Verkehrsberuhigung an der Gasstraße
Mehrheit votiert für Abpollerung

Ochtrup -

Zu einer Anliegerversammlung hatte die Stadt Ochtrup am Donnerstagabend die Bewohner der Gasstraße eingeladen. Es ging um eine mögliche Verkehrsberuhigung für einen Teilbereich der Straße, der vor allem von auswärtigen Autofahrern als Abkürzung genutzt wird.

Samstag, 20.07.2019, 07:00 Uhr
Ein denkbarer Ort für die Abpollerung an der Gasstraße wäre dieser Abbiebgebereich.
Ein denkbarer Ort für die Abpollerung an der Gasstraße wäre dieser Abbiebgebereich. Foto: Martin Fahlbusch

In Zeiten von Navigationsgeräten und den Softwareschmieden großer Internetkonzerne mit ihren sturen Algorithmen für Straßenkarten hat es der gesunde Menschenverstand und haben es einige Bestimmungen der deutschen Straßenverkehrsordnung (STVO) nicht ganz leicht – um es einmal sehr diplomatisch auszudrücken. Obwohl die Gasstraße aus guten verkehrlichen Gründen zwischen dem Krummen Weg und der Horststraße seit Jahren als verkehrsberuhigter Bereich ausgebaut und ausgewiesen ist, verzeichnen etliche Navigationsgeräte sie wohl immer noch als schnellsten Weg in Ochtrups Innenstadtstraßengewirr, um zum DOC hin- und von dem wieder zurückzukommen – verkehrsberuhigte Straße mit vorgeschriebener Schrittgeschwindigkeit hin oder her.

„Diese Situation ist in Ochtrup einmalig“ erläuterte die Erste Beigeordnete der Stadt, Birgit Stening, zu Beginn der Anliegerversammlung am Donnerstagabend im Sitzungsraum des Rathauses II. Die Politik habe nach vielen Beschwerden von Anliegern die Verwaltung beauftragt, „geeignete Maßnahmen einzuleiten, die verhindern, dass dieser Verkehr über diesen Teil der Gasstraße geführt wird.“

Der schnell erörtere Vorschlag, einer Abbindungen durch einen oder mehrere im Straßenverlauf aufgestellte mobilisierbare Poller zu erreichen, fand nicht bei allen Anwesenden Zustimmung. Vielleicht müsse man die Beschilderung nur eindringlicher gestalten oder über eine Einbahnstraßenregelung nachdenken. Auch die Situation mit rangierenden Großfahrzeugen der Müllabfuhr berge dann erhebliche Risiken vor allem für Kinder. Und letztlich würde der Verkehr nur auf andere Straßen verlagert, so die Argumente.

Dem wurde aber ebenso eindringlich entgegengehalten, dass eine freie Durchfahrt so viele Probleme, gefährliche Verkehrssituationen und auch Beschädigungen an Grundstücken verursacht habe – ganz zu schweigen von dem Ärger, den man sich mit uneinsichtigen zumeist auswärtigen Autofahrern einhandele. In Sachen Müllentsorgung könne man durch Sammelstellen unnötiges Rangieren minimieren.

Im Rahmen einer Abstimmung war die Situation für die Verwaltung mit neun zu drei Stimmen für die Abpollerung eindeutig. Navigationsgerätehersteller und entsprechende Softwarefirmen werden angeschrieben und Gespräche mit dem Müllentsorger sind zu führen. Die Feuerwehr hatte schon im Vorfeld Zustimmung für umleg- oder herausnehmbare Poller signalisiert.

Zudem muss die bestehende Beschilderung um die Informationen „Sackgasse/keine Wendemöglichkeit“ erweitert werden. Den genauen Standort – favorisiert wurde eine Lösung kurz vor der großen Hecke im Abbiegebereich – soll vor Ort geklärt werden.

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