Ochtrup einst und heute
Viele Spuren der Tischlerei Tombült in der Töpferstadt

Ochtrup -

Schon seit 1885 gibt es in Ochtrup die Tischlerei der Familie Tombült. Seitdem haben Stefan Tombült und seine Vorfahren vielen handwerkliche Spuren in der Töpferstadt hinterlassen. Und mittlerweile hat sich der Betrieb spezialisiert, unter anderem auf Messeaufträge.  

Dienstag, 16.07.2019, 06:00 Uhr
In vierter Generation führt Stefan Tombült die Tischlerei Tombült. Wie schon zu Beginn sein Urgroßvater setzt auch er auf stetige Modernisierung des Betriebs, der mittlerweile in eine GmbH umgewandelt wurde.
In vierter Generation führt Stefan Tombült die Tischlerei Tombült. Wie schon zu Beginn sein Urgroßvater setzt auch er auf stetige Modernisierung des Betriebs, der mittlerweile in eine GmbH umgewandelt wurde. Foto: Marion Fenner

Wenn Tischlermeister Stefan Tombült durch die Stadt geht, begegnet er immer wieder Projekten, die er und seine Mitarbeiter gebaut haben. „Die Decke in der Marienkirche etwa, einige Ladeneinrichtungen oder auch Fenster. „Unser Betrieb hat viele Spuren in der Töpferstadt hinterlassen“, sagt er.

1885 hat Stefan Tombülts Urgroßvater Hermann Tombült die Tischlerei an der Töpferstraße gegründet. Sein Bruder Stefan betrieb genau nebenan eine Töpferei. Der Urgroßvater habe schon damals auf den Einsatz von Maschinen gesetzt, weiß Stefan Tombült aus der Firmenchronik. Die ersten seien über „Riemen mit Vorgelege“ angetrieben worden. Sein Urgroßvater sei immer mit dem technischen Fortschritt gegangen, berichtet der Tischler. „Wir hatten schon früh Maschinen mit Elektromotor.“

Wir hatten schon früh Maschinen mit Elektromotor.

Stefan Tombült

Auch auf Expansion habe sein Urgroßvater konsequent gesetzt und Wohnhaus und Werkstatt immer wieder erweitert. Neben der Tischlerei habe es auch eine kleine Landwirtschaft gegeben. Das Holz sei damals noch mit Pferd und Wagen vom Sägewerk geholt worden.

Später habe sein Großvater Theodor Tombült den Betrieb übernommen. Nach dem Tod des Urgroßonkels Stefan Tombült sei die Töpferei eingestellt und das Gebäude abgerissen worden, erzählt der Firmeninhaber. Erst ab dann sei auch die Töpferstraße wirklich befahrbar gewesen, denn die Töpferei habe seinerzeit mitten auf der Straße gestanden, und ein Fuhrwerk kam daran nicht vorbei.

Theodor Tombült führte die Tischlerei gemeinsam mit seinem Bruder Hermann. Unter der Ägide der beiden Brüder wurde die Werkstatt ebenfalls erweitert, außerdem entstand ein Holzlagerschuppen. In den 1950er Jahren sei ein Teil der Werkstatt abgerissen sowie das restliche Gebäude erweitert und aufgestockt worden. Im Erdgeschoss richteten Tombülts einen Möbelladen, ein Büro und ein Sargmagazin ein. „Das war damals so üblich“, berichtet Stefan Tombült. Viele Ochtruper hätten Möbel bei Tombült gekauft.

Umzug ins Gewerbegebiet Deibenbrook

Als dritte Generation übernahm Theo Tombült jun. das Geschäft, der von seinem Bruder Bernhard unterstützt wurde. 1982 siedelte der Betrieb in das Gewerbegebiet Deipenbrook um. Auch ein Wohnhaus ist dort entstanden. Der Möbelladen sei gleichzeitig eingestellt worden. Als neuer Produktionszweig kamen dafür Kunststofffenster hinzu, ebenso wie erste Messeaufträge, ein Schwerpunkt, auf den sich die Tischlerei heute unter anderem spezialisiert hat. Damals habe das Hauptaugenmerk allerdings noch auf dem Baugewerbe gelegen, weiß Stefan Tombült. Er selbst übernahm die Tischlerei 1986 in vierter Generation.

„Wir haben uns dann mehr und mehr dem Innenausbau gewidmet.“ Wie schon seine Vorgänger setzt auch der heutige Inhaber stets auf Modernisierung mit Maschinen, wie bei einem Rundgang durch die Fertigungshallen zu sehen ist. „Seit 1998 sind immer mehr – teilweise auch sehr renommierte – Messeaufträge hinzugekommen. Wir liefern heute für Weltkonzerne“, sagt Stefan Tombült. Daneben werde auch vermehrt für Museen gearbeitet.

Vom Familienbetrieb zur GmbH

Vor zehn Jahren ist der Familienbetrieb in eine GmbH umgewandelt worden. Christian Diekmann ist als gleichberechtigter Geschäftsführer eingestiegen.

Die Tischlerei hat heute 22 Mitarbeiter und drei Auszubildende. „Für uns ist es nicht so schwer, junge Menschen zu finden, die den Beruf erlernen wollen“, erklärt Stefan Tombült. Der Beruf des Tischlers sei noch relativ gut angesehen, freut er sich. Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen: Die Familie Tombült wird das Geschäft nicht weiterführen. „In meiner Familie gibt es keinen Nachfolder. Ich habe zwei Töchter, die beide leider kein Interesse an dem Beruf haben.“ Trotzdem freut er sich, dass es den Betrieb auch weiterhin geben wird.

Bis 1982 war die Tischlerei Tombült an der Töpferstraße angesiedelt. Heute befindet sich Unternehmen im Gewerbegebiet Deipenbrook.

Bis 1982 war die Tischlerei Tombült an der Töpferstraße angesiedelt. Heute befindet sich Unternehmen im Gewerbegebiet Deipenbrook. Foto: Tombült

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