St.-Johannes-Baptist
Moderne LED statt alter Glühbirnen

Ochtrup -

„Ganz früher saß man mit einer Kerze in der Kirche, heute erwartet man schon gutes Licht“, sagt Kaplan Bernd Bettmann und freut sich gemeinsam mit Küsterin Maria Stegemann und Kirchenvorstandsmitglied Stefan Althoff über die Umsetzung des Lichtkonzeptes in der Langenhorster Stiftskirche.

Montag, 29.07.2019, 06:00 Uhr
Mit den neuen LED-Lampen wirk die alte Langenhorster Stiftskirche gleich viel heller. Kirchenvorstandsmitglied Stefan Althoff (kl. Bild) hält noch eine der alten Kupferlampen in der Hand. Sie sollen in der Friedhofskapelle des Ortsteils Verwendung finden.
Mit den neuen LED-Lampen wirk die alte Langenhorster Stiftskirche gleich viel heller. Kirchenvorstandsmitglied Stefan Althoff (kl. Bild) hält noch eine der alten Kupferlampen in der Hand. Sie sollen in der Friedhofskapelle des Ortsteils Verwendung finden. Foto: Anne Steven

Eine einfache Glühbirne steckt in der schlichten trichterförmigen und mit ausgestanzten Löchern verzierten Lampe aus Kupfer. Stefan Althoff hält das staubbedeckte Teil in der Hand. „Das entspricht wohl nicht mehr ganz dem Stand der Technik“, meint er schmunzelnd und stellt die Lampe beiseite. Sie stammt aus den 1960er-Jahren. In­stallateur Franz Wiggenhorn aus Welbergen hatte damals gleich ein gutes Dutzend für die Langenhorster Kirche gefertigt. Vor etwa 25 Jahren verpasste Malermeister Stefan Althoff ihrer Innenseite einen weißen Anstrich, damit sie heller leuchten. Doch seit Ostern dieses Jahres haben die alten Lampen ausgedient.

Küsterin Maria Stegemann war am Anfang etwas ängstlich. Schließlich galt es bis dato nur, ein paar Schalter zu drücken, um in der alten Stiftskirche das Licht anzumachen. Nun steuert sie die Lichtanlage über ein modernes Display mit Touchscreen. Doch alle Bedenken waren unbegründet, sagt die Küsterin heute lachend. Ohne Probleme fand sie sich in die neue Technik ein.

Die neuen Lampen in der Johannes-Kirche leuchten nicht nur nach unten wie ihre Vorgängermodelle, sondern zudem auch nach oben und zur Seite. Bewusst wurden die zylinderförmigen Edelstahlmodelle mit einem mattierten Glaseinsatz in der Mitte schlicht gehalten. „Diese modernen Lampen wirken doch toll in der alten Kirche“, findet Maria Stegemann. Etwa zwei bis drei Jahre dauerten die Planungen. Für die Langenhorster Kirche wurde eigens ein Lichtkonzept entworfen. Auch die Kirchenbesucher wurden nach ihrer Meinung zu den verschiedenen Modellen befragt. „Das eine sah aus wie eine aufgehängt Taschenlampe“, erinnert sich Maria Stegemann lachend. Die Wahl – hierbei flossen die Hinweise der Kirchenbesucher, des Bistums, des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe und des Kirchenvorstandes ein – fiel schließlich auf die schlichten Modelle aus Edelstahl.

Ganz früher saß man mit einer Kerze in der Kirche, heute erwartet man schon gutes Licht.

Bernd Bettmann

Nach der Sanierung des Kirchenbodens in 2013 und der Erneuerung der Mikrofonanlage kurz darauf, ist dies nun die dritte Maßnahme. In diesem Zusammenhang wurden aber nicht nur die Kupferlampen ersetzt. Auch die alten Leitungen wurden ausgetauscht. Der Stand nun entspreche auch wieder den Bestimmungen zum Brandschutz, erklärt Kaplan Bernd Bettmann. Insgesamt kostete die Maßnahme 70 000 Euro. Finanziert wurde sie zu einem Großteil vom Bistum Münster und vom LWL. „Wir haben den Denkmalschutz immer dabei“, betont Bernd Bettmann. Die Maßnahme sei zwar nicht billig gewesen, doch werde mit der modernen Lichtanlage nur noch ein Bruchteil an Stromkosten verursacht – bei einer gleichzeitig viel besseren Ausleuchtung. „Die Ansprüche sind gestiegen. Ganz früher saß man mit einer Kerze in der Kirche, heute erwartet man schon gutes Licht“, meint der Geistliche. Die neue Lichtanlage ermöglicht es der Kirchengemeinde, ihr Gotteshaus richtig in Szene zu setzen. Die Techniker haben dazu verschiedene Lichtszenarien abgespeichert, so dass Maria Stegemann spielend leicht mit nur einem Fingerdruck vom Taglichtprogramm über das Hochfest bis zur Andacht wechseln kann. „Wenn Konzerte oder andere kulturelle Veranstaltungen hier stattfinden, kann man das Licht entsprechend anpassen“, erklärt die Küsterin.

Kurz vor Ostern wurde die Lichtanlage eingebaut. „An Gründonnerstag saß der Techniker hier noch und hat programmiert“, erinnert sich Maria Stegemann. Weil die Osternachtsmesse in diesem Jahr in Welbergen stattfand, werden die Gottesdienstbesucher die volle Leistung der neuen Lichtanlage erst im nächsten Jahr erleben. „Das wirkt richtig gut, wenn man die Beleuchtung langsam hoch fährt und die Kirche dann plötzlich strahlend hell erleuchtet ist“, schwärmt Bettmann. Auch Maria Stegemann und Stefan Althoff sind vom neuen Lichtkonzept angetan. Jetzt muss die LED-Technik noch feinjustiert werden. So wartet die Johannesfigur noch darauf, ins rechte Licht gerückt zu werden; und auch an der Treppe zur Orgelbühne fehlt noch eine Lampe. Ansonsten ist die Maßnahme abgeschlossen.

Doch Maria Stegemann und Stefan Althoff denken schon weiter. „Jetzt muss draußen auch langsam mal etwas passieren“, betont die Küsterin. „Wird es auch“, verspricht Stefan Althoff. Der Kirchenvorstand habe das buckelige Pflaster vor der Stiftskirche schon lange ins Auge gefasst. Demnächst soll ein schmaler Weg, der von zwei Seiten aus zur Kirche geführt wird, vor allem älteren Menschen und Rollstuhlfahrern das Vorankommen erleichtern.

Und für die alten Kupferlampen haben die Langenhorster auch schon eine Verwendung gefunden. Sie sollen künftig die Friedhofskapelle des Ortsteils erleuchten. Die Lampen dort haben eine Glasfassung. Letzteres wird ihnen zum Verhängnis, wenn bei Beerdigungen Fahnenträger im Einsatz sind. „Da kann schon mal was kaputt gehen“, weiß Maria Stegemann aus langjähriger Erfahrung. Für diese Lampen gibt es keine Ersatzteile mehr. Da kommen die alten Kupferleuchten doch gerade zur rechten Zeit.

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