Ligusterschwärmer ist „identifiziert“
Kleine Raupe – großes Echo

Ochtrup -

Fachkundige Biologen waren unter unseren Lesern gefragt. Und die haben sich jetzt in großer Zahl auf den Artikel über den Ligusterschwärmer gemeldet. Darüber hinaus haben sie uns auch noch kleine Geschichten im Zusammenhang mit der farbenprächtigen Raupe verraten.

Donnerstag, 25.07.2019, 08:00 Uhr
Ligusterschwärmer ist „identifiziert“: Kleine Raupe – großes Echo
Foto: Anne Steven

Kleine Raupe – großes Echo, könnte man sagen. Die Westfälischen Nachrichten hatten in der gestrigen Ausgabe die Leser gefragt, ob Raupen-Experten unter ihnen den Krabbler eindeutig als Ligusterschwärmer identifizieren können. Und ob! Das Telefon stand in der Redaktion nicht mehr still. Viele hatten auch gleich eine Geschichte dazu zu erzählen.

Wie Anja Bleck , deren damals fünfjähriger Sohn Jack im vergangenen Sommer ein solches Exemplar auf der Dietrich-Bonhoeffer-Straße gefunden hatte. Daheim im Garten wurde für das Tier eine artgerechte Unterkunft gefertigt, Lektüre besorgt und die Entwicklungsstadien beobachtet. „Irgendwann hat sich der Ligusterschwärmer dunkel, fast schwarz verpuppt. Und der Falter, der letztlich herauskam, war nicht sehr ansehnlich. Da war die Raupe entschieden schöner.“

Hartmut Kubitza „kennt die Raupe noch aus Schulzeiten. So um 1950/55. Damals wohnte ich in Braunschweig und habe sie oft gesehen. Sie hat am hinteren Ende einen kleinen Stachel.“ Lange habe er lebende Exemplare dieser Tiere allerdings nicht mehr ausmachen können. „Jetzt habe ich – nach dem Artikel – an der Ligusterhecke in der Nachbarschaft bewusst Ausschau gehalten. Leider ergebnislos.“

Robert Boczki, Diplom-Ökologe an der Wilhelms-Universität in Münster und Experte auf dem Gebiet des Kleingetiers, war von einer Bekannten aus Ochtrup auf den Artikel aufmerksam gemacht worden. Auch er bestätigt: „Es ist eindeutig ein Ligusterschwärmer“. Schon in der Kindheit, so verrät der 50-Jährige, habe er sich für Insekten & Co interessiert. In Essen wohnend, sei er „immer mit dem Fahrrad nach Wattenscheid zum Raupen sammeln gefahren“. Heute unterrichtet er angehende Biologielehrer.

Robert Boczki kann natürlich wesentlich mehr noch zu der Raupe berichten. Nämlich, dass sich aus ihr der größte Schmetterling entpuppt, der in Deutschland beheimatet ist. Und dieser Falter fliege wie ein Kolibri, trinkt auch in der Luft stehend mit seinem vier Zentimeter langen Saugrüssel den Nektar aus den Blütenkelchen. Die weiblichen Schmetterlinge erreichen eine Spannweite von bis zu 13 Zentimetern.

Lange habe der Ligusterschwärmer auf der Roten Liste 1 als eine der besonders gefährdeten Arten gestanden. „In meiner Kindheit habe ich nie einen von ihnen zu Gesicht bekommen“, gibt Robert Boczki zu. Mittlerweile jedoch hätte sich die Art wieder erholt, sei jetzt häufiger sichtbar. Sein Tipp: Um die Population dieser schmucken Raupen und Falter weiter zu fördern, die Ligusterhecken nicht radikal stutzen. Und wenn, dann nicht vor September. Wichtig: Die Raupen bereiten keine Schäden.

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