Wegen Betrug und Urkundenfälschung vor Gericht
Hauskauf als Problemlöser

Ochtrup/Heek/Steinfurt -

Ein ganz komplizierter Sachverhalt wurde am Mittwoch vor dem Amtsgericht Steinfurt verhandelt. Die Staatsanwaltschaft klagt zwei Männer an, die sich bereits im Februar und März 2017 des Betruges und der Urkundenfälschung schuldig gemacht haben sollen.

Donnerstag, 08.08.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 08.08.2019, 15:38 Uhr
Wegen Betrug und Urkundenfälschung vor Gericht: Hauskauf als Problemlöser
Foto: dpa

Demnach soll ein 27-jähriger Nienborger auf Anraten eines 58-jährigen Ochtrupers ein Gewerbe als Restpostenverkäufer angemeldet haben, das er allerdings nie betrieben habe. Ziel sei es gewesen, die Kreditwürdigkeit des jüngeren Angeklagten zu dokumentieren.

Entstanden sei das Ganze, als der Nienborger dem Ochtruper bei Gartenarbeiten behilflich war. Im Gespräch erzählte der Jüngere von seinen finanziellen Schwierigkeiten und von Suchtproblemen. Er wolle für seine Freundin und das gemeinsame Kind aufkommen und, wenn möglich, für sein Alter vorsorgen. Darauf schlug der Ochtruper ihm vor, eine Immobilie zu erwerben. Um einen Kredit von 250 000 Euro zu bekommen, mussten allerdings mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Deshalb legte der Ochtruper im Namen des Nienborgers einem Finanz- und Immobilien-Beratungsbüro gefälschte Lohnbescheinigungen von rund 3500 Euro monatlich und ebenfalls gefälschte Kontoauszüge mit entsprechenden Bewegungen vor. Damit sollte der Finanzberater bei der hiesigen Sparkasse einen Kredit für den Hauskauf in die Wege leiten. Eine Provision oder eine Entschädigung habe er nicht erhalten, beteuerte der Ochtruper. „Er tat mir leid und ich wollte ihm einfach nur in seiner Notlage helfen“, so seine Aussage auf die Frage des Gerichts, warum er die strafbaren Handlungen begangen habe.

Der Verteidiger des Nienborgers zeigte kein Verständnis für das Verhalten des Mitangeklagten. „Ohne Job, ohne Einkommen und lediglich auf Grundlage eines Exposés ein Haus zu kaufen, ergibt keinen Sinn“, so der Anwalt. Einige Wochen später teilte der Ochtruper dem Beratungsbüro mit, dass die Angelegenheit erledigt sei und kein Kaufinteresse mehr bestehe. Beide Angeklagte haben im Bundeszentralregister mehrere Einträge, beim Ochtruper sogar wiederholt einschlägige Straftaten.

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Das Verfahren konnte am Mittwoch noch nicht abgeschlossen werden. Für eine endgültige Beurteilung benötigen die Beteiligten noch Akteneinsicht von Unterlagen, die in einem gleichzeitig anhängigen Steuerstrafverfahren gegen die Angeklagten dort vorhanden sind. Deshalb setzte die Richterin im Einvernehmen mit Staatsanwaltschaft und den Verteidigern die Fortsetzung der Verhandlung für den 22. August an.

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