Großübung der Ochtruper Löschzüge
Ruhe in brenzliger Lage

Ochtrup -

Zu einer Großübung an der „Thyssengas Verdichterstation“ trafen sich jetzt alle vier Ochtruper Löschzüge. Das Szenario: Acht junge Menschen werden nach einer Explosion vermisst.

Samstag, 06.07.2019, 14:00 Uhr
Damit der konstruierte Brand nicht auf weitere Gebäude überspringen kann, errichten die Retter eine Riegelstellung. Von oben und unten werden da alle Kräfte benötigt.
Damit der konstruierte Brand nicht auf weitere Gebäude überspringen kann, errichten die Retter eine Riegelstellung. Von oben und unten werden da alle Kräfte benötigt. Foto: Rieke Tombült

Was für andere schier unmöglich scheint, ist für die Feuerwehrleute der Ochtruper Löschzüge Alltag: in Extremsituationen Ruhe bewahren. Am Donnerstagabend war diese Fähigkeit bei einer Großübung an der „ Thyssengas Verdichterstation“ gefragt. Dreimal im Jahr findet eine solche Übung aller vier Ochtruper Löschzüge statt. Das Szenario: Es hat eine Explosion gegeben, die eine 80 Meter hohe Flamme hervorgerufen hat. Acht Jugendliche, die zurzeit ihre Berufsfindungstage leisten oder ihre Ausbildung bei „Thyssengas“ absolvieren, sind bisher nicht zum Treffpunkt erschienen und befinden sich daher in Lebensgefahr.

Wasserwand

Wenige Minuten nach Auslösen der Brandmeldeanlage treffen die ersten beiden Löschzüge an der Anlage in der Wester ein. Schnell steht fest, dass die Lage ernst ist und es sich um keine Fehlmeldung handelt. Um die Situation vor Ort in den Griff zu bekommen, fordern die Ochtruper zusätzlich Löschzug drei aus Langenhorst und vier aus Welbergen an.

  Foto: Rieke Tombült

Währenddessen retten die Feuerwehrleute bereits die ersten Verletzten vom Dach der Verdichterstation sowie aus einem Schacht. Parallel rollen die Schläuche über den Boden und werden an Hydranten angeschlossen, damit eine Riegelstellung, also eine Art Wasserwand, die unbetroffenen Gebäude vor den Flammen schützt.

Unrealistisch

Nach ein paar Absprachen werden auch die letzten vier Mimen und zwei Dummys aus den „brennenden“ Lagerhallen und ihrer Umgebung gerettet.

„Der Brand, den wir konstruiert haben, ist etwas unrealistisch, weil sich alles dezentral abspielt“, weiß Feuerwehrmann Frank Piel . In einem Zug sei es jedoch wichtig, im Ernstfall für alles gerüstet zu sein. Daher treffen sich zwischenzeitlich die Löschzugführer, um sowohl aktuelle Fortschritte als auch Unklarheiten zu besprechen.

  Foto: Rieke Tombült

Ohne Kommunikation und Konzentration kommen die Retter in Gefahrenlagen nämlich nicht weit.

Wasserzufuhr

Ein großes Thema ist dabei die Wasserzufuhr. Ein Hydrant würde nicht genug Leistung erbringen und die Kapazitäten der Löschfahrzeuge seien ebenfalls begrenzt. „Diese Treffen sind wichtig, damit der Einsatzleiter (Karl Wierling) sich Ratschläge einholen kann. Letzten Endes darf er aber entscheiden, was durchgeführt wird“, erläutert Frank Piel die Zusammenkunft der Löschzugführer.

Kurz darauf erklären sie die Übung für beendet und treffen sich zur Manöverkritik. „Wir hatten ein paar Startschwierigkeiten, aber sind zu unserem Ziel gekommen, nämlich alle zu retten. Diese Übungen dienen uns ja dafür, herauszufinden, wo es noch hapert“, gibt Frank Piel an seine Leute weiter. Die Mitarbeiter der „Thyssengas Verdichterstation“ zeigen sich ebenfalls zufrieden. Die Übung war ganz in ihrem Interesse damit ihr Gas-Drehkreuz, das Ende 2017 noch ausgebaut wurde, im Brandfall bestmöglich versorgt wird.

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