Hutzenlaub.

Mittwoch, 03.07.2019, 06:00 Uhr
Der Start des Glasfaserausbaus im Außenbereich Ochtrups ist in Sichtweite.
Der Start des Glasfaserausbaus im Außenbereich Ochtrups ist in Sichtweite. Foto: dpa

„Von uns aus kann‘s losgehen“, kommentierte Bürgermeister Kai Hutzenlaub beim gestrigen Pressegespräch den Auftakt zur „Breitband-Woche“ für die Kommune. Für den Außenbereich ist inzwischen die Ausschreibungsphase abgeschlossen. Mit dem Bewerber Epcan/Münet hat eine regionale Bietergemeinschaft den Zuschlag erhalten. Nun müssen deren Unterlagen ein weiteres Mal zur Prüfung eingereicht werden.

Allerdings: So hoffnungsvoll, wie sich die Kurzfassung des Verfahrens liest – die Anwohner im Außenbereich werden nicht schon in den nächsten zwei, drei Monaten mit schnellerem Internet rechnen können. „Aber ich gehe hoffnungsvoll von einem Baubeginn noch in diesem Jahr aus“, gibt sich Hutzenlaub optimistisch.

Auf den Weg zum Breitband-Ausbau hatte sich die Kommune bereits 2017 gemacht, wie Ingmar Eber­hardt , Breitband-Koordinator bei der Wirtschaftsförderung im Kreis Steinfurt, in seinem Überblick noch einmal erläuterte. „Interessant ist für die Außenbereiche natürlich die För­derung. Dort, wo mehr als 30 MBit/s Unterversorgung vorliegen, teilen sich Bund (50 Prozent), Land (40 Prozent) und Kommune (zehn Prozent) die Kosten.“ Heißt: Für die Hauseigentümer sind die Anschlüsse kostenlos.

Allerdings sind den Förderbescheiden zunächst intensive und langwierige Prüfverfahren vorgeschaltet. Neben einer genauen Bestimmung der „weißen Flecke“ war eine Marktbefragung notwendig. Auch erste Netzpläne mussten eingereicht werden. Für Ochtrup, so Eberhardt, waren dabei in einem ersten Abgleich 578 Privathaushalte sowie acht Gewerbeadressen ermittelt worden, für die ein Glasfaseranschluss infrage käme. Das Kostenvolumen hierfür belief sich auf 5,17 Millionen Euro. Eberhardt: „Diese Zahlen haben sich im laufenden Verfahren dann noch verändert, sodass wir nunmehr 630 Privat- und 18 Gewerbeadressen vorliegen haben. Der Kostenrahmen hat sich dadurch auf rund 7,34 Millionen Euro erhöht.“ Für die Stadt Ochtrup verbleibt davon ein Eigenanteil von 733 726 Euro.

Bürgermeister Kai Hutzenlaub, Breitbandkoordinator Ingmar Eberhardt und der städtische Wirtschaftsförderer Robert Tausewald (v.l.)

Bürgermeister Kai Hutzenlaub, Breitbandkoordinator Ingmar Eberhardt und der städtische Wirtschaftsförderer Robert Tausewald (v.l.) Foto: Susanne Menzel

Mit dem Vredener Unternehmen Epcan hat ein regionaler Bieter den Zuschlag erhalten, der sich nicht nur auf den Außenbereich spezialisiert hat, sondern der zudem bereits in der Region (etwa in Heek und Schöppingen) aktiv ist. „Und Epcan setzt auf regionale Firmen für die notwendigen Bodenarbeiten“, betont Ingmar Eberhardt.

Als nächste Schritte müssen jetzt die Angaben von Epcan ein weiteres Mal mit den vorliegenden Daten abgeglichen und beim Bund zur finalen Prüfung eingereicht werden. Der Fokus liegt dabei dann unter anderem auf dem Materialkonzept oder auch auf der Breitband-Finanzstruktur. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, betont Bürgermeister Kai Hutzenlaub. „Wir lange die letzten Prüfungen dauern, liegt nicht mehr in unserer Hand. Ich bin allerdings mit dem Ausgang des Verfahrens sowie der Vergabe zufrieden.“ Epcan selbst habe eine Umsetzung der Glasfaserversorgung innerhalb von zwei Jahren ab Baubeginn zugesagt.

„Wichtig für die Anwohner des Außenbereiches ist es in jedem Fall, möglichst von Anfang an dabei zu sein“, betont Ingmar Eberhardt. „Der Bund fördert nur während der Ausbauphase. Wenn sich jemand nach Jahren erst für den Glasfaseranschluss entscheidet, muss er den dann aus eigener Tasche bezahlen.“ Es gäbe aber auch die Möglichkeit, so der Hinweis des Breitbandkoordinators, sich einen Anschluss bis zum Haus legen zu lassen, ohne einen Vertrag abschließen zu müssen. So sichert man sich die Wertsteigerung des Hauses und spart die Kosten für einen nachträglichen Ausbau.“

Nicht ganz so günstig kommen die Ochtruper im Innenbereich der Kommune weg. Hier sei eine Förderung durch Bund und Land nicht möglich, so Hutzenlaub. Für das Zentrum hat sich die Kommune für den Anbieter Deutsche Glasfaser entschieden.

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